Pferde bevölkern schon seit einiger Zeit den virtuellen Lebensraum Internet. Profis berichten über Turnierplanung und Erfolge und vermarkten Verkaufspferde, Turnierveranstalter informieren über Teilnehmer, Platzierungen und Zuschauerzahlen, Informationsportale stellen News, Fotos und auch mal den aktuellsten Klatsch ins Netz.
Internetfernsehen ist hingegen eine relativ neue Entwicklung, die es Reitsportbegeisterten ermöglicht, vor dem Computer „live“ dabei zu sein, Aufzeichnungen der Ritte zu verfolgen oder Interviews mit Reitern, Trainern und Veranstaltern anzusehen. So wurden in diesem Jahr erstmals die Bundeschampionate live im Internet übertragen. Die Firma Horse Media Solutions zeigte auf ihrem multilingualen Internetportal ClipMyHorse die gesamte Warendorfer Veranstaltung im September – eben vom ersten bis zum letzten Pferd. Auf fünf Kanälen wurde live über die parallel laufenden Spring-, Dressur-, Vielseitigkeits-, Fahr- und Reitpferdeprüfungen berichtet. Außerdem sorgte ein mobiles Kamera-Team für Backstage-Berichte und Interviews mit Persönlichkeiten aus Sport und Zucht....weiter im Heft
Sport
Piraten-Alarm und nationaler Sport
Ein echter Pirat verzauberte die jüngsten Pferdefans im Foyer der Niedersachsenhalle, Fan-Gruppen aus dem Verbandsgebiet unterstützten „ihre“ Vereinskameraden beim
Hippo-Mini-Masters-Springen und Nachwuchsreiter aus ganz Deutschland bewiesen Top-Form in Viereck und Parcours.
Zum 13. Mal traf sich die deutsche Reiterjugend in Verden und zeigte unter den Blicken von Landes- und Bundestrainern klasse Leistungen in der Verdener Niedersachsenhalle und Reitschule. Mediterran war der Begrüßungsabend, frostig die Außentemperaturen. Albrecht Hertz-Eichenrode, Vorsitzender des Pferdesportverbandes Hannover, begrüßte beim schon traditionellen „Italienischen Abend“ alle Turniergäste im Niedersachsenhof. Bevor jedoch der Startschuss für die Schlacht am Buffet im Niedersachsenhof fiel, wurden die jugendlichen Reiter beim Aufmarsch der einzelnen Landesverbände mit viel Applaus und passender Musik begrüßt. ...weiter im Heft
Markus Merschformann spielte im Großen Preis von Werlte im Sattel von Chablis du Lys seine ganze Routine aus und nahm bei seinem ersten Auftritt in der großzügigen Veranstaltungshalle gleich das höchste Preisgeld mit nach Hause.
Rang Zwei in dem regional hochklassig besetzten Springen der Klasse S* mit Siegerrunde belegte Otto Vaske (Klein Roscharden) mit Incolor. Vaske hatte bei einer fehlerfreien Siegerrunde mit 37,13 Sekunden für den Osterwicker Merschformann eine Duftmarke gesetzt, die dieser aber mit 36,18 Sekunden und einem sehenswerten Ritt unterbot und die Spitze übernahm. Der gelernte Molkereifachmann war dann auch ganz begeistert von seiner Premiere beim Reit- und Fahrverein Werlte....weiter im Heft
„Schloß Kranichstein verlieh Nord-Unis Flügel"
Die 52. Deutschen Hochschulmeisterschaften Reiten 2008 richtete in diesem Jahr
die Studentenreitgruppe Darmstadt aus, direkt gegenüber dem Schloss Kranichstein wurden dem akademischen Nachwuchs ideale Bedingungen geboten.
Deutsche Hochschulmeisterin im Springreiten wurde die 20-jährige Tiermedizinstudentin Nicola Haller von der Universität Hannover. Es war ihre erste Teilnahme an einer DHM. Seit dem Wintersemester 2007/2008 reitet sie für die Studentengruppe Hannover. In einem spannenden Finale mit Pferdetausch (die Turnierpferde wurden von zahlreichen Privatpersonen zur Verfügung gestellt) verwies sie Marcel Neugebauer (Uni Münster) auf den zweiten Platz....weiter im Heft
Vom Reitsattel auf den Operationstisch
Er saß auf der Tribüne und drückte sich selbst die Daumen. Als dann mit Hilmar Meyer vom RV Aller-Weser der letzte Reiter des Stechens um den mit 5.000 Euro dotierten Großen Preis beim Reitturnier im RTC Timmel im Ziel war, riss Hartwig Rohde die Arme hoch.
