reitsport MAGAZIN Ausgabe Juli 2009



Titelthema

Der harte Weg ist der einzig glaubwürdige Weg
Das Büro steht voller Umzugskartons – einige sind leer, andere halbvoll. Ist das jetzt noch das Auspacken oder schon wieder ein Einpacken? „Nein, nein, ich packe noch aus. Das geht alles nicht so schnell“, lacht Soenke Lauterbach.
Seit dem 1. Januar 2009 ist der 35-jährige gebürtige Ostwestfale Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und damit Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstandes. Hat er seine Bewerbung inzwischen bereut oder gar an Auflösung des Vertrages gedacht? „Nein, nicht wirklich“, sagt er nach einigem Zögern. „Allerdings“, fügt er nach weiterem Überlegen an, „wenn wir nicht beschlossen hätten, wirklich offensiv an die Vorkommnisse heranzugehen und alle Fakten auf den Tisch zu bringen, um eine lückenlose Aufklärung zumindest zu ermöglichen, wäre meine Überlegung vielleicht anders ausgefallen“. Außerdem habe er Hoffnung: In internen Kreisen hätten ihm Spitzensportler bestätigt, dass man auch ohne Manipulationen Medaillen gewinnen könne. „Ohne diese Hoffnung wäre es auch schwierig“, gesteht er. ...weiter im Heft

Sport

Deutsches Traumergebnis
Mehr als 28.000 Zuschauer pilgerten in diesem Jahr in das Vielseitigkeitsmekka Luhmühlen. Das Turnier bot nicht nur Sport am Limit, sondern auch ein Wechselbad der Gefühle. Für Turnierleiterin Julia Otto eine gelungene Mischung: „Es war ein großartiges Wochenende mit vielen glücklichen Zuschauern. Dafür sind vor allem auch die tollen deutschen Reiter verantwortlich, die unseren Sport so fantastisch repräsentieren.“
Die Dressurtage begannen stürmisch, doch Pferde und Reiter trotzten der Witterung. Und so zog die dänische Richterin Anne-Mette Binder ein positives Resümee: „Es war wirklich eine Freude, hier zu richten. Das Niveau war in beiden Prüfungen sehr hoch.“ Am Ende der ersten Teilprüfung hatten Frank Ostholt und Air Jordan in der Vier-Sterne-Prüfung die Nase vorn, im CIC*** führte die Britin Ruth Edge mit P.C. Wilson. ...weiter im Heft

Gelungene Premiere für Hendrik Sosath
An der Phalanx der Mecklenburgischen Reiter beim 80. Deutschen Spring-Derby war nicht zu rütteln. Der Sieg ging an Thomas Kleis aus Gadebusch und seine Holsteiner Stute Caresina. Kleis setzte sich im Stechen gegen seinen Freund Matthias Granzow auf Antik durch. Dritter wurde Vorjahressieger Andre Thieme mit Nacorde.
Geradezu sensationell verlief die Derby-Premiere des 21-jährigen Hendrik Sosath aus Lemwerder, der sich mit dem elfjährigen Oldenburger Lordanos-Sohn Laokoon mit nur einem Abwurf und der zweitschnellsten Runde auf Platz vier wieder fand. Lediglich Pulvermanns Grab wurde ihm zum Verhängnis. Die eigentliche Klippe des Derbys, den Wall mit der dahinter stehenden Planke hatte das Paar bravourös gemeistert und war von den 26.000 Zuschauern begeistert gefeiert worden. ...weiter im Heft

