reitsport MAGAZIN Ausgabe Oktober 2009



Titelthema

Reif für´s Reiten
Zurück in den Sattel, das wollen viele Frauen um die Vierzig. Die Damen, die bereits früher dem schönsten Sport der Welt frönten, drängen als Wiedereinsteigerinnen in Reitschulen und Vereine. Und genau dort sollten man sie auch willkommen heißen. Mit offenen Armen und passenden Angeboten.
Unter dem Motto „Es ist nie zu spät“ bringt Franz-Erdmann Meyer-Herder auf dem Lindenhof in Brietlingen Erwachsenen den Genuss des Reitens näher. Er weiß über seine reifen Schüler nur Gutes zu berichten: „Die erwachsenen Reitschülerinnen – egal ob nun Wiedereinsteiger oder Neulinge – sind sehr lernbegierig. Sie wollen einfach.“ Dieses Bestreben, sich hochmotiviert durchzukämpfen ist es aber auch, das den Erwachsenen manchmal im Wege steht: „Erwachsene machen mehr über den Kopf und wollen mehr mit Gewalt. Sie müssten sich stärker auf ihr Gefühl einlassen“, diese Erfahrung beschreibt Uta Meyer-Herder, Chefin des Lindenhofs. ...weiter im Heft

Sport

Besucherzahlen im Abwärtstrend
Lag es nun am schlechten Wetter oder vielleicht auch an der Live-Übertragung im Internet? Jedenfalls sind die 16. Bundeschampionate in Warendorf mit einem deutlichen Zuschauerrückgang zu Ende gegangen. Kamen im vergangenen Jahr noch 36.000 Besucher, waren es in diesem Jahr nur 32.000. Im Spitzenjahr (2003) wurden sogar mit als 43.000 Zuschauer gezählt. Für Turnierleiter Carsten Rotermund ist klar: „Da muss etwas geschehen!“
Wer aber vor Ort war, hat es sicher nicht bereut,. Die „Deutschen Meisterschaften der jungen Pferde und Ponys“, wie die Bundeschampionate gern auch bezeichnet werden, gehören zu den vielfältigsten und interessantesten Veranstaltungen in der deutschen Turnierlandschaft. Von den mehr als 1.000 qualifizierten Pferden und Ponys waren 970 aus ganz Deutschland am Start. In 54 Prüfungen wetteiferten die Reit-, Dressur-, Spring-, Vielseitigkeitspferde und –ponys sowie Fahrpferde um Siege und Platzierungen. 20 stolze Pferdebesitzer und Reiter nahmen am Ende einen Bundeschampion mit nach Hause. ...weiter im Heft

Neun Medaillen für Niedersachsen
Mit Spitzenleistungen präsentierten sich die niedersächsischen Nachwuchstalente bei den Deutschen Jugendmeisterschaften Dressur und Springen in München. Neun von 18 möglichen Medaillen gingen an die jungen Reiterinnen und Reiter aus Bremen, Hannover und Weser-Ems.
Als erster Deutscher Meister durfte sich der Titelverteidiger Maurice Tebbel mit Giovanni feiern lassen. Zwar verpasste er nach den Siegen in den beiden Wertungsprüfungen mit einem dritten Platz im Finale knapp einen Hattrick, dennoch reichte der Gesamtpunktestand „locker“ für die Goldmedaille. Der Finalsieg ging stattdessen an Victoria Klatte (Lastrup) mit Campino, die dank dieser Leistung auf den Silberrang vorrückte. Die Bronzemedaille holte sich wie schon im Vorjahr Tebbels Teamkollegin Laura Klaphake (Steinfeld) mit Jerome und machte damit den Erfolg für den Landesverband Weser-Ems perfekt. Platz fünf belegte Armin Wegener (PSV Hannover) mit Daisy. ...weiter im Heft

