reitsport MAGAZIN Ausgabe Februar 2009



Titel

Kann die Vielseitigkeit überhaupt sicher sein?
Fast alles war schon eingepackt und bereit zur Abfahrt auf eine Vielseitigkeit, als Kathrin Krage vom tödlichen Unfall Tina Richters in Schenefeld hörte. „Ich packte noch ein bisschen weiter, dachte nach und fasste schließlich den Entschluss, die Prüfung nicht zu reiten und auch danach nie wieder auf eine Vielseitigkeit zu fahren.“
Mit dem Gedanken, die Vielseitigkeit an den Nagel zu hängen, hatte sich die international erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin aus Isterberg wegen ihrer beiden zwei- und vierjährigen Kinder schon länger beschäftigt, aber den letzten Ausschlag zu der Entscheidung gab der Unfall von Tina Richter. „Ich habe mit vielen Leuten gesprochen und niemand hat eine Erklärung für die schweren Unfälle in den vergangenen anderthalb Jahren. Es waren nie unerfahrene Reiter. Tina Richter war zum Beispiel eine vorsichtige Reiterin und der Sprung war nicht schwer. Trotzdem kam es zu dem Sturz. Es gibt immer mehr sehr gute Reiter, am reiterlichen Vermögen kann es daher auch nicht liegen.“ ...weiter im Heft

Sport

Saisonauftakt nach Maß
Egal ob Championatsschärpe, Goldener Hufnagel oder die Siegerschleifen in Grand Prix, Kür und Großem Preis: Verden war 2009 fest in männlicher Reiterhand. Trotz der Konkurrenz-Turniere in Münster und Neustadt-Dosse gab es in Verden gut besetzte Starter-Felder und damit besten Sport.
Ein Lob von Franke Sloothaak macht stolz. Mathis Schwentker, diesjähriger Sieger des Bundesnachwuchschampionats der Ponyspringreiter, der als Hahn im Korb gerade drei junge Damen im Finale der besten Vier, einem Stilspringen Kl. M mit Pferdetausch, auf die Plätze verwiesen hatte, konnte nach der feierlichen Siegerehrung seiner Freude freien Lauf lassen. Ballte die Faust, schwenkte die Kappe und gab noch mal so richtig Gas vor seinen vielen Fans.
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Incolors dritter Streich
Klein, aber fein! Das 9. eintägige Dressur- und Springturnier für gekörte Warmblut- und Ponyhengste – nach Angaben des Veranstalters RFV Sögel das einzige seiner Art in Deutschland – erreichte mit 76 Hengsten die bisher höchste Beteiligung und bot in der Spitze sehr guten Sport.
Gebremst wurde der Zuschauerrückgang in den letzten beiden Jahren, mit rund 1.000 Besuchern kam man – nach nur knapp 700 Zuschauern in 2008 – jetzt fast an die Bestmarke des ersten Turniers mit 1.200 Interessierten heran. Das animierte Sögels Vorsitzenden Josef Bramlage zur Aussage: „2010 wird es die 10. Auflage geben, allerdings ohne Ponyhengste.“ ...weiter im Heft

Drei Starts – drei Siege
Svenja Peper war beim Turnier des Dressurreiterclubs Niedersachsen auf heimischem Boden in der Harsefelder Reitanlage Weißenfelde die erfolgreichste Reiterin.
Und das trotz starker Konkurrenz im Nacken. Schließlich musste sie gegen Olympiasiegerin Heike Kemmer und andere norddeutsche Dressur-Koryphäen antreten. Svenjas Erfolg war kein Selbstläufer. „Wenn die Pferde und ich hier auch das Umfeld kennen, ist alles nicht so einfach wie es aussieht,“ sagte die 18-Jährige zwischen den Wettkämpfen. „Jetzt herrscht hier Turnieratmosphäre, da ist halt alles ganz anders.“ Dennoch räumte die Schülerin kräftig ab und siegte drei Mal mit Bravour. ...weiter im Heft

„Zweifel waren nie da!“
Mit Otto Becker als Cheftrainer und Heinrich Hermann Engemann als Disziplintrainer ist die Deutsche Reiterliche Vereinigung seit dem Jahreswechsel offiziell angetreten, die von vielen als Schmach empfundene Medaillenlosigkeit der deutschen Springreiter bei den Olympischen Spielen in Hongkong vergessen zu machen.
Gleich zu Jahresbeginn hatte Engemann starken bundesdeutschen Reiternachwuchs nach Warendorf geladen, um sie auf größere Aufgaben vorzubereiten. „Ich bin froh, dass die Arbeit endlich losgeht. Ich fühle mich nach den in den letzten Monaten geleisteten Vorarbeiten sehr gut, und freue mich auf meine neue Aufgabe,“ erklärt der Disziplintrainer. Zweifel das schwere Amt - und den deutschen Springsport wieder zu großen Erfolgen zu führen – nicht anzunehmen, sind Engemann nie gekommen. ...weiter im Heft

Reportage

Helfer auf vier Hufen
Über diese Jungs-Quote im Reitunterricht würde sich so mancher Verein freuen – 100 Prozent. Von den selbstständig reitenden Jugendlichen in der Heimstatt Röderhof, derzeit Drei, sind alle männlich.
Beim heilpädagogischen Voltigieren turnen aber auch die Mädels mit Begeisterung auf dem Pferderücken. In der Einrichtung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung in Egenstedt bei Hildesheim, nimmt fast die Hälfte der 200 Heimbewohner an der Reittherapie teil. ...weiter im Heft

