reitsport MAGAZIN Ausgabe Juni 2009



Titelthema

Von nichts kommt nichts
Das Auge entscheidet mit – und zwar gewaltig. Wer Pferde verkaufen möchte, sollte das immer im Kopf haben und sein Pferd entsprechend zurecht machen. Denn eine gute Präsentation hat großen Einfluss auf die Kaufentscheidung. Bevor es so weit ist, kann jeder Züchter und Pferdeverkäufer eine Menge tun, um überhaupt Kunden auf den Hof zu bekommen.

Wen würden Sie zum gleichen Preis lieber kaufen: Den blitzblank polierten, innen aufbereiteten Mercedes oder das gleiche Modell verstaubt, mit dreckigen Felgen und einem Innenleben, das die Essgewohnheiten des Fahrers offenbart? Keine große Frage, Nummer eins. Und beim Pferd? Das unfrisierte, kaum geputzte Pferd mit altem Sattelzeug, dreckigen Hufen und ohne weiße Bandagen? Oder das ansprechende, sich im Lack präsentierende Pferd? Es bedarf keiner großen Psychologie- oder Marketingkenntnisse, um diese Frage zu beantworten.

„Dennoch ist es oft erschreckend, in welchem Zustand Verkaufspferde dem Kunden vor allem in Züchterställen gezeigt werden. Da werden wertvolle Positivpunkte verschenkt“, berichtet Diethelm Löckenhoff, Inhaber eines Pensions- und Verkaufspferdestalls in Mettmann.
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Sport

Internationalität, Flair, Pferdesport
„Die Idee des Völker verbindenden Reitsports und die gemeinsame Begeisterung für Pferde sind der Grundstein für fünf Tage Internationalität und Freundschaft in Hagen“.
Dieses Motto für „Horses & Dreams 2009 meets Italy“ setzten die Veranstalter Ullrich Kasselmannn und Paul Schockemöhle in die Tat um und boten bei herrlichem Wetter in Hagen am Teutoburger Wald auf dem Hof Kasselmann begeisternde volle fünf Tage lang eine breite Palette sportlicher, kulinarischer, unterhaltender und musikalischer Genüsse. Mehr als 60.000 Besucher kamen, um das italienische Flair rund um Pferdesport, Unterhaltung und Ambiente hautnah zu erleben. Top-Reiterinnen und -Reiter aus 31 Nationen wetteiferten um Siege und Platzierungen. ...weiter im Heft

Kampfgeist in familiärer Atmosphäre
Laufen, Schwimmen, Dressur und Springreiten – der Vierkampf verlangt körperliche Fitness, eine vielseitige, solide reiterliche Ausbildung, Selbstdisziplin, Teamgeist und konsequentes Training im Vorfeld. Dorothea Paar (KRV Rotenburg), Christian Böhmke, das Team vom KRV Lüneburg und die „Unterelbischen“ sind die neuen hannoverschen Landesmeister.
Ausrichter der Landesmeisterschaften war in diesem Jahr der Kreisreiterverband Soltau- Fallingbostel mit Helga Tiedemann und ihrem Team. Die familiäre Atmosphäre, eine hervorragende Organisation und das herrliche Wetter unterstützten den Kampfgeist der Wettkämpfer, aufmerksam beobachtet von viel Prominenz vor Ort. ...weiter im Heft

Mit Schwung in die Grüne Saison
Das Hallentraining hat endlich ein Ende. Zum Auftakt der Grünen Saison bot die Anlage des Pferdesportverbandes Weser-Ems, die Landeslehrstätte Vechta, sowohl den "Buschreitern“ als auch den Parcoursspezialisten beste Bedingungen.
Zu den ersten Geländepferdeprüfungen der Klasse A und L waren zahlreiche namhafte Reiterinnen und Reiter nicht nur aus Niedersachsen angereist. Sie alle nahmen die Gelegenheit wahr, vor allem Nachwuchspferde erstmals öffentlich zu präsentieren. Aufgebaut war ein abwechslungsreicher, nicht ganz einfacher Geländeparcours über 1.550 Meter mit 15 Sprüngen in der Klasse A bzw. über 1.900 Meter mit 18 Sprüngen in der Klasse L. Zahlreiche gute Platzierungen erreichte Roger Böckmann (Lastrup), der mit mehreren Pferden am Start war. ...weiter im Heft

