In wenigen Wochen pilgern wieder zehntausende Züchter und Pferdesportler nach Warendorf. Am Mittwoch, 2. September, beginnen auf dem Gelände des DOKR-
Bundesleistungszentrums die Bundeschampionate. Bis Sonntag, 6. September, dreht sich auf fünf Prüfungsplätzen dann wieder alles um Deutschlands beste drei- bis sechsjährige Nachwuchspferde und -ponys.
Die Bundeschampionate, die gern auch als die „Deutschen Meisterschaften der jungen Pferde und Ponys“ bezeichnet werden, locken jährlich Besucher aus der ganzen Welt in die Emsstadt. An keinem anderen Ort kann man so viele hoffnungsvolle Talente sehen wie hier, und an keinem anderen Ort blüht der Pferdehandel so wie hier. Der Titel „Bundeschampion“, aber auch die Teilnahme, ja sogar das Attribut „qualifiziert für die Bundeschampionte“ steigern den Wert eines Pferdes beträchtlich. Viele internationale Karrieren begannen auf den Bundeschampionaten. Etwa 1.000 Pferde und Ponys treten Jahr für Jahr in 56 Prüfungen im Wettbewerb um die 20 Championatstitel an. In der Dressur, im Springen, der Vielseitigkeit und im Fahren müssen sich die Titelaspiranten zuvor in Qualifikationen bewährt haben, die Reitpferde und –ponys werden von ihren jeweiligen Zuchtverbänden benannt. Besucher, die möglichst viele Pferde sehen wollen, müssen auf dem ca. 25 Hektar großen Gelände gut zu Fuß sein. Doch an allen Plätzen gibt es inzwischen Tribünen, man muss nur rechtzeitig vor Prüfungsbeginn dort sein. Die mehr als 120 Aussteller in der Zeltstadt laden ebenfalls zum Verweilen ein....weiter im Heft
Sport
Titel für Dänemark und Niederlande
Kein Goldmedaille für deutsche Pferde – mit diesem Novum endeten die Weltmeisterschaften junger Dressurpferde in Verden. Bei den Fünfjährigen gingen Titel und Vize-Titel nach Dänemark, in der Konkurrenz der sechsjährigen Pferde siegte ein in den Niederlanden gezogener Hengst.
Die Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde und das internationale Dressur- und Spring- festival zogen mehr als 42.000 Zuschauer nach Verden. Anziehungspunkte waren aber nicht nur die internationalen Wettbewerbe, der Mix mit nationalen Prüfungen, züchterischen Highlights wie der Herwart-von-der-Decken-Schau und den Hannoveraner Championaten, Showprogrammen und der Ausstellung „Verdener Country Days“ macht den besonderen Reiz dieser Veranstaltung aus....weiter im Heft
Thilo Schulz gewinnt Jubiläumsspringen
Unter großem Jubel seiner mitgereisten Vereinskollegen gewann in Verden Thilo Schulz mit Lantano das Finalspringen im VGH-Cup. Sichtlich stolz ritt der 16-jährige in der Ehrenrunde hinter dem Pferdeanhänger her, den er mit nach Hause nehmen durfte.
Auch die Zweit- und Drittplazierten waren im Stechen der M*-Springprüfung fehlerfrei geblieben. Die ehemalige Siegerin im Nachwuchschampionat der Ponyreiter, Jacqueline Grobosch vom Ländlichen Reit- und Fahrverein Lindhorst, brauchte mit ihrer siebenjährigen Hannoveraner Stute Crazy coca cola allerdings knapp vier Sekunden mehr als Thilo Schulz, der ganz kurze Wege zwischen den Sprüngen gewählt hatte. Über den Ehrenpreis, einen Sattel, freute sie sich aber dennoch riesig....weiter im Heft
Hannover siegt mit deutlichem Vorsprung
Eine Werbung für den Vielseitigkeitssport war einmal mehr das Nachwuchschampionat in Warendorf. Insbesondere die Junioren des Pferdesportverbandes Hannover wussten mit ihren Pferden zu überzeugen. In der Konkurrenz der Ponyreiter offenbarten sich jedoch insbesondere beim Geländeritt deutliche Probleme.
Der Mannschaftsführer der Hannoveraner, Claus Erhorn, brachte es mit wenigen Worten auf den Punkt: „Wer hat schon drei Starter in seiner Equipe, die alle eine Neun beim Stilgeländeritt bekommen? Ich bin sehr stolz auf meine Truppe“. Das Nachwuchschampionat, eine kombinierte Prüfung aus Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Theorie, Vormustern und (neu) Laufen, wurde erneut im Cross entschieden. Marlene Müller-Stephan mit Harris Hawk als Startreiterin für Hannover brachte die Konkurrenz aus Westfalen mit einer glatten 9,0 ins Schwitzen. ...weiter im Heft
Sandra Auffahrt mit Meisterehren
Zwei Mal Gold für den RV Ganderkesee, zwei Mal Gold für den RV Gruppenbühren und ein Mal Gold für den PSV Löningen-Ehren, so lassen sich Vielseitigkeitsmeisterschaften Weser-Ems auf dem Gelände der Landeslehrstätte Vechta kurz zusammenfassen.