Traumberuf oder Alptraum?
„Eigentlich war es schon immer mein Traum, hauptberuflich als Ausbilderin zu arbeiten. Aber ich habe mich lange Zeit nicht getraut und mein Leben in zwei Hälften aufgeteilt. Vormittags hatte ich einen „vernünftigen“ Beruf als Lehrerin und nachmittags war ich im Stall“, erzählt Natalie Heinrich aus Hamburg, die schon seit über zehn Jahren im Reitsport unterrichtet.
Es war ein mutiger Sprung in die Selbstständigkeit, den Natalie Heinrich im Februar 2008 dann doch wagte. „Viele haben mich für verrückt erklärt. Ich war als Hauptschullehrerin auf Lebenszeit verbeamtet und kündigte den Job. Aber mir erschien das richtig, weil ich nie voll hinter meiner Arbeit als Lehrerin stand.“ Das Geld war teilweise knapp und Natalie Heinrich zweifelte an ihrer Entscheidung, doch mit der Zeit kamen immer mehr Reitschüler und Berittpferde dazu. ...weiter im Heft

Persönliches

Farianos zweiter Frühling
Den Parkplatz der Reitanlage in Abbendorf bei Scheeßel belegen nicht nur Fahrzeuge aus ganz Deutschland, sondern auch diverse gelbe Nummernschilder sind vertreten. Internationales Flair bestimmt die Atmosphäre des Ausbildungsstalls von Annika und Jonny Hilberath.
Das Stallgebäude mit 36 geräumigen Außenboxen geht direkt in die helle Reithalle über. „Bei Glatteis müssen wir mit den Pferden theoretisch nicht vor die Tür – sehr praktisch,“ freut sich Jonny Hilberath (53). Ein Außenviereck, eine überdachte Freilaufmaschine und eine Reihe von solide eingezäunten Paddocks sind mit von der Partie. Perfekte Trainingsbedingungen. ...weiter im Heft

Reittalent im Doppelpack
Wenn die Brüder Glenn Vincent und Steven Gerner zum Reiten gehen, haben sie es nicht weit: Gegenüber ihres Wohnhauses in Avendorf haben ihre Eltern Anja und Uwe Gerner einen Zucht-, Aufzucht- und Turnierstall mit Reithalle gebaut.
Hier stehen Zuchtstuten sowie Nachwuchspferde aller Jahrgänge (überwiegend Springpferde) sowie die Turnierpferde der beiden jungen Reiter. Die Brüder haben sich in der letzten Zeit reiterlich stark verbessert. Der 15-jährige Glenn Vincent fing im Alter von sechs Jahren auf dem Pony Biene mit dem Reiten an. Zuerst stand mehr der Spaß im Vordergrund. Mit elf Jahren kam dann der Umstieg aufs Großpferd. ...weiter im Heft

Blonde Alpenschönheiten
Im übermütigen Spiel galoppieren sie über die Koppel, der Wind spielt in den seidigen Mähnen, das Fell leuchtet in der Sonne: Mit ihrem bestechenden Charme, ihrem einzigartigen Charakter und ihrer unglaublichen Leistungsbereitschaft zählen die Haflinger – die hübschen Blonden aus Tirol – zu den beliebtesten Pferderassen in Deutschland.
Uwe und Manuela Strunk vom Haflingerzuchthof Heidjers-Peerstall in Toppenstedt in der nördlichen Lüneburger Heide züchten bereits seit 1988 Haflinger auf Basis der Tiroler Blutlinien in absoluter Reinzucht. „Unsere Pferde entsprechen sowohl den deutschen Zuchtbestimmungen für Haflinger als auch denen der Welt-Haflinger-Organisation,“ berichten das Züchterehepaar. Sie streben den modernen Haflinger in einer Größe zwischen 145 und 150 cm an. „Wenngleich sich diese Pferde heute auch für den sportlich ambitionierten Reiter anbieten, so züchten wir ihn doch in erster Linie als universelles Freizeitpferd zum Fahren und Reiten.“ ...weiter im Heft

Praxis

Alles außer Langeweile
Es sind Natur- und Kultur-Erlebnisse, die ursprünglicher und hautnaher nicht sein können. Mit einem Reiturlaub erschließt sich für Reisehungrige immer ein Stück Abenteuer.
Es ist schon eine gewisse Offenheit dafür notwendig, sich auf Unbekanntes einzulassen, denn mit dem Pferd unterwegs zu sein, ist alles andere als Pauschaltourismus `all-inclusive`. Auf geruhsame Erholung und auf das Sonnenbad am Strand muss ein Aktivurlauber nicht verzichten. Vielfältig lässt sich der Reiturlaub nach den eigenen Wünschen gestalten. ...weiter im Heft

Gut im Futter
„Wohlfühlflecken“ oder auch Haferflecken, Hafertaler oder Futterflecken werden die lustigen Flecken genannt, die manches Pferdefell zieren. Woher die Fellzeichnung kommt und was sie bedeutet – Berit Salchow hat nachgefragt.
Wohlfühlflecken tauchen am häufigsten am Bauch, danach am Hals und an der Kruppe auf. Sie können bei allen Fellfarben vorkommen, allerdings in unterschiedlicher Häufung und Ausprägung. ...weiter im Heft

Hengste-Spezial

Alle wollen verdienen!
Kann der deutsche Hengstmarkt die Krise  auf dem Weltmarkt überstehen? Setzt sich die Qualität der deutschen Pferdezucht durch? Wer kauft die Besten und wer hat das Nachsehen  bei den Hengstzüchtern? Und überhaupt: Wie sieht die Zukunft der Hengstzucht aus? Das Reitsport Magazin holte Stimmungen und Meinungen ein. ...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




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