Sie gehen im wahrsten Sinne des Wortes für ihre Reiter durchs Feuer. Bleiben cool in fast allen Situationen, haben keine Bange vor Autos oder LKW’s und drängen sogar Demonstranten oder Fußball-Hooligans zurück – die Polizeipferde der Braunschweiger Reiterstaffel.
Egal wo wir hinkommen, sofort sind wir präsent und können unkompliziert mit den Menschen in Kontakt treten“, berichtet Hans-Joachim Pape (49), Leiter des Reiterzuges Braunschweig. „Allein, dass unsere Pferde mit dabei sind, trägt dazu bei, dass angespannten Situationen der ‚Zündstoff’ genommen wird.“ Der Hauptkommissar spricht aus Erfahrung, denn mittlerweile kann er auf fast 20 Dienstjahre bei der berittenen Polizei zurückblicken. Als er sich von der Einsatzzentrale zur Reiterstaffel versetzen ließ, konnte er aber noch nicht einmal reiten....weiter im Heft
Sport
Wer reiten kann, darf auch feiern
Auf internationalem Niveau richtete der Reit- und Fahrverein Vögelsen-Mechtersen erstmals sein Vielseitigkeits-Herbstturnier aus.
Für die international ausgeschriebene Ein-Sterne-Prüfung, die in allen drei Teilprüfungen höhere Anforderungen hat als die bisher durchgeführte Prüfung der Klasse L, hatten sich Reiter aus der gesamten Bundesrepublik sowie aus Norwegen und Österreich angesagt. Der schön gelegene Turnierplatz, die attraktive Geländestrecke sowie herrliches Herbstwetter boten wie in den Jahren zuvor wieder die besten Voraussetzungen für die sportlichen Wettkämpfe. Mirjam Weltin vom RSV Overbeckhof Luhmühlen gewann mit ihrem zwölfjährigen Oldenburger Charly die erstmals ausgeschriebene CIC*-Prüfung bei den für die Meisterschaften genannten Reitern. Sie siegte vor Ina Tapken/London Return (RV Ganderkeese) und Maike Schonart/Finally Fast (RSV Overbeckhof Luhmühlen). Im bundesweiten Feld siegte Sabine Flörkemeier/Cristall-noir vor Lea Grosse-Macke/Catus und Birte Kaupat/Kandis....weiter im Heft
Lokalmatadorin siegt
Mit einem unglaublich spannenden Stechen endete die VGH-Nacht, das Finale für Nachwuchsreiter, beim Turnier des RFV Harsum in Hüddessum. Mit der schnellsten Zeit im Stechparcours entschied die 19-jährige Marie-Louise Adam vom gastgebenden Verein mit der achtjährigen Schimmelstute Craigmore die Prüfung für sich.
Sieben Reiter blieben im Umlauf der Springprüfung der Klasse M* fehlerfrei und qualifizierten sich für das Stechen. Im Stechen liefen dann die jungen Springreiter zur Höchstform auf. Schon die erste Reiterin Victoria Rodde (RFV Echem-Scharnebeck) blieb in der zweiten Runde fehlerfrei, aber 0,01 Sekunden Zeitüberschreitung standen mit einem Strafpunkt zu Buche. Es folgte der Lokalfavorit Friso Bormann vom gastgebenden Verein mit Crazy Pipilotta. Fehlerfrei in 39,32 Sekunden setzte er sich an die Spitze. ...weiter im Heft
Busch-Reiten bei Kaiserwetter
Ponywimpel, Landesstandarte, Compagel- und Derby-Eventing-Cup: Beim internationalen Vielseitigkeits-Turnier im Tierpark Ströhen ging`s sportlich Schlag auf Schlag. Und im Gelände galoppierten die „Buschis“ diesmal vom Taka-Tuka-Land in Moglis Versteck.
Eigentlich ist es ein „no go“ bei Turnierberichten ständig übers Wetter zu schreiben – in Ströhen kommt man 2008 aber wirklich nicht drum herum. Das warme und sonnige Herbstwetter untermalte allerdings nicht nur den hochkarätigen Vielseitigkeitssport, sondern sorgte bei Zuschauern, Veranstaltern und Teilnehmern für einen Saisonabschluss mit Wohlfühl-Atmosphäre. Knapp 90 Starter konnten in den beiden Abteilungen der international ausgeschriebenen Ein-Sterne-Prüfung bei allerbestem Geläuf gut Tempo machen. Sechseinhalb Minuten war die Zeitvorgabe, um 25 Hindernisse zu meistern. ...weiter im Heft
Mit Peerd ant See up Nördernee
Mit Peerd ant See up Nördernee. Diesen Werbeslogan in plattdeutscher Sprache eines Reitstalls auf der beliebten Nordsee-Ferieninsel Norderney verstehen nicht nur Einheimische.
Reiternamen und Reitervereine aus dem Rheinland, aus Westfalen und Hessen beherrschten neben Namen reitender Insulaner auch beim 23. Inselturnier des RFV Norderney die Starter- und Ergebnislisten. „Die Norddeutschen kennen Wasser und Küste.
