reitsport MAGAZIN Ausgabe Januar 2010



Titelthema

Einfach mal nachdenken
Der Turniersport hat ein Problem. Immer mehr erwachsene Amateure kehren ihm den Rücken. Allein in dem relativ kurzen Zeitraum von 1999 bis 2007 ging bundesweit die Zahl der 22- bis 39-jährigen im Bereich der Leistungsklassen IV bis VI von 59.500 auf knapp 46.900 zurück.
Ein möglicher Grund dafür ist das unzureichende Prüfungsangebot für diese Gruppe. Im Regelfall müssen die erwachsenen Amateure entweder gegen Jugendliche oder Profis und Semi-Profis starten. Beides ist für sie wenig attraktiv. Dabei gibt die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) eigentlich fast alle Möglichkeiten her, Prüfungsformate exakt auf die Wünsche und Bedürfnisse der erwachsenen Amateure zuzuschneiden.
In der Regel werden Prüfungen jedoch nach Leistungsklassen und Ranglistenpunkten der Reiter gehandicapt, das Alter bleibt allzu oft unberücksichtigt. Aber welcher über 40-jährige will in einem Stilspringen gegen Teilnehmer an den Start gehen, die altersmäßig seine Kinder sein könnten? Auch in einer Dressurreiterprüfung einen 45-jährigen gegen einen 15-jährigen antreten zu lassen, ist wenig sinnvoll. Ist der Altersunterschied zwischen den Teilnehmern zu groß, sind gerade im Amateurbereich der Chancengleichheit doch deutliche Grenzen gesetzt.
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Nachlese

Von Krise keine Spur
Von Krisenstimmung konnte man wahrlich nicht sprechen. Mit einem Besucherplus und laut Umfrage deutlich mehr Verkäufen ging die Messe Pferd & Jagd in Hannover zu Ende.
Insgesamt strömten 83.000 Besucher an den vier Tagen auf das Messegelände, das sind 2,5 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Schon morgens drängten sich die Menschen an den Eingangsschaltern. Und es wurde nicht nur geschaut: Laut Besucherumfrage der Gelszus Messe-Marktforschungs GmbH haben 81,4 Prozent der Besucher auf der Messe etwas gekauft, im letzten Jahr waren es noch 71,3 Prozent. Entsprechend zufrieden waren Aussteller und Messeleitung. Carola Schwennsen, Geschäftsführerin beim Pferd & Jagd-Veranstalter Fachausstellungen Heckmann, sagte: „Dass von Krisenstimmung hier nichts zu spüren war, zeugt von der hohen Qualität der Messe und ist in einer allgemeinen angespannten wirtschaftlichen Situation ein sensationeller Erfolg.“ ...weiter im Heft

Sport

Mit Teamgeist und Tempo
Zum 14. Mal traf sich Deutschlands Reiterjugend in Verden und zeigte unter den Blicken von Landes- und Bundestrainern klasse Leistungen in Springparcours und Dressurviereck. Eingeladen hatte der Pferdesportverband Hannover – am Start waren Reiter aus 14 Landesverbänden. Heike Kemmer als Prüfungskommentatorin und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen als „TT“ gaben der Veranstaltung echtes „Promi-Flair“.
Drei Tage lang reihten sich hochkarätige Dressur- und Springprüfungen für die bundesweit besten Ponyreiter, Junioren und Junge Reiter in der Verdener Niedersachsenhalle und der Hannoverschen Reit- und Fahrschule aneinander. Neben sportlichen Höchstleistungen wurde natürlich auch nicht vergessen, dass sich die Jugend in Verden trifft, um Spaß zu haben und neue Freundschaften zu schließen. ...weiter im Heft