Eine Dressurkönigin in Weltklasseform
Sie hat überall gewonnen. Sie hat alle zu vergebenden Titel, Meisterschaften und Ehrungen in unzähliger Vielfalt erhalten. Und dennoch ließ sie sich auch die zehnte Auflage des internationalen Dressurfestivals in Lingen nicht entgehen. Die Rede ist von Isabel Werth, der erfolgreichsten Dressurreiterin aller Zeiten.
Ich komme sehr gerne nach Lingen. Es ist ein fast perfektes Turnier. Sehr komplex. Die Stallungen in den Emslandhallen, der nahe Abreiteplatz und ein sehr fachkundiges Publikum“, lobte die Rheinländerin eine erneut absolut gelungene Veranstaltung. „Das Viereck ist problematisch mit den Zuschauerzelten rundherum und der Geräuschkulisse“, gibt sie Einblicke, warum gerade Lingen für die internationale Dressurszene ein Magnet ist. „Wer mit diesen Bedingungen klar kommt, hat auch anderswo keine Probleme“. ...weiter im Heft

Neue Gesichter bei der Landesmeisterehrung
Birgit Wellhausen-Henschke, Mareike Schuart, Saskia Victoria, Bastian Tewes – das sind die neuen Bremer Landesmeister.
Zum ersten Mal in seinem Amt als Vorsitzender des Pferdesportverbandes Bremen nahm Walter Kind eine Meisterehrung vor. Der nach dem Schimmelhof-Turnier zweite Termin der Landesmeisterschaften des PSVHB wurde auf dem Gelände des Hubertus RV am Hodenberger Deich in Bremen-Oberneuland ausgetragen.

Eine absolute Glanzleistung bot Birgit Wellhausen-Henschke mit dem erst siebenjährigen Wallach Don Auriello.
...weiter im Heft

Alle Rekorde gebrochen
„Ganderkesee gehört zu den attraktivsten Pferdesportveranstaltungen im Lande“ – diese Einschätzung des PSVWE-Vorsitzenden Claus Bergjohann wurde beim diesjährigen Pfingstturnier erneut sichtbar bestätigt durch das Rekordergebnis von mehr als 2.400 Nennungen. „Insbesondere in den Reitpferde- und Dressurpferdeprüfungen sind die Starterzahlen stark gestiegen“, freute sich Vereinsvorsitzender Stefan Schnier über diese äußerst gute Resonanz.
Attraktiv ist dieses traditionelle Turnier als eine der größten Pferdesportveranstaltungen in der Region insbesondere auch wegen der Vielschichtigkeit seiner Angebote: Spitzensport bis zu „St. Georg Special*“ in Dressur und Prüfungen der Klasse S* im Springen, aber auch Einsteigerprüfungen für den Reiternachwuchs, Aufbauwettbewerbe für junge Pferde, „Oldie-Springen“ 40+ (gewonnen von dem unschlagbar schnellen 73-jährigen Hermann Tönjes/RC Hude mit seiner Sure Lady) und sogar Fahrprüfungen. ...weiter im Heft

Reportage

Chip ist Pflicht
Das geht unter die Haut: Die EU macht die Identifizierung der Equiden-Familie mit registrierten Tierchips per 1. Juli 2009 zur Pflicht. Nach diesem Stichtag müssen alle ab 1. Juli geborenen Fohlen eindeutig und dauerhaft gekennzeichnet werden.
Die neue Kennzeichnungspflicht betrifft auch alle die Pferde, die bis zu diesem Datum noch nicht gekennzeichnet worden sind. Ziel der Kennzeichnung per Chip soll sein „den Schutz vor Tierseuchen und die Rückverfolgbarkeit der Tiere zu verbessern“, so die offizielle Begründung ...weiter im Heft

Gemeinsam sind wir stark
Vom Special Olympics-Teilnehmer bis zum siebenjährigen Voltigierkind zeigten Anfang Juni etwa 100 Teilnehmer beim 28. Landesbehindertenreitfest in Isenbüttel eindrucksvoll, was sie mit dem Partner Pferd verbindet.
Michael hört und sieht nichts. Seit Geburt an. Wer ihn hier in Isenbüttel auf „seiner“ Freiberger-Hannoveraner Mix-Stute voltigieren sieht, mag es kaum glauben, wie das funktionieren kann. Die Longenführerin und Therapeutin gibt ihm Anweisungen in einer speziellen Gebärdensprache mit Körperkontakt, dazu hält sie das Pferd nach kurzen Abschnitten immer wieder an, um mit Michael zu kommunizieren. Eben stand er noch sehr in sich gekehrt neben seiner Betreuerin, jetzt auf dem Pferderücken fliegt ein Lächeln über sein Gesicht. ...weiter im Heft