"Action pur" in Ganderkesee und Bergedorf
Zwei bedeutende Finalveranstaltungen standen auf dem Programm des Oster- Vielseitigkeitsturniers in Ganderkesee: das Weser-Ems-Finale um die „Goldene Schärpe“ und das Finale der Ponyspiele. Der lokale Vielseitigkeitssport und die Meisterschaften der Kreisverbandes Delmenhorst ergänzten das Programm, so war Rasanz und „action pur“ geboten.
Dies ganz besonders bei den Pony-Reiterspielen, an denen sich insgesamt 30 Mannschaften aus ganz Weser-Ems beteiligten, die nicht nur zirkusreife Akrobatik zeigten, sondern das Turniergelände zeitweise in einen Hexenkessel verwandelten. Mit „strengen“ Ausschreibungsvorgaben und unter aufmerksamer Beobachtung durch Richter und Helfer sowie lautstarker Unterstützung der Fans wetteiferten die Mannschaften in sechs verschiedenen Geschicklichkeitsspielen und bei zwei „Vorläufen“ nicht nur um den Einzug ins Finale, sondern darüber hinaus um die begehrten „Fahrkarten“ zu den Bundesponyspielen (die ebenso wie die „Goldene Schärpe“ vom 29. bis 31. Mai in Saerbeck/Westfalen ausgetragen werden). ...weiter im Heft

Reportage

Spaß für Reiter, Pferd und Hund
Die meisten Reiter sind gleichzeitig auch Hundebesitzer. In den Reitställen und auf den Reitplätzen tummeln sich Hunde unterschiedlichster Rassen und viele Reiter möchten gemeinsam mit Pferd und Hund die Natur erleben.
Für einen entspannten gemeinsamen Ausritt ist jedoch einiges zu beachten. Pferde und Hunde haben unterschiedliche Instinkte und teilen sich durch differenzierte Körpersprache mit. Der Hund ist ein Jagdtier, das Pferd hingegen ein Fluchttier, das sich schnell erschrecken kann. Sowohl das Herdentier Pferd als auch das Rudeltier Hund orientieren sich immer am Ranghöchsten. Der Mensch muss diese Position einnehmen, als Dolmetscher zwischen Pferd und Hund vermitteln und auf beide Einfluss nehmen. ...weiter im Heft

Persönliches

Großes Talent und kleine Diva
Wenn Grete Linnemann aus Sittensen ihr sechsjähriges Reitpony „Cinderella“ reitfertig macht, muss sie sich ständig um die temperamentvolle kleine Stute kümmern. Denn „Cinderella“ ist eine kleine Diva und schnell beleidigt, wenn ihre Besitzerin im Stall ein Auge auf andere Pferde wirft. Dann kann sie schon einmal die Ohren anlegen, so als wolle sie sagen: „Und warum bist Du jetzt nicht bei mir?“
Bei der zwölfjährigen Grete Linnemann dreht sich von morgens bis abends alles um Pferde. Bereits im zarten Alter von drei Jahren bekam sie ihr erstes eigenes, manchmal recht eigensinniges Shetlandpony „Anky“ geschenkt. Mit fünf Jahren nahm Grete an Reitwettbewerben und Dressurreitwettbewerben teil, kurz danach ritt sie ihre ersten E-Dressuren mit dem Ponywallach „Peppino“. „Der war ein kleines Schlitzohr“, erinnert sich Grete, „wenn ich nicht aufgepasst habe, hat er es gnadenlos ausgenutzt und ich saß im Sand.“ ...weiter im Heft

