reitsport MAGAZIN Ausgabe Februar 2010



Titelthema

Ideal für erwachsene Amateure
Die Zahl der erwachsenen Amateure im Turniersport nimmt kontinuierlich ab. Mit der FN-Hunterklasse und der Gewöhnungsprüfung können Turnierveranstalter Wettbewerbe anbieten, die auf diese Gruppe zugeschnitten sind.
Schon 2004 gab es die FN-Hunterklasse als Pilotprojekt, seit 2008 ist sie in der  Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) verankert. Bei dieser Springprüfung, die sich vorwiegend an erwachsene Springreiter im unteren bis mittleren Leistungsbereich (Leistungsklasse IV bis VI) richtet, und damit auch für Spät- oder Wiedereinsteiger geeignet ist, werden Sitz und Einwirkung des Reiters sowie das Gerittensein und das Springen des Pferdes bewertet. Man könnte auch von einer Kombination aus Stilspringen und Springpferdeprüfung sprechen. Der Gesamteindruck des Paares und das Herausgebrachtsein des Pferdes fließen ebenfalls in die Bewertung ein.
Der Parcours weist eine freundliche Linienführung auf, die Hindernisse sind einladend gebaut und verfügen stets über eine Grundlinie, so dass die Pferde zum Springen motiviert werden. Gerne werden auch Naturstangen in den Parcours integriert. Eine „erlaubte Zeit“ ist nicht vorgesehen, wenngleich ein rhythmischer Galopp und ein gutes Grundtempo positiv gesehen werden.
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Sport

Czwalina und Burfeind schmücken Verdener Ehrentafel
Mit einem Amazonensieg endete der Große Preis von Verden: Inga Czwalina von der Insel Fehmarn verwies mit Lady Levisto in der Springprüfung der Klasse S*** mit Siegerrunde die Konkurrenz auf die Plätze.
Erst zwei Mal ging der Große Preis in der Niedersachsen-Halle an eine Reiterin: 2004 und 2006 konnte sich Mylene Diederichsmeier mit Konni in die Verdener Ehrentafel eintragen. In diesem Jahr allerdings hatte die 32-jährige, die im westfälischen Steinhagen zu Hause ist, bereits im Umlauf mit Royale’s son zwei Abwürfe. ...weiter im Heft

Guido Klatte bester Europäer
Guido Klatte, 14 Jahre, Schüler der achten Klasse der Realschule Lastrup und Mitglied des FN-Junioren-Perspektivkaders, hat seine erste „Weltmeisterschaft“ geritten, war gleich in Medaillennähe platziert und dazu noch bester Europäer.
Das war ein tolles Erlebnis und Ergebnis für mich“, so der Nachwuchsreiter, der mit überschwänglichen Kommentaren zurückhaltend ist. Der Klein Roschardener beendete die Childrens Weltmeisterschaften in der Alterklasse zwölf bis 14 Jahre als Fünfter. Platz sechs belegte die zweite deutsche Reiterin, Nele Grafmüller aus dem westfälischen Rheine. Dominierend bei der WM in Abu Dhabi waren allerdings Reiter aus Syrien: Mohamed Jabri gewann Gold, Hadi Nizam Bronze. Die Vereinigten Arabischen Emirate als Gastgeberland konnten sich über eine Silbermedaille für Ayesha Al-Shamsi freuen. ...weiter im Heft

Eis und Schnee getrotzt
Den Sieg im Großen Preis von Dörpen holte sich Holger Prekel vom RFV Haselünne.
Am Rande des Parcours ein Herz und eine Seele, im Parcour vergaß Holger Prekel alle verwandtschaftlichen Beziehungen und schnappte seinem älteren Bruder Ralf den Sieg im Großen Preis des achten Jumping Day des RFV Dörpen vor der Nase weg. Im Sattel des zwölfjährigen Oldenburger Wallachs Camparo von Cassini I gewann der Jüngere der Prekel-Brüder nach fehlerfreier Siegerrunde das Dörpener Hauptereignis, ein S*-Springen. ...weiter im Heft