Persönliches

Mit Gummibärchen ganz nach vorn
Man muss die Pferde nehmen wie sie sind. Dieses Motto galt wohl auch für Trakehner-Vollblut-Mix Gummibärchen (15) und seine junge Reiterin Dorothea Paar (13). Der sensible Dunkelbraune hört nämlich gern mal die Flöhe husten. Mit dem Familienpferd der Paars ist die frisch gebackene Vierkampf-Landesmeisterin 2009 besonders erfolgreich im Viereck unterwegs.
Ja, den Namen hat er schon als Fohlen bekommen“, grinst Dorothea, die nicht nur auf Turnieren ständig auf den Namen ihres schicken Trakehner-Mixes von Nandino xx-Rockefeller angesprochen. Damit sich das für Gummibärchen auch in Sachen Sponsoring auszahlen würde, müsste er allerdings in Goldbär umgetauft werden, so die nicht ganz ernst gemeinten Überlegungen von Familie Paar. Könnte aber passen, denn für Gold hat er 2009 mit seiner Reiterin schon gesorgt. ...weiter im Heft

Praxis

Brandschutz im Stall
Wenn der Stall brennt, werden Alpträume Realität. Innerhalb weniger Minuten können ganze Gebäude zerstört sein. Pferde verenden in den Boxen, denn das Feuer wütet schneller als Helfer die Tiere befreien können. Äußerste Sorgfalt gilt dem Brandschutz, mit den richtigen Maßnahmen kann die Gefahr gebannt werden.
Grundsätzlich haben Reiterhöfe und Betriebe mit Pferdehaltung ein stark erhöhtes Bandrisiko, denn häufig gehen die Brände von Stroh- und Heulager aus“, lautet die nüchterne Auskunft der Polizei. Erst Anfang Mai kam es auf einem Gestüt in Melle bei Osnabrück zu einem folgenschweren Brand: Drei Pferde sind in ihren Boxen verendet, neun Pferde konnten von Mitarbeitern des Gestüts aus der brennenden Halle in Sicherheit gebracht werden. Die Helfer erlitten dabei eine Rauchgasvergiftung und mussten ärztlich behandelt werden. Die Feuerwehr rettete ein weiteres Pferd. In der Halle lagerten 350 Quaderballen Stroh und Heu, die in Brand geraten waren. Es entstand erheblicher Sachschaden. ...weiter im Heft

Heile Heile Segen ...
„Jetzt müssen wir das Pferd erstmal entgiften ...“ Wenn Dr. Dieter Fuchs diese Aussage hört, ärgert er sich: „Dieser Satz zeigt mir, dass ich es mit einem Heilpraktiker zu tun habe, der seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.“
Tatsächlich ist eine Entgiftung für eine erfolgreiche Behandlung selten notwendig. Ein Heilpraktiker will damit oft nur Zeit gewinnen. Der Markt wird überschwemmt von Alternativen zur Schulmedizin, doch einen guten Heilpraktiker darunter zu finden ist nicht leicht. Der Tierarzt aus Berlin schätzt etwa zehn Prozent des Angebots als Hilfe ein, den Rest als Humbug. „Das Gleiche gilt allerdings auch für Tierärzte. Unter ihnen gibt es ebenfalls eine große Zahl, die ihr Handwerk nicht verstehen.“ ...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




Umfrage Februar
über das Internet
über den Pferdesportverband
über Fachzeitschriften
über den Verein/Pferdebetrieb




Schnappschuss der Woche

Das reitsportMagazin ist offizielles Mitteilungsblatt der Pferdesportverbände