Avantgarde im Turf
Statt der Zügel hat er alle Fäden in der Hand. Gregor Baum hat als Präsident des Hannoverschen Rennvereins e.V. den Betrieb der Galopprennbahn Neue Bult zum Erfolg geführt.
Die Zahl ist beeindruckender Beleg: In diesem Jahr hätte der Saisonauftakt nicht besser laufen können. Knapp 20.000 Besucher sorgten am Ostermontag auf der Neuen Bult für eine Sensation, denn solche Zuschauerzahlen verbucht keine vergleichbare Rennbahn in Deutschland. Im ganzen Land klagt der Galopprennsport über rückläufige Zuschauerzahlen. Gregor Baum hat für die Neue Bult den Trend umgekehrt. ...weiter im Heft

Praxis

Gibt es die perfekte Lösung?
Trittsicher, griffig und elastisch zudem sehr langlebig, so sollte ein guter Reitplatz schon sein. Dabei staubarm und natürlich kostengünstig. Dann lassen die Pferde ihre Hufe tanzen. Glücklich und gesund. Und damit das ganze auch noch trockenen Fußes gelingt, sollte sich der Platz auch nach ergiebigen Regengüssen möglichst nicht in ein Schlammbecken verwandeln. Damit der Reitplatz all diesen Anforderungen genügt, ist ein Aufbau mit System und die Verwendung von hochwertigen und aufeinander abgestimmten Materialien Voraussetzung. In der Praxis bewährt hat sich ganz klar das so genannte Dreischicht-Modell.
Für einen gut funktionierenden Reitplatz sind traditionell drei Schichten von elementarer Bedeutung: Die Tragschicht, die Trennschicht und die Tretschicht. Die Tragschicht sollte sich dabei an den jeweiligen örtlichen Bodenbeschaffenheiten orientieren und an die voraussichtlich Belastung durch die pferdesportliche Betätigung angepasst werden. Bewährte Stoffe hierfür sind Lava, Kalkschotter, Kies oder – ökofreundlich - geprüfter Recyclingschotter ...weiter im Heft

Ist Schlachten Tierquälerei?
„Schlachten finde ich eigentlich besser als Einschläfern, wenn es denn möglich ist. Es geht ein bisschen schneller als Einschläfern und es wäre doch jammerschade, 500 Kilo Fleisch einfach wegzuwerfen“, meint Tierärztin Dr. Juliette Mallison aus Göttingen.
Ein viel besprochenes wenn auch kein schönes Thema unter Reitern ist das Schlachten von Pferden. Viele private Pferdebesitzer haben schon einmal miterlebt, wie ein Pferd im selben Stall eingeschläfert wurde, und ziehen es dem Schlachten vor. Sein Pferd zum Schlachter zu bringen gilt meistens als herzlos und geldgierig. Oft wird die Wahl zwischen beidem so dargestellt, als wäre sie zu jeder Zeit die freie Entscheidung eines Pferdebesitzers. ...weiter im Heft

SPEZIAL: Alternative Energien

Zeit zum Umsteigen
Es wird warm auf der Erde. Wärmer als gut ist. Die Eisberge schmelzen, das Wasser steigt. Die Erde fiebert einer Klimakatastrophe entgegen, davon sind Experten des intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) überzeugt und formulieren das in ihrem jüngsten UN-Weltklimabericht.
Vielleicht könnte das Pferd als ehemaliges Steppentier der verdörrten, ausgetrockneten Situation noch etwas abgewinnen. Back to the roots würde es quasi wandern im Zuge der Erderwärmung. Aber wir Reiter? Wollen wir diese erhitzte Zukunft mit wirbelnden Stürmen und ohne erfrischende Kühle wirklich? Eines allerdings macht Hoffnung: Auch die pessimistischsten Klimaschützer halten eine Trendwende im Temperaturplus noch für machbar! ...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




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