reitsport MAGAZIN Ausgabe April 2010



Titelthema

Hinter dem Horizont gehts weiter
Endlich Frühling – raus aus der Halle. Wenn nicht jetzt, wann dann? Das reitsport MAGAZIN hat die „Wichtigen W’s“ für einen Wanderritt untersucht.
Die schönste Form, sich Zeit zu lassen“, sagen Wanderer zu Pferd gern von ihrer Freizeitgestaltung. Wanderreiten – sachlich definiert heißt das mehrere Tage im Gelände unterwegs sein mit wechselnden Unterkünften. Gefühlsmäßig definiert: tief in Landschaften eintauchen, den lärmenden Alltag vergessen, reiterliche Herausforderungen bewältigen und sich der Harmonie mit dem Pferd überlassen. Training, Unterkünfte für Pferd und Reiter, Routenplanung, Versorgung, Gepäcktransport, Fahrzeug-Transfer, im Ernstfall auch Hufschmied oder Tierarzt. Da gibt es einiges zu bedenken, und das ist schon der halbe Spaß vor einem sportlichen, aber nicht überfordernden Unternehmen, bei dem man Zeit hat, sein Pferd besser kennenzulernen, seine Mitreiter und die Region, in der man sich bewegt. Man kann so etwas bei bewährten Veranstaltern mit Leihpferden buchen, aber Wandern mit dem eigenen vierbeinigen Gefährten hat seine ganz besonderen Reize und das Ziel muss nicht unbedingt ein Schloss an der Loire sein. Auch Neustadt am Rübenberge kann sich lohnen. Schließlich ist das Steinhuder Meer nicht weit und ein Schloss gibt es da auch. ...weiter im Heft

Sport

Niedersachsen triumphierten
Deutsche Hallenmeisterschaften der Teams und der Einzelreiter, der Große Preis, das HGW-Bundesnachwuchschampionat und der Championatsklassiker in der Dressur – bei der neunten Auflage der Löwen Classics in Braunschweig folgte ein Highlight dem anderen. Rund 30.000 Zuschauer in der Halle, viele Fernsehzuschauer und via clipmyhorse.de Pferdesportfans aus mehr als 40 Nationen erlebten Spitzensport vom Feinsten.
Das sorgte nicht nur bei Turnierleiter Axel Milkau und Sportdirektor Hans Günter Winkler für zufriedene Gesichter. Frenetisch wurden die niedersächsischen Pferdesportler gefeiert, standen sie doch in vielen Prüfungen ganz vorn.
Für eine faustdicke Überraschung sorgte das Team Hannover I, das mit nur vier Strafpunkten für einen Abwurf das Hallenchampionat der Landesverbände gewann. Linn Zakariasson, Wahl-Niedersächsin mit schwedischen Wurzeln auf Chin Airforce, Thomas Brandt aus Winsen mit Rosanto und Hilmar Meyer (Morsum) mit Shorena lieferten sich mit den Kollegen aus Weser-Ems ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen.
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Belgien und Schweiz ließen aufhorchen
Europa ließ grüßen! Reiter aus Belgien und der Schweiz trumpften in der Bremen Arena mächtig auf. Die Siegerin im Grand Prix Special und den Sieger in der euroclassics- Einzelwertung hatten selbst die Experten vorher so nicht auf der Rechnung. Das störte die Belgierin Vicky Smits-Vanderhasselt ebenso wenig wie den Schweizer Theo Muff.
Die Schweiz hat 13 Jahre lang auf den dritten euroclassics-Einzelsieger nach Beat Mändli 1996 mit City banking und Willi Melliger 1997 mit Calvaro warten müssen, bis sie wieder dran war. „Eigentlich wollte ich gar nicht nach Bremen kommen“, gab Muff nach seinem Sieg freimütig zu.
Die Reise aus der Schweiz in den hohen Norden hat er natürlich nicht bereut. „Meine Freunde haben mir dazu geraten und das war gut“, sagte der Eidgenosse, der vor fünf Jahren schon mal in der Hansestadt im Sattel saß, damals mit mäßigem Erfolg.
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An Kirsten Hans kam keiner vorbei
Mit einem Doppelsieg stellte Lokalmatadorin Kirsten Hans ihre Dominanz beim dreitägigen Hallenspringturnier des RFV Emlichheim besonders heraus. Den Siegerpokal im Großen Preis durfte der Haselünner Holger Prekel mit nach Hause nehmen.
Auch in diesem Jahr hatte es wieder zahlreiche namhafte Sportler in die Niedergrafschaft gezogen. Der gut besuchte Event bot spannenden Springsport, bei dem sich Reiterinnen und Reiter in sehr guter Frühform zeigten. Insbesondere Kirsten Hans wusste bei ihren Heimstarts zu überzeugen. In der Stilspringprüfung Klasse A glänzte die Amazone mit einem ausgesprochen harmonischen Ritt in schöner Springmanier. ...weiter im Heft