Die frischgebackene Pony-Doppeleuropameisterin Jule Wewer (Löningen-Ehren) konnte sich in der Juniorenklasse mit ihrem Nachwuchspferd Just Kito über ihren ersten Landesmeistertitel freuen. „Bisher war ich nur einmal Vizemeisterin mit dem Pony“, wog für die 16-jährige in ihrem letzten Ponyjahr die Goldmedaille im Juniorenbereich umso schwerer. ...weiter im Heft
Daniel Schneiders ist Weltmeister
Besser kann es kaum laufen: Bei seinem Weltmeisterschaftsdebüt gewann Daniel Schneiders, Pony-Zweispännerfahrer aus Weser-Ems, die Goldmedaille in der Einzelwertung. Silber ging an Stephan Koch aus Hamburg, Bronze an Steffen Abicht aus dem sächsischen Bad Düben.
Diese drei Medaillen in der Pony-Zweispännerkonkurrenz waren aber nur ein Teil des Medaillenregens, der auf das 18-köpfige deutsche Team nahezu niederprasselte. Insgesamt sieben Medaillen blieben bei der Weltmeisterschaft der Ponyfahrer im westfälischen Greven in Deutschland. ...weiter im Heft
Reportage
Vom Fohlen zum Reitpferd
Ein langer Weg ist es vom hoffnungsvollen Fohlenkauf bis zum gesunden Reitpferd, das im Stall steht. Ein Weg, der schnell in eine Sackgasse führen kann, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Wie die aussehen sollten, lesen Sie hier.
Die Ansprüche der Kunden werden höher“, eine Tendenz, die überall beobachtet werden kann. Das hat auch Maike Harbers Bahr vom Aufzuchtbetrieb Hof Seeverns in Butjadingen festgestellt. „Das wichtigste ist, dass die Kunden Vertrauen haben, dass ihre Pferde gut aufgehoben sind.“ Vor vier Jahren hat sie einen neuen Offenlaufstall mit angrenzenden Paddocks erbaut. Sogar Video-Kameras wurden installiert, damit die Besitzer ihre Schützlinge via Internet erleben können. Eine Leistung, die sicher nicht alltäglich und auch nicht ausschlaggebend für die Entscheidung für den Aufzuchtbetrieb ist....weiter im Heft
Persönliches
Zwei Freunde mit großen Zielen
Florian Otten und Malte Hermes sind die einzigen Jungs der neunköpfigen
S-Voltigruppe des Bremer Schimmelhofes. Seit sie dabei sind, ist die Stimmung in der Gruppe viel harmonischer geworden.
Zwischen den vielen Mädchen sind die Beiden der ausgleichende Pol“, sagt Trainer Norbert Schaffer. Florian und Malte fühlen sich jedenfalls pudelwohl. Obwohl: „Es war auch nicht schlecht, als ich allein war“, fügt Florian mit neckischem Blick auf Malte zu. Da war er sozusagen der Hahn im Korb in dem mädchendominierten Sport. Sowohl Malte als auch Florian haben die Erfahrung gemacht, dass andere Jungs ihrem exotischen Hobby zunächst skeptisch gegenüber standen. „Nach den ersten Saltos im Schwimmbad haben sie ihre Meinung geändert“, freut sich Florian. ...weiter im Heft
Enormes Fachwissen gepaart mit Stimmvolumen
Ausgebildeter Opernsänger, Zahnarzt, Turniersprecher, Eventmanager – der Verdener Stefan Krawczyk ist ein Allround-Talent.
Kaffee? Cappuchino? Kakao? Tee? Irgendwas anderes? Alles geht. Im Hause des Hannoveraner Verbandes bleibt der Besucher nicht unversorgt. Belebende Heißgetränke und kühle Durstlöscher gibt es zu jeder Tageszeit in beeindruckender Auswahl. Ohnehin ein gastfreundliches Haus....weiter im Heft
Praxis
West-Nil-Fieber – auch in Deutschland?
West-Nil-Fieber? Nie gehört! Was ist das denn, werden sich viele von Ihnen fragen. Das West-Nil-Virus ist ein Arbovirus, das auch in Europa immer mehr zur Bedrohung wird und sich bei Pferden schnell verbreiten könnte.
In den USA gilt das West-Nil-Virus (WNV) als weit verbreitet und wissenschaftlich nachgewiesen (endemisch). Die Höhepunkte der Epidemie lagen in den Jahren 1999 bis 2002, damals waren mehr als 15.000 Pferde vom West-Nil-Fieber betroffen. Im Herbst vergangenen Jahres brach die Krankheit aber auch in Norditalien aus: 77 Tiere erkrankten, fünf davon starben, auch hier spricht man nun von einer Endemie. Inzwischen sind auch Pferde in Ungarn, Tschechien und Österreich erkrankt. ...weiter im Heft
Kinderarbeit?!
Sollen Dreijährige schon auf’s Turnier?
Meinen Hof verlässt kein dreijähriges Pferd!“ Mit dieser Aussage positioniert sich Züchterin Inge Schrader aus Bad Harzburg ganz deutlich als Gegnerin der Turnierteilnahme Dreijähriger. „Die Pferde brauchen noch Zeit. Dreijährig anreiten und zu Hause ein bisschen üben und ausreiten, das ist in Ordnung. Der Ernst des Lebens mit dem Turnierstress und allem drumherum kommt für die Vierjährigen früh genug.“ ...weiter im Heft