Auf alten Stichen wirken die Zäumungen der Pferde oft wie Folterinstrumente. Damals machten sich die Reiter wenige Gedanken um eine harmonische Kommunikation mit dem Pferd, sie wollten es bloß mit möglichst geringem Kraftaufwand beherrschen. Heutzutage sollen die Pferde es auch im Maul so komfortabel wie möglich haben. Trotzdem gibt es immer noch viele Irrtümer über die Wirkung von Gebissen.
Damit beschäftigt sich Heiko Schmidt-Sentek von der Firma Sprenger. „Wir versuchen Reitern, Trainern und Fachhändlern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihren Pferden Gebisse selbst korrekt anpassen können. Häufig sind Reiter in der Wahl des Gebisses auf sich allein gestellt: Junge, unerfahrene Ausbilder sind mit der Beratung oft überfordert, während viele ältere Ausbildere leider lieber auf längs überholte Gebisse zurückgreifen, als sich mit der Entwicklung neuer Zäumungen zu befassen.“ Gerade im Freizeitbereich sind die Reiter experimentierfreudig, haben aber wenig Anleitung....weiter im Heft
Sport
Gipfeltreffen der Spitzenpaare
Als Seepferdchen sind sie mit viel Nass von oben und unten gestartet, im Sonnenschein bekamen sie am Finaltag die Siegerschleifen angesteckt: 1200 Pferde und ihre 530 Reiter gingen in insgesamt 58 Prüfungen beim 32. Landesturnier des PSV Hannover an den Start.
Ein zusätzlicher Ansporn dieses Jahr im Reiterstadion der niedersächsischen Landeshauptstadt: Der beste Springreiter (Reiter/Senioren) konnte sich erstmals für den Deutschland Cup 2009 der Landesmeister aller deutschen Pferdesportverbände in Braunschweig bei den Löwen Classics qualifizieren. Die Frauenquote in Sachen Goldmedaillen war 2008 hoch. Um genau zu sein stand es 8:2 für die Damen im Sattel bei der Endabrechnung, was die Landesmeister-Titel im PSV Hannover 2008 anging. Dafür strahlten die beiden vergoldeten Herren umso mehr auf dem Siegerpodest. ...weiter im Heft
Ohne Haken und Ösen
Unter Blitz, Donner und Regen Meisterschaftsinsignien in Empfang zu nehmen, das ist schon selten. Bei den Meisterschaften des Pferdesportverbandes Weser-Ems in der Südoldenburger Kreisstadt Cloppenburg nahmen Reiter und Richter, Zuschauer und Helfer es von der humorvollen Seite.
Zum Abschluss der fünftägigen Veranstaltung mit Qualifikationen zum Bundeschampionat, zum Grünen-Sand-Cup und zum Teamchampionat der Landesverbände sowie zum Deutschland-Cup der Landesmeister trotzten sie auch ohne Regenschirm den Witterungsunbilden. Schließlich hatte man fünf Tage lang hochsommerliche Temperaturen genossen und mit der Sonne um die Wette gestrahlt. So verwunderte es niemand, das Claus Bergjohann, Vorsitzender des Pferdesportverbandes Weser-Ems, lobte: „Es hat hier nirgendwo gehakt. ...weiter im Heft
Clausen in Bestform
Zum zweiten Mal nach 2006 hat sich Springreiter Holger Wulschner beim 30. Burgturnier in Nörten-Hardenberg die Goldene Peitsche gesichert. Auf dem zwölfjährigen Holsteiner-Wallach Clausen gewann er das Stechen des S-Springens fehlerfrei. 35.000 Zuschauer verfolgten an vier Turniertagen die Wettbewerbe
unterhalb der Hardenbergschen Burgruine.
Dieser Sieg bedeutet mir noch viel mehr als mein erster“, beteuerte Wulschner, nachdem ihm Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff – Schirmherr des Turniers – die Goldene Peitsche überreicht hatte. Vor zwei Jahren hätten es nur drei Starter ins Stechen geschafft, gab der 44-Jährige zur Begründung an. „Ich habe damals die Peitsche mit vier Fehlern gewonnen. Das war diesmal viel reeller.“
Das Reiterfest in Schillerslage ist ein Familienfest und findet alle zwei Jahre auf dem Hof Klußmann statt. In Schillerslage lebt ein Dorf Gemeinschaft und so lautete auch das Motto der Veranstaltung.
Das Turnier hat sich inzwischen zu einer der größten Reitsportveranstaltungen in Niedersachsen entwickelt. Drei Tage lang fand auf vier Plätzen gleichzeitig spannender Sport statt. Aber nicht nur die Eliten konnten bewundert werden, auch für den Nachwuchs gab es zahlreiche Startmöglichkeiten. Außerdem gab es etliche Mannschaftsprüfungen, die den Spaß und den Teamgeist fördern sollten. Ein Championat mit Fohlen aus der Region rundeten die Veranstaltung ab. Schirmherrin war erneut Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen, die sich mit ihren Kindern einen Besuch nicht nehmen ließ. ...weiter im Heft
40 Medaillen für die Besten
Vier Tage Turnier beim Reit- und Fahrverein Westerende. Für Turnierleiter Dirk Cornelius war die Veranstaltung mit Ostfriesischen Landesmeisterschaften sowie Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Voltigieren in diesem Jahr entspannter als in den Vorjahren: „Durch den einen Tag mehr kamen wir mit den zahlreichen Prüfungen nicht in Zeitnot.“
Höhepunkt des Turniers war das S-Springen um den „Großen Preis“ von Westerende. 18 Reiter gingen an den Start. Die sechs besten Teilnehmer der Vorrunde, Manja Gille (TG Schultenhof), Insa ter Haseborg (FRV Filsum) Inga Bruns (RFV Hesel), Patrick Liebing (RSC Rhauderfehn), Thorsten Pander (TG Bad Zwischenahn) und Vincent Elbers (RFG Falkenberg), schafften es in die Siegerrunde. ...weiter im Heft
Persönliches
Charmant und ehrgeizig
„Wir hatten keine Ahnung, und davon ganz viel“. Norbert und Christine Schwetmann hinderte das aber nicht daran, dem Drängen ihrer damals achtjährigen Tochter
nachzugeben und ihr ein Pony zu kaufen, einen dreijährigen Welsh A mit dem verheißungsvollen Namen Mystik. Weder Norbert oder Christine Schwetmann, noch Tochter Lucia haben damals an eine Reitsport-, schon gar nicht an eine Dressursportkarriere gedacht.