Er hatte als erster von sieben Startern im Stechen des S**-Springens gar nicht einmal eine sehr schnelle Zeit vorgelegt, mit Ranja aber den Parcours mit „Null“ beendet und damit die Mitbewerber mächtig unter Druck gesetzt. Platz Zwei belegte Tim-Rieskamp-Goedeking (Westerkappeln-Velpe-Lotte) auf Abdullah. Zwar waren Felix Haßmann (Lienen) mit Horse Gym´s Aribo und Rolf Moormann (Ahlhorn) mit Queen erheblich schneller im Parcours unterwegs, aber eben mit Strafpunkten belastet. Rand Drei für Haßmann, Platz Vier für Moormann. ...weiter im Heft
Persönliches
"In den Köpfen der Reiter muss sich etwas ändern ..."
Herbert Meyer war 24 Jahre Bundestrainer der deutschen Springreiter. Auch als Pensionär beschäftigt sich der 69-Jährige noch jeden Tag intensiv mit den Pferden. Redaktionsleiter Jürgen Stroscher sprach mit dem Pferde-Experten über sein Rentnerdasein, Doping in der Pferdeszene und der Zukunft des deutschen Springsports.
RM: Herr Meyer, wie sieht Ihr Tagesablauf im Ruhestand eigentlich aus? Meyer: Unser Reitbetrieb ist eigentlich immer größer geworden, geleitet wird er mittlerweile von Christoph Kühl, der gerade 30 Jahre alt geworden ist. Für ihn bin ich immer noch jeden Tag aktiv, ich übernehme teilweise das Training seiner Turnierpferde und der Auszubildenden. Christoph hat bei mir gelernt und seinen Pferdewirtschaftsmeister gemacht. Uns verbindet eine Freundschaft, so habe ich ihm meinen Betrieb in Erbpacht übergeben.
RM: Sitzen Sie denn auch noch jeden Tag im Sattel? Meyer (lacht): Nein, nein, das nicht mehr. Jeden Morgen kommt Christoph zu mir, um den Tagesablauf zu besprechen. Aber aktiv reiten, steht nicht mehr auf meinem Programm. Ich habe auch etwas Probleme mit dem Rücken. Und wenn man nicht mehr jeden Tag im Sattel sitzt, neigt man dazu, sich zu viel zu zumuten. Nur in Notfällen steige ich noch mal aufs Pferd.
RM: Wie bringen Sie Ihre Erfahrungen in den Berufsalltag eines Berufsreiters mit ein und was hat sich für Sie in der Reiterei verändert? Meyer: Es waren immer Lehrlinge auf unserem Hof beschäftigt. Die Ausbildung sah vor 15 Jahren auch nicht anders aus als heute. Wenn man das Reiten und das Unterrichten einmal gelernt hat, dann kann man auch noch mit fast 70 den jungen Leuten Impulse geben. Ich glaube die Reiterei ist nicht schlechter geworden. Zumindest nicht in den Profiställen. Vielleicht in der großen Masse, weil alles zu schnell geht. Viele Reiter gehen heute gleich aufs Turnier, ohne dass sie wirklich gut reiten können. In der professionellen Szene hat sich aber nicht viel geändert, da gibt es nach wie vor sehr gute Ausbilder. ...weiter im Heft
Durchs Feuer gegangen …
Nach einem schweren LKW-Unfall gaben die Ärzte dem neunjährigen
Hannoveranerwallach Elton John v. Acorado-Grannus kaum noch eine Überlebenschance. Jetzt ist das Springpferd aber wieder topfit und hat eine tolle Saison 2008 hinter sich. Im Großen Preis der German Classics wurde er mit seinem Reiter Herken Forkert (35) sogar Vierter.
Das muss wohl Schicksal gewesen sein,“ erinnert sich Herken Forkert, „denn eigentlich war Elton damals schon nach Amerika verkauft.“ Die Wege von Pferd und Reiter hätten sich also zwangsläufig getrennt. So traurig und prägend das fürchterliche Ereignis auch gewesen sein mag, heute sind alle Beteiligen froh, noch zusammen zu sein....weiter im Heft
Pferdebazillus in die Wiege gelegt ...