Persönliches

Doppelt hält besser
Unterschiedlicher geht`s eigentlich nicht. Der eine quirlig, blond und im Springsattel unterwegs, der andere ruhig und dunkelhaarig, sorgt lieber im Dressurviereck für Furore. Für die Brüder Mathis (17) und Sören (19) Schwentker aus Kirchdorf stellen sich 2010 die Weichen nicht nur sportlich neu.
Für eine Reiter-Mutter hat Susann Schwentker die Geburt ihres ersten Sprösslings denkbar schlecht terminiert. Sören erblickte am 29. Dezember das Licht der Welt und musste jetzt entsprechend frühzeitig vom Junioren- ins Junge-Reiter-Lager wechseln. Dass die Konkurrenz hier gut beritten ist, stellte der Abiturient kürzlich beim Bundesauswahllehrgang zum Preis der Besten in Hoya fest. Mit der zwölfjährigen Don Primero-Tochter Dorella möchte der Vorjahres-Sieger im „Dressur-Cup des Architekten Werner Haller“ aber versuchen, auch in der neuen Altergruppe erfolgreich zu sein. „Ein Start bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Aachen wäre natürlich richtig klasse“, blickt Sören hoffnungsvoll in die kommende Saison. ...weiter im Heft

Den Nachwuchs im Visier
„Frischgebackene“ Bezirksjugend- und Sportwartin des Bezirksverbandes Braunschweig ist Jannien Sandbrink-Klaproth. „Ein bisschen ist es wie ein Wurf ins kalte Wasser“, sagt sie, hat aber schon jede Menge Ideen für die Nachwuchssportler parat.
Ein erster Ansatz sind vier Dressurlehrgänge, die sie selbst durchführt. „ So kann ich mir ein Bild über der Leistungsstand der Junioren und Jungen Reiter machen und sie auch besser kennen lernen“. Die Wochenend-Lehrgänge werden sehr gut angenommen. Jeweils drei Jugendliche werden pro Stunde unterrichtet. Die Teilnehmer werden während des Unterrichts gefilmt und direkt im Anschluss werden Stärken und Schwächen analysiert. „Das macht es den Jugendlichen anschaulicher“, sagt Jannien Sandbrink-Klaproth. „Wir haben in unserem Bezirk wirklich talentierte Jugendliche, die die Unterstützung des Bezirksverbandes verdienen.“ ...weiter im Heft

Praxis

Optimale Haltung ist das A & O
Ohne Huf kein Pferd – so lautet ein altes Sprichwort. Tatsächlich ist nichts wichtiger als ein kräftiger gesunder Huf, der das Pferd durchs Leben trägt. Umso entscheidender ist es, mögliche Krankheiten sofort zu erkennen und dem Huf eine angemessene Pflege zukommen zu lassen.
Der Huf ist die Lebensversicherung der Pferde: Er trägt nicht nur mehrere 100 Kilogramm, gleichzeitig dämpft er beim Laufen die Stöße und trägt die Beschleunigungskräfte, die sich vor allem im Galopp entwickeln. Im Vergleich zum menschlichen Skelett stellt er den Mittelfinger dar. Fesselbein, Kronbein und Hufbein entsprechen dabei den ersten bis dritten Fingerknochen. Der Hornschuh ist der feste Überzug und besteht aus Wand, Sohle und Strahl. Wichtige Voraussetzung für einen gesunden Huf sind optimale Haltungsbedingungen. ...weiter im Heft

Selbstschutz
So mancher Reiter scheint fast übervorsichtig, wenn es um die Beine seines Pferdes geht. In der Box trägt es Stallbandagen und beim Reiten Gamaschen und Hufglocken. Doch nicht jeder Schutz ist tatsächlich sinnvoll.
Ganz klar: Pferde, die dazu neigen, sich zu touchieren, und es immer wieder schaffen, sich ein Eisen abzutreten, müssen vor sich selbst geschützt werden, um schlimmere Verletzungen zu verhindern. Grundsätzlich sollte jedoch jedes fortgeschritten ausgebildete Pferd, das in Balance läuft und normal veranlagt ist, auch ohne Beinschutz geritten werden können. Dieser Auffassung ist Dr. Michael Paar von der Pferdeklinik in Sottrum. ...weiter im Heft

Telefonterror?
Noch vor zehn Jahren galt es als verpönt, mit dem Handy am Ohr auf dem Pferd zu sitzen, heutzutage gehört der Anblick telefonierender Reiter zum Alltag.
Als ich 1998 mein erstes Handy gekauft habe, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, auf dem Pferd zu telefonieren“, erzählt Friederike Jung aus Walsrode. „Es wäre mir unglaublich peinlich gewesen, wenn beim Reiten das Telefon geklingelt hätte. Aber heutzutage macht das doch jeder.“ Die heute 34-jährige sieht nichts Verwerfliches daran, beim Schritt-reiten Telefonate entgegen zu nehmen oder auch mal kurz jemanden anzurufen. ...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




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