Mario Stevens – auch in Timmel vorn
Wenn Timmel ruft, dann kommen nicht nur die regionalen Cracks des Springsports in die ostfriesische Gemeinde Großefehn. Das zweite Adventsspringturnier des Vereins zur Förderung des Reit- und Fahrsports (RUFS) im Reitsport-Touristik-Centrum (RTC) Timmel lockte auch internationale Springsportprofis in die Anlage.
Die 82 Meter lange Haupthalle bietet 1.000 Sitzplätze, sie blieben jedoch spärlich besetzt, sieht man von den rund 600 Zuschauern beim Großen Preis von Timmel ab. An dem mangelnden Zuschauerzuspruch konnte auch der Weihnachtsmann nichts ändern, der vor allem bei den Kids für einen kurzfristigen „Menschenauflauf“ in der Reitbahn sorgte. Der Sport spielte da eine kurze Zeit keine Rolle, obwohl das, was sich in Timmel im Parcours abspielte, „allererste Sahne“ war, wie Volker Borggräfe, Leiter der Meldestelle, betonte. ...weiter im Heft

Service

Hort der Hippo-Schätze
Die Hippologische Bibliothek des Deutschen Pferdemuseums in Verden ist eine wahre Schatzkammer. In ihr wird irgendwann jeder fündig, der nach Ross und Reiter sucht.
Die meterhohen Regale reichen bis unter die schmucken Stuckdecken. Dicht an dicht reihen sich die Rücken von Fachbüchern, Bildbänden, Nachschlagewerken, Zeitschriften und Katalogen. Die ältesten Kostbarkeiten werden vorsichtshalber hinter Glas gehalten. Sie sind wertvolle Exemplare der pferdefachkundlichen Literatur. Ihnen könnte schon ein kleiner Windhauch schaden.
Der Ruf des Pferdemuseums reicht weit. Vor einiger Zeit kam eine E-Mail aus Kalifornien. Der Absender befand sich in einer Phase der Familienforschung, in der er hoffen durfte, das Archiv im fernen Niedersachsen könne ihm auf die Sprünge helfen.
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Persönliches

Mit Talent und Fleiß zum Erfolg
Landeskadermitglied Tobias Bremermann aus Oyten wuchs mit Pferden auf. Unterstützt durch seine Familie gelang es ihm, sich in nur zwei Jahren von der Klasse E bis zur Klasse M hochzukämpfen.
Mit seinen erst 13 Jahren kann Tobias Bremermann aus Oyten bei Bremen bereits auf eine Reihe beachtlicher Erfolge zurückblicken. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem 14-jährigen Sharan Bremer Landesmeister bei den Ponyreitern. Diese Leistung bescherte dem Mitglied des RC Bremen-Hanse die Aufnahme in den Ponykader. Doch damit nicht genug: Auch auf Großpferden ist Tobias erfolgreich im Parcours unterwegs, nahm bei den Landesmeisterschaften der Junioren mit Curtis die Bronzemedaille entgegen und wurde in den Perspektivkader der Junioren berufen. Das nächste Großereignis steht bereits vor der Tür: Mit Quintino, dem Pferd seiner Mutter, hat Tobias sich für das Sparkassen-Cup-Finale bei den euroclassics in Bremen qualifiziert. ...weiter im Heft

Mit Charme und vielen neuen Ideen
Seit zwei Jahren ist er im Amt. Zwei Jahre, die nicht immer ganz einfach waren. Zielstrebig hat er seine neuen Ideen verfolgt und durchgesetzt. Mit jugendlichem Charme, Begeisterung und Durchsetzungsvermögen leitet Dr. Axel Brockmann das traditionsreiche Niedersächsische Landgestüt, das in diesem Jahr sein 275-jähriges Bestehen feiert.
Nach dem Studium der Agrarwissenschaften wurde Dr. Axel Brockmann am 1. Oktober 1997 als Gestütsassistent beim Niedersächsischen Landgestüt in Celle eingestellt. Zehn Jahre stand er Landstallmeister Dr. Burchard Bade zur Seite und lernte die vielseitigen Aufgaben und die Probleme eines so großen, vielseitigen Unternehmens genau kennen. Nach der Pensionierung von Dr. Bade trat Dr. Axel Brockmann dann im Januar 2008 die Nachfolge als Landstallmeister an. ...weiter im Heft