Als Laufen für Charlott-Maria Schürmann (16) noch ein Fremdwort war, saß sie schon bei Papa Heinz-Werner mit im Sattel. Der Pferdebazillus hatte das Kadermitglied des Pferdesportverbandes Weser-Ems bereits in der Wiege fest im Griff.
Stallgeruch und Freude an dem vierbeinigen Sportkameraden nahmen später nicht ab, sondern eher zu und werden die immer gut gelaunte junge Dame aus Gehrde wohl nie loslassen. Im zarten Alter von zwei Jahren saß sie schon im Sattel eines Ponys. Mit Papa Heinz-Werner am Führstrick in der Führzügelklasse beim Turnier des Heimatvereins RFV Gehrde – Platz Fünf ließ die Eltern Heinz-Werner und Mama Brigitta jubeln. ...weiter im Heft
Mit Duvall kam der Erfolg
Im Leben von Klaus Schrader (42) spielen drei Dinge eine große Rolle – seine Familie,
der Lehrerberuf und die Dressurreiterei. Seitdem der elfjährige Hannoveraner Hengst Duvall in seinen Stall eingezogen ist, sind auch die Wochenenden meistens durch Turnierstarts ausgebucht.
Der amtierende Landesmeister des Pferdesportverbandes Hannover, Klaus Schrader ist eigentlich schon sein ganzes Leben lang mit Pferden zusammen. Er und seine drei Brüder sind mehr oder weniger bei ihren Großeltern in Königslutter aufgewachsen. Der Opa züchtete und handelte mit Pferden. Also kein Wunder, dass sich die Kinder beim Spielen schnell mit den Vierbeinern anfreundeten. Auf dem Hof entwickelte sich ein sehr enges Verhältnis zu den Pferden, und der Umgang mit ihnen gehörte zum Alltag....weiter im Heft
Praxis
Spaß am langen Reiten
„Das Distanzreiten ist vergleichbar mit der Vielseitigkeit, bloß ohne Sprünge,“ erklärt Dr. Juliette Mallison die Ausdauersportart – Distanzreiten – zu Pferd.
Die Tierärztin ist auf vielen Distanzritten für die tierärztlichen Kontrollen zuständig und außerdem Präsidentin des Vereins der deutschen Distanzreiter und -fahrer. Spätestens, seitdem das Distanzreiten als mögliche olympische Disziplin im Gespräch war, werden Reiter dieser Disziplin von ihren Reitkollegen nicht mehr belächelt, sondern als ernsthafte Sportler wahrgenommen. ...weiter im Heft
Engagement, Schwerstarbeit und Idealismus
Turniere bedeuten viel Arbeit. Für alle Beteiligten. Der reiterliche Aufwand besteht in erster Linie darin, sich und sein Ross auf Hochglanz zu polieren – egal ob Stiefel, Kruppe oder Stirnband.
Die erste ernst zu nehmenden Hürde ist schon lange vor dem Einritt zu bewältigen: die fristgerechte Erklärung der Startbereitschaft. Sich rechtzeitig am Ort des Geschehens einzufinden, ist ebenfalls kein leichtes Unterfangen. Morgens um fünf lässt sich die Anhängerkupplung auf einmal ungern in die richtige Position befördern. Zöpfe haben sich über Nacht gelöst, Schimmel genüsslich im Mist gewälzt. Auch die Baustelle auf der A7 war nicht einkalkuliert. Wenn schließlich mit mehr oder weniger Verspätung das Turniergelände erreicht ist, sind Laune und Reithose häufig nicht mehr ganz blütenweiß....weiter im Heft
Pferdegerechte Wohn-Oasen
Reine Boxenhaltung oder Weideparadies mit Nobel-Unterstand? Vorgelagerter
„Mini-Paddock“ oder moderne Gruppenauslaufhaltung mit computergesteuerten
Rau- und Kraftfutteranlagen? In Sachen Stallbau gab es in den letzten zehn Jahren einen regelrechten Quantensprung. Zeiten, in denen Sportpferde permanent in vergitterten Boxen und Isländer in matschigen Paddocks stehen, sind (hoffentlich) längst passé.
Bundesweite Stallwettbewerbe wie „Unser Stall soll besser werden“ oder „Deutschland sucht den Superstall“ zeigen, dass artgerechte Konzepte in Sachen Pferdehaltung immer mehr auf dem Vormarsch sind. Nicht nur optisch gleichen manche Reitbetriebe einer Schöner-Wohnen-Idylle für Pferde, sie sind auch funktional und gleichzeitig individuell auf die Bedürfnisse der Vierbeiner abgestimmt. Denn jeder junge Hufeisen-Absolvent weiß inzwischen, was Pferde brauchen, um sich richtig wohlzufühlen: Licht, Luft, Bewegung und den Kontakt zu Artgenossen. ...weiter im Heft
Kahlschlag oder Plüschtier?