Eigentlich sollte Mystik ja ein Vollblutaraber sein. Einen Solchen hatte Christine Schwetmann beim „Tag der offenen Tür“ beim Reiterverein Jaderberg an der Pinnwand der Reithalle entdeckt. „Zu teuer und zu Furcht einflößend“, so Papa Norbert. Nach einigem Hin und Her tat es dann auch Mystik. „Der konnte eines besonders gut: abwerfen“. ...weiter im Heft
Wie es der Zufall wollte …
Er gehört weltweit zu den besten Pferdesportvermarktern und ist dabei doch bescheiden geblieben. Volker Wulff aus Uthlede gründete einst die Sportmarketing-Agentur „En Garde“ und scheute dabei kein Risiko. Hamburg, Leipzig, Monte Carlo, Mailand oder München, der 51-Jährige ist ständig unterwegs. Nun kommt im August noch die Deutsche Jugendmeisterschaft in Hannover dazu. Eine Herzensangelegenheit ...
Keine Frage, in der Landeshaupt, mitten im Pferdeland Niedersachsen, ein Turnier zu organisieren, in der Reiterstadion-Oase und dann noch im Sommer, für Volker Wulff ein Vergnügen. „Hannover hat alle Möglichkeiten und eine tolle Anlage, längst kann das Ambiente mit den ganz großen Plätzen mithalten.“ Wulff muss es wissen, gehört er doch zu den weltbesten Pferdesportvermarktern und genießt dabei einen exzellenten Ruf. ...weiter im Heft
Praxis
Abgesichert!
Internetsuchmaschinen spucken bei der Eingabe „Pferdeversicherung“ bereits nach etwa 0,13 Sekunden über 50.000 Treffer aus. Um herauszufinden, welche Versicherung notwendig oder zumindest sinnvoll ist, sollten Pferdebesitzer deutlich mehr Recherchezeit einplanen.
Denn das Angebot ist beträchtlich: Pferdehaftpflicht, Reitlehrerhaftpflicht, Pferdekrankenversicherung, Pferde OP-Versicherung, Reitunfallversicherung, Pferdelebensversicherung, Pferdediebstahlversicherung Pferdetransportversicherung und – um ganz sicher zu gehen – Pferdehalter-Rechtsschutzversicherung. Selbst die Kleinsten können mit einer Leibesfrucht- bzw. Fohlenversicherung abgesichert werden. Betrieben wird eine Betriebshaftpflicht für Zucht- und Reitbetriebe empfohlen, Reitvereinen die Schulpferdehaftpflicht und die Vereinshaftpflicht für Reitvereine....weiter im Heft
Faszination Voltigieren
Voltigieren ist ein besonderer Sport. Topathleten wie Kai Vorberg, Nicola Ströh und Victor Brüsewitz schaffen es, mit fantasievollen Küren und spektakulärer Akrobatik ein großes
Publikum zu begeistern, verzaubern Kinder und Erwachsene mit ihren Auftritten.
Doch Voltigieren ist noch mehr.
Voltigieren bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Vertrauen zum Pferd zu fassen und auch das eigene Selbstvertrauen zu steigern. Es fördert Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Motorik und schult ganz nebenbei Gleichgewicht und Koordination. Longenführerin Conny Ammermann erklärt, warum das Voltigieren ein hervorragender Einstieg in den Reitsport sein kann: „Beim Voltigieren kann ich mich zunächst am Gurt festhalten und mich ganz darauf konzentrieren, den Bewegungen des Pferdes zu folgen. ...weiter im Heft
Traum vom eigenen Pferd?
Ein eigenes Pferd oder doch lieber eine Reitbeteiligung. Die Auffassungen darüber sind sehr unterschiedlich. Berit Salchow hat zwei Meinungen dazu gehört und aufgeschrieben.
PRO: Verantwortung übernehmen
Es war Liebe auf den ersten Blick, ich habe Justy gekauft ohne sie vorher geritten zu haben. Ich hatte vorher schon ein eigenes Pferd und wusste daher, was auf mich zukommt. Im Gegensatz zu vielen anderen Reitern schreckte mich die Verantwortung nicht ab, die man für ein eigenes Pferd übernehmen muss ...
CONTRA: Zu früh für eine Anfängerin
Für ein eigenes Pferd wäre es zu früh. Da ich Anfängerin bin, muss ich noch eine ganze Menge über das Reiten und den Umgang mit dem Pferd lernen. Für mich ist eine Reitbeteiligung ein guter Kompromiss. Da ich noch so viel über Pferde lernen muss ist es für mich besonders praktisch, dass mein Reitbeteiligungspferd entsprechend gefüttert wird und zum Beispiel zum Schmied kommt, wenn es nötig ist ......weiter im Heft
Service
Vorschau
Die nächsten Wochen bieten ein breites Spektrum mit Turnieren, Ausstellungen und ganz viel Programm.