Wienkamp überlegene Siegerin
Zufriedene Gesichter wohin man auch schaute. Das dritte Twister Dressurfestival der Reit- und Fahrsportgemeinschaft (RFSG) Twist/Emsland auf der Reitanlage des Ponyhofs Niers hielt, was es versprochen hatte. Auch wenn es nicht unbedingt die Zuschauermassen anlockte.
Ausgesprochen zufrieden war auch die 22-jährige Pferdewirtin Ann-Christin Wienkamp, die haushoch überlegen die schwere Dressurprüfung Prix St. Georges für sich entschied. Georg Schröers hatte schon nach dem Ritt Wienkamps auf dem Viereck orakelt, „da kommt keiner mehr ran“. Recht hatte er. Obwohl noch sechs Reiterinnen folgten, darunter auch Annika Slüter vom RFV Samern mit dem neunjährigen Wallach Don Carlos, war sich der Vorsitzende der noch jungen Reit- und Fahrsportgemeinschaft Twist/Emsland ganz sicher: „Da passiert nichts mehr, kannst dein Pferd schon für die Platzierung fertig machen“. Seine Worte an Wienkamp, die für den RSC Haftenkamp startet, hatten Bestand. ...weiter im Heft

Sieg geht nach Westfalen
Für sie wurde ein Traum wahr. Evelyn Beyer vom ZRFV Mettingen, amtierende Westfalenmeisterin der Ponyspringreiter, gewann nach einem furiosen Stechen im Sattel von La Fee Larissa WE den Großen Ponypreis von Spelle.
Dabei hatte es nach dem Zeitspringen der Klasse M am ersten Tag des „Speller Ponyexpress“ keineswegs danach ausgesehen. Die 14-jährige Schülerin einer Hauptschulklasse und La Fee Larissa WE kamen mit satten acht Strafpunkten aus dem Parcours und mussten bei 25 Startern mit Platz zehn zufrieden sein. Am zweiten Tag ging das Mettinger Paar das Unternehmen „Sieg“ hochkonzentriert an, blieb im Umlauf wie auch Armin Wegener mit Daisy vom RV Lembruch und Lars Volmer mit Diabolo vom ZRFV Legden ohne Fehler. ...weiter im Heft

Service

Traumjob Pferdewirt
Wer seine Freizeit am liebsten im Stall bei den Pferden verbringt, auf dem Viereck oder im Parcours erfolgreich ist, vielleicht sogar schon die ersten Erfahrungen im Unterrichten gemacht hat, der hat sicher schon davon geträumt, sein Hobby zum Beruf zu machen.
Rund 300.000 Menschen in Deutschland verdienen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt mit dem Pferd oder dem Pferdesport. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, das fängt beim Futtermittelhändler an, geht über den Sattler, den Hufschmied, den Inhaber eines Pensionsbetriebes, den Gestütsleiter, und hört beim Reitsportjournalisten oder dem Professor an der Universität noch lange nicht auf. Der klassische Ausbildungsberuf im Pferdesport ist jedoch der Pferdewirt. Es ist ein staatlich anerkannter Beruf mit einer üblicherweise drei Jahre dauernden Lehrzeit, einer Abschlussprüfung und Weiterbildungsmöglichkeiten. Derzeit gibt es vier Schwerpunkte: Reiten, Pferdezucht und –haltung, Rennreiten sowie Trabrennfahren. Für einen dieser Bereiche muss sich der Auszubildende entscheiden. Die meisten Pferdewirte streben einen Ausbildung in den Bereichen „Reiten“ oder „Zucht und Haltung“ an, Ausbildungsbetriebe gibt es auch in der Western- und Gangpferdeszene, die praktische Prüfung kann in der entsprechenden Reitweise erfolgen. ...weiter im Heft