Elf Nationen beim Jubiläumsturnier
Zum 25. Vereinsjubiläum veranstaltete die Reitsportgemeinschaft Eschede nach dreijähriger Pause wieder ein großes Sommerturnier. „Sport, Spannung und Show“ lautete das Motto der Veranstaltung, die alle Erwartungen erfüllte.
Teilnehmer aus ganz Deutschland und Gäste aus elf Nationen waren am Start. Auch vier junge Reiter aus Qatar, die derzeit ein längeres Training in Deutschland absolvieren, nutzten die Gelegenheit, sich in Eschede mit anderen zu messen. 1.600 Nennungen waren zum Turnier eingegangen, „damit sind wir aber am Ende unserer Kapazität. Mehr ist nicht machbar“, meinte Vorsitzender Ulrich Schlichte. Sicher sorgten auch die drei erstmals ausgeschriebenen Springen der schweren Klasse für den großen Zuspruch. ...weiter im Heft

18 Teams im Mannschaftsspringen
„Wie, 18 Teams im A-Mannschaftsspringen das gibt´s doch gar nicht?“ Diese Frage musste Hiltrud Hehemann in der Meldestelle des RFV Holdorf mehr als einmal beantworten. Ihr Kopfnicken löste beim Gegenüber meist nur noch Staunen aus.
Eine Erklärung für den Run auf den Mannschaftswettbewerb hatte selbst Holdorfs Vorsitzender Dr. Aloys Brand nicht. „Vielleicht lockt das ausgelobte Fass Bier für die Siegermannschaft“, konnte er nur vermuten. Erklärungen der Reiter gab es nicht. Die Nase vorn nach rund zweieinhalb Stunden Springsport hatte schließlich das Team mit dem längsten Namen, die Mannschaft „CCO-Einmal Traurig, Zweimal Froh“ mit Kapitän Carsten Olding, Conny Olding, Kira Hoberg und Hubert Abing. ...weiter im Heft

Vielseitiger geht´s nicht
Mehr als 6.000 Besucher strömten Ende August zum norddeutschen Breitensportfestival Verdiana und bestaunten bunte Wettbewerbe, hochkarätige Zuchtponys, spektakuläre Showeinlagen sowie fliegende Hunde.
In diesem Jahr waren sie endlich alle wieder unter einem „Freiluftdach“ auf dem schön herausgeputzten Verdener Rennbahngelände vereint: die Islandpferde- und Barockreiter, Distanzreiter, Fahrer, Breitensportler des Pferdesportverbandes Hannover, Ponyzüchter und Hundefans. Auch die Neuerungen kamen sehr gut beim Publikum an. So fanden die Working-Equitation-Prüfungen für Anfänger und Fortgeschrittene viele Fans. ...weiter im Heft

Reportage

Behinderung Brille?
Die Brille ist die effektivste und einfachste Form, eine Sehschwäche zu korrigieren. Allein in Deutschland tragen ungefähr 38 Millionen Menschen eine Brille und schätzen die Vorteile. Für Sportler kann eine Brille jedoch auch eine Behinderung sein.
Die ersten Brillen, die in Europa um 1280 aufkamen, hatten noch keine Bügel. Ein klobiges Gestell zwickte in die Nase und hielt konvex geschliffene Beryll-Kristalle, womit nur weitsichtigen Menschen geholfen war.
Der Name Brille hat sich tatsächlich von Beryll abgeleitet, so dass sich auch der altertümliche Begriff für die Brille „Lesestein“ erklärt. Heute sind Brillen hoch entwickelte Hightechgeräte: Kronglas und Kunststoffe reduzieren das Gewicht auf wenige Gramm. Brillen mit Zweistärken- oder Gleitsichtgläsern bieten optimalen Ausgleich selbst bei vielschichtigen Sehschwächeproblemen. Die Entspiegelung der Gläser reduziert störende Lichtreflexe, phototrope Gläser filtern das Sonnenlicht.
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Persönliches