Soll das dicke Fell runter und die warme Decke drauf oder darf der dicke Pelz am Pferd bleiben? Entscheidend ist, wie man im Winter sein Pferd reiten möchte. Berit Salchow hat nachgefragt.
PRO: Praktisch
Katrin Böhmcke aus Goslar: Ich finde es praktisch, dass mein geschorenes Pferd beim Reiten nicht so stark schwitzt. Ich kann es nach der Arbeit zehn Minuten lang Schritt reiten und danach mit gutem Gewissen in die Box oder auf den Paddock stellen. Auch wäre intensives Training mit dickem Winterfell gar nicht möglich. CONTRA: Anstrengend
Doris Köhler: Schert man ein Pferd, nimmt man ihm die Möglichkeit der natürlichen Thermoregulation. Außerdem ist der Kahlschlag im Fell unnatürlich und bringt den Organismus des Tieres durcheinander. Es gibt viele Pferde, die nach dem Scheren in rasender Geschwindigkeit Winterfell nach produzieren. Das verbraucht viel Energie und ist damit sehr kräftezehrend für das Pferd. ...weiter im Heft
Service
Schönstes rm-Titelbild 2008 gesucht!
Zwölf Fotos werden von der Redaktions-leitung im Laufe eines Jahres als Titelbild
für das Reitsport Magazin ausgesucht. Nicht immer ist diese Auswahl ganz einfach – wir lassen uns von aktuellen Ereignissen, Stimmungen der Jahreszeiten oder auch nur von unserer Intuition leiten. Deshalb interessiert uns, liebe Leser, Ihre Meinung.
Wir möchten Sie entscheiden lassen, welches Titelbild 2008 wohl am besten
angekommen ist.
Mitmachen lohnt sich! Denn Sie können ein Wochenend-Aufenthalt beim euroclassics Pferde-Festival 2009 in Bremen für zwei Personen gewinnen. Sie werden exklusiv mit einem „Golden-VIP-Ticket“ ausgestattet. So sitzen Sie quasi „in der ersten Reihe“ und können sich zu jeder Zeit im VIP-Restaurant mit Speis und Trank stärken. Vielleicht treffen Sie dort auf Olympiasieger, Weltmeister oder auf den Lokalmatador aus Ihrer Region. Am Wochenende vom 28. Februar (Samstag) auf den 1. März (Sonntag) bekommen Sie Spitzen-Dressur- und Springsport geboten – inklusive einer Übernachtung in einem Bremer Hotel. Der Gewinn unserer Leser-Aktion wird vom Veranstalter des euroclassics Pferde-Festivals, der Escon-Marketing-GmbH, zur Verfügung gestellt.
Wählen und gewinnen! Senden Sie uns bis zum 9. Januar 2009 eine E-Mail an redaktion@paragon.de, mit dem Stichwort: rm-Titelbild 2008 und mit der Angabe Ihres bevorzugten Monats. Oder schicken Sie uns eine Postkarte an das Reitsport Magazin, Paragon Verlag, Misburger Straße 119 in 30625 Hannover – bitte wieder das Stichwort und die Monats-Angabe nicht vergessen! Der Gewinner wird ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Und nun viel Spaß bei der rm-Titelbildwahl 2008 und viel Glück beim Mitmachen wünscht die Redaktionsleitung des Reitsport Magazins!...weiter im Heft
Galaktische Gala
Auch 2008 wurde dem anspruchsvollen Publikum bei Europas schönster Pferdegala „Die Nacht der Pferde“ auf Hannovers Messe Pferd&Jagd zwei Show-Abende mit Gänsehaut-Faktor geboten.
Den Auftakt machte eine dunkle Schönheit, der leichtfüßig passagierende Friesenhengst Quintus. Er war ganz in die Schwärze der Nacht gehüllt, bis auf kleine Lichterketten, die die Silhouette des mächtigen Barockpferdes und seiner Reiterin Monika Amelsberg andeuteten. Und dann ging die Sonne auf – in Form von vier blütenweißen Schimmeldamen, die sich im Bild „Emotion!“ wie von Zauberhand von Frankreichs Show-Superstar Lorenzo durch die Arena lenken ließen. ...weiter im Heft