Persönliches

Vom Spring- in den Dressursattel
Pferde begleiten sie von Geburt an: Maxi Kira von Platen wurde in einer pferdebegeisterten Familie geboren. In Hornbostel bei Wietze betreibt die Familie einen Turnier- und Ausbildungsstall, der seit zehn Jahren von der Schwester Julia-Katharina von Platen-Elmerhaus geleitet wird.
Auf den ersten Blick wirkt Maxi von Platen etwas schüchtern, doch sie weiß, was sie will. Sie setzt sich genaue Ziele und hat ein enormes Durchsetzungsvermögen. Mit vier Jahren bekam sie ihr erstes eigenes Pony, das Shetty Lotta. Elfjährig startete sie mit dem Pony Honey Moon erstmals auf einem Turnier – mit Begeisterung ritt sie Springen. Neben den Ponys durfte sie auch schon mal Großpferde reiten und bekam sehr bald die Stute Desirade. Bei den Bezirksmeisterschaften 2007 in Beedenbostel gelang ihr das Kunststück, mit Desirade die Bronzemedaille in der Dressur der Junioren zu gewinnen und im Springen mit ihrem Pony Honey Moon die Silbermedaille. ...weiter im Heft

Praxis

Sonne auf Knopfdruck
Ob nach dem Abduschen oder nach schweißtreibender Arbeit, das Pferdesolarium eignet sich bestens zum wärmenden Abtrocknen in entspanntem Rahmen.
Dabei stehen – selbst beim blassen Schimmel – keinerlei Bräunungsabsichten im Vordergrund sondern einige wohlige Momente im Sonnenlicht aus der Steckdose. Diese Sonne auf Knopfdruck, so meinen viele Reiter, erhalten sie, sobald sie ihr Pferd unters Solarium stellen und ihm damit Gutes tun wollen. Doch obwohl hell und warm, so erfüllen doch nicht alle Solarien die Anforderungen an eine gesunde und vitalisierende Lichtquelle. ...weiter im Heft

Den Körper richtig beherrschen
„In keiner anderen Sportart ist es möglich, so weit an die Spitze zu kommen, ohne mit seinem eigenen Körper umgehen zu können“, sagt Eckart Meyners.
Meyners ist unter anderem Bewegungslehre-Trainer für Reiter und Autor zahlreicher Fachbücher. Er ist sich sicher: „Die Pferde sind einfach zu gut und kompensieren die Unfähigkeit so mancher Reiter. In anderen Sportarten ist es völlig normal, dass man sich vor dem Training aufwärmt und Dehnungsübungen macht – Reiter steigen dagegen meistens völlig unvorbereitet auf ihr Pferd.“ ...weiter im Heft

Reportage

Schlabus sind Teil des Teams
„Komm schon Superheld“. Den Text können alle auswendig. Auf der Tribüne Sprechgesänge wie auf dem Fußballplatz, sogar bei der Dressur spielen die „Schlabus“ (= Schlachtenbummler) verrückt. Alle Reiter sind fröhlich, und das Wir-Gefühl zwischen Zuchauern und Teilnehmern ist mit Händen zu greifen – das kann doch kein normales Turnier sein? Nein, wirklich nicht, aber Deutsche Hochschulmeisterschaften 2009 am ersten Advent in Osnabrück-Wallenhorst – und gut geritten wurde trotzdem.
Christine Friedrich (Uni Göttingen) war die „Superheldin“ und meistdekorierte Reiterin des Turniers. Die Westfälin aus Siegen, die Pferdewissenschaften studiert, gewann die Kombinierte Einzelwertung, den Vize-Titel in der Dressur und mit der Note 8,6 auch den Stilpreis für das Springen. Die begehrte Mannschaftswertung auf L-Niveau ging an die Uni Münster vor Iserlohn und Osnabrück. Münster stellte auch die stilistisch beste Dressurreiterin: Anna-Sophie Röller (7,9). Die Dressurmeisterschaft der Klasse S sicherte sich Katharina Luz (Ulm) vor Christine Friedrich und Judith Nossek (Göttingen). Im S-Springen siegte die Holsteinerin Anna-Maraike Walz, die ohne eigenes Pferd seit zwei Jahren in Dresden studiert, vor Kathrin Jostarndt (Münster) und Jan Theymann (Iserlohn). Insgesamt waren 45 Reiter aus 21 Hochschulstandorten dabei. ...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




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