Gleich fliegt er wieder
Der Vorsitzende des RFV Tammingaburg startet im Oktober zu seinem dritten Einsatz am Hindukusch.
Während Sie diese Zeilen lesen, sucht Heiko Koolmann im 400-Seelenort Amdorf im ostfriesischen Zweistromland zwischen Leda und Jümme seine persönlichen Dinge zusammen, die ihn neben militärischen Utensilien wie Uniform und Soldbuch im Fluggepäck zu einem erneuten Afghanistan-Einsatz begleiten sollen. Der 50-jährige Oberstabsfeldwebel wird vom 16. Oktober an zum dritten Mal über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel hinweg als Flugsicherungstechniker in dem fernen asiatischen Land dafür Sorge tragen, dass die hochempfindlichen Kontrollgeräte der Fluglotsen auf den Flugbasen der Bundeswehr immer ihren Dienst tun. ...weiter im Heft

Nun geht´s erst richtig los
Als „Steppke“ wollte Thilo Schulz lieber das runde Leder kicken. Mit acht Jahren fiel die Entscheidung aber zugunsten des Reitsports. Heute kann der 17-jährige bereits auf eine steile Karriere zurückblicken: Erfolge in S-Dressur und S-Springen – das hat in seinem Alter noch kein Lüchow-Dannenberger geschafft.
Heute bin ich noch nicht geritten. Aber das kommt noch.“ Thilo Schulz lächelt verschmitzt. Es ist schon gegen Abend, als er auf dem elterlichen Reit- und Ferienhof in Bergen an der Dumme (Landkreis Lüchow-Dannenberg) gestiefelt und gespornt auf dem Hof anzutreffen ist. Es vergeht kein Tag, an dem der Gymnasiast nicht auf dem Rücken von mindestens zwei Pferden sitzt. ...weiter im Heft

Praxis

Daucus Carota – die Möhre
Ob in der Küche oder der Futterkammer – die Möhre ist seit der Antike wertvoll für Mensch und Pferd und liegt im Trend. In der modernen Küche passt sie zum frischen, schlanken und gesunden Lebensstil, im Futtertrog des Pferdes gehört sie zum Hafer wie die Butter auf das Brot.
Die Möhre im Futtertrog ist ein Klassiker. Über viele Jahrhunderte war das so und das hat auch mit dem Aufkommen der Müslis und Pellets nicht geändert. Das Maß der Dinge war auch in früheren Zeiten die Top-Fitness der Pferde, denn nur so konnte ihre Leistung voll genutzt werden. Empirisch statt analytisch kam man derzeit prima zurecht und bei diesen Erfahrungswerten war die Möhre immer dabei. ...weiter im Heft

Schwanger reiten?
Reiten in der Schwangerschaft – nicht erst seit Isabell Werth ein heißes Thema.
Was? In Deinem Zustand setzt Du Dich noch aufs Pferd?“ wurde Henrike Michael aus Hannover vergangenen Herbst entsetzt von ihrer Reitlehrerin gefragt. Zunächst war die damals im sechsten Monat Schwangere verunsichert: „Ich dachte eigentlich, dass ich schwanger bin und nicht krank. Ich wollte so lange wie möglich alles tun, was mir Spaß macht und nicht gleich auf alles verzichten. Nach weiteren negativen Kommentaren im Stall wollte ich mich dann doch ausführlicher informieren.“ ...weiter im Heft

Service

Blick hinter die Stalltüren
„Komm zum Pferd“ – so lautet der Aufruf zum ersten bundesweiten „Tag der offenen Stalltür“ am Sonntag, 4. Oktober. Stallluft schnuppern, mit dem Planwagen durch die Gegend fahren oder einfach mal Pferdenüstern streicheln – dem Charme der Pferde kann kaum jemand widerstehen.
Von Shetty-Quadrillen bis Kostüm-Springen, von Einflechtwettbewerben bis Kutschfahrten, von Ringstechen bis zur S-Kür – mit den vielfältigsten Programmen stellen sich Vereine und Betriebe an diesem „Tag der offenen Stalltür“ vor und folgen dem Aufruf der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und der Landesverbände zu dieser Werbe-Offensive für das Hobby Pferd. ...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




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