Praxis

Nichts leichter als das
Den Pferderücken soll er entlasten, der leichte Sitz, bei dem der Reiter seine aufrechte Haltung aufgibt und sich aus der Hüfte hinaus mehr oder minder nach vorn neigt.
Zum Einsatz kommt diese auch als Entlastungs- oder Remontensitz bezeichnete Sitzvariante beispielsweise beim Springen, Ausreiten oder bei der Arbeit mit jungen Pferden.
Das Fundament des leichten Sitzes bilden die fest an den Sattelpauschen anliegenden Knie, die ihre Lage unverändert haltenden Unterschenkel sowie die elastisch nach unten durchfedernden Absätze. Das Dreieck aus Oberschenkel, Knie und Absatz nimmt beim leichten Sitz vermehrt das Reitergewicht auf und entlastet so den Pferderücken. Das Vorneigen des Oberkörpers geschieht
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Mit 3-in-1 weniger Druck im Maul
In vielen Situationen ist die Nutzung eines Gebissstückes unumgänglich – doch muss neben dem normalen Zügel auch der Ausbinder direkt aufs empfindliche Pferdemaul wirken? Mit dieser Frage beschäftigten sich Thomas und Kerstin Rother, Ausbilder aus dem niedersächsischen Bomlitz, und entwickelten unter dem Motto „Schonend fürs Pferd, einfach in der Anwendung“ den Tokero 3-in-1 Zügel und das dazugehörige Reithalfter.
Wenn das Pferd normal ausgebunden wird, lastet ein enormer Druck auf Unterkiefer und Laden“, erklärt Pferdewirt Thomas Rother. Bis zu 100 Kilogramm können das schlimmstenfalls sein. „Gerade bei jungen Pferden in der Ausbildung ist es wichtig, darauf zu achten, dass das empfindliche Maul geschont wird. Schließlich soll es auch später auf feinste Hilfen reagieren.“ Wird der Ausbinder durch den Trensenring geführt, wirke das sofort bremsend. „Zehn bis 15 Kilogramm wirken schon allein durch das Material aufs Maul.“ ...weiter im Heft

"Mama, ich will reiten lernen!"
Den Wunsch ihrer siebenjährigen Tochter kann Sandy Butzmann nur allzu gut verstehen. Als Kind verbrachte sie die den größten Teil ihrer Freizeit bei den Shettys auf Nachbars Wiese.
Richtig Reiten habe ich leider nie gelernt, dafür reichte das Geld damals nicht, aber meiner Tochter Kira möchte ich diesen Wunsch nun gerne erfüllen“, erzählt die Cuxhavenerin. Trotz motivierter Eltern ist der Start ins Reiterleben für Kinder gar nicht so einfach. Eine geeignete Reitschule muss her, doch welche Kriterien bestimmen die Wahl?
„Also, zuerst einmal sollte der Reitbetrieb von der FN gekennzeichnet sein“, beginnt Maria Schierhölter-Otte eine Anleitung für Eltern pferdeverrückter Kinder. Als Leiterin der FN-Abteilung Jugend werden ihr solche Fragen häufig gestellt. „Wie so oft zählt der erste Eindruck. Ist die Anlage gepflegt? Ein Blick in die Sattelkammer verrät viel über den Betrieb.
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Spezial

Willkommen in der Pferdezucht
Elf Monate warten, bangen und hoffen. Arbeit, Schweiß und finanzielle Belastungen. Aber auch Leidenschaft, unsägliche Freunde und Begeisterung: Wenn man sich entschließt, in die Zucht einzusteigen, sollte dies wohl überlegt sein. Denn nicht zuletzt gilt das bewährte Sprichwort: Mit diesem Hobby kann man aus einem großen Vermögen ein kleines machen.
Zu allererst: Die Stute, die in der Zucht eingesetzt wird, muss unbedingt über eine gehobene Qualität verfügen. Hat „Fantasia“ in den vergangenen zehn Jahren im Sport auf L-Niveau trotz erheblicher Exterieurmängel gute Dienste geleistet, soll aber nun, weil die eigene berufliche Karriere Vorrang hat, „mal gedeckt werden“, sind das nicht die besten Voraussetzungen.
Wird die Stute zum ersten Mal gedeckt, sollte sie bestenfalls nicht älter als sechs Jahre und gesund sein. Ein gutes Ergebnis bei der Stuteneintragung und der Zuchtstutenprüfung sind außerdem wünschenswerte Attribute.
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Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




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