Besonders Rheinländer, Hessen und Westfalen wissen den Sinn dieses Slogan seit Jahren zu schätzen und pilgern dann samt Pferdeanhänger, Reit-equipment, Auto, Wohnwagen, Zelt und sogar Lkw-Pferdetransporter für meist eine Woche im September zur Fähre in Norddeich und landen mit dieser im Hafen Norderney....weiter im Heft
Freude am Partner Pferd
Würde es ihn nicht schon geben, dann müsste man ihn ganz schnell erfinden. Auch wenn der vierte Breitensporttag des Bezirksreiterverbandes Ostfriesland nicht gerade vor Starterzahlen strotzte, war er bei strahlendem Sonnenschein doch eine Bereicherung der ostfriesischen Turnierlandschaft.
So schlecht ist die Beteiligung gar nicht“, stellte Bezirksvorsitzender Hermann Steffens mit Blick auf zahlreiche Nachnennungen fest. Zwei Wochen vorher war in Leer ein weiterer Breitensporttag über die Bühne gegangen. „Das hat uns vermutlich etliche Starter gekostet“, so Hermann Steffens und Ingeborg Wiards, Geschäftsführerin des Bezirksverbandes. Nichtsdestotrotz – eine tolle Stimmung prägte den vierten Breitensporttag auf der geräumigen und weitläufigen Reitsportanlage Würdemann im RSC Rhauderfehn. ...weiter im Heft
Persönliches
Shetties in Edel-Ausführung
Sie haben den Wind in den Mähnen. Farblich gesehen – und natürlich immer wenn`s im Galopp hoch auf die Hangweiden geht. Dann fliegt das silbrige Langhaar der Deutschen Classic Pony-Stutenherde von Familie Grober. Ponyzucht ist im Gestüt Clus mehr Passion als Betriebszweig.
Preise oder Titel aufzuzählen, die die Grober`schen Ponys im Laufe der Jahrzehnte in Sport und Zucht errungen haben, braucht man gar nicht erst anzufangen. Die Liste wäre quasi endlos. Pokale und andere Trophäen sprengen ja schon den Eingangsbereich im Haus – und der ist nicht gerade klein. Die Staatsdomäne Clus im Harz-Vorland, seit 1943 von Erich Grober gepachtet und 1956 erworben, umfasst heute etwa 150 Hektar. Getreide- und Rapsanbau, Grünlandwirtschaft, Classic-Pony-Zucht und seit 2002 auch ein Reitbetrieb in der neuen 20x60-Halle mit Pensionsbetrieb, sind die Standbeine im Bad Gandersheimer Pony-Paradies. Dass, was der Großvater so leidenschaftlich begonnen hatte, nämlich die Zucht von sportlichen Shetlandponys, führen Sohn Dieter Grober und seine Frau Marlies weiter. ...weiter im Heft
Von Wünschen und Träumen
Wie sollte es bei Kindern eines Obersattelmeisters auch anders sein – sie lernen das Reiten vor dem Laufen. So war es auch bei den Geschwistern Maraike und Vanessa Klaus aus Nienhagen bei Celle.
Unser Vater motiviert uns einfach“, da sind sich die 14-jährige Maraike und die 19-jährige Vanessa Klaus einig. Papa Peter (51) trainiert jeden Tag als Ausbilder die Zuchthengste des niedersächsischen Landgestüts in Celle, er ist Vorbild und Trainer seiner Töchter gleichermaßen. Da er aber auch aus Erfahrung weiß, wie anstrengend der Beruf eines Pferdewirtschaftsmeisters sein kann, sollen seine Töchter den Pferdesport lieber nicht zu ihrer beruflichen Perspektive machen....weiter im Heft
Glücklich mit Gold
Im Alter von zwölf Jahren ritt er noch klassisch, mit 18 stieg er auf die Westernreitweise um, und heute ist er glücklicher Goldmedaillengewinner: Der 40-jährige Oliver Salzmann aus Eyendorf ist neuer Europameister in der Disziplin Reining.
An die Europameisterschaft in Kreuth denkt er gern zurück: „Wir hatten gute Leute dabei, die Anlage war sehr beeindruckend und bot beste Trainingsmöglichkeiten.“ In dem von der Federation of European Quarter Horse Associations (FEQHA) veranstalteten Event auf einer der wohl schönsten Reitanlagen Deutschlands hatten die besten Reiter und Pferde Europas um die Europameistertitel in den verschiedenen Disziplinen gekämpft. Unter 15 Finalisten ist es Oliver Salzmann gelungen, die Richter mit perfekten Stops, sauberen Rollbacks und schnellen Spins zu überzeugen. Charley und Oliver erhielten für ihre erstklassige Leistung die Goldmedaille und den begehrten Titel „Europameister 2008 SBH Reining Open.“...weiter im Heft
Praxis
Ohne Dressur geht’s nicht!
Rosemarie Springer kann mit Fug und Recht als „Institution des Dressursports“ bezeichnet werden. Die auf Gestüt Halloh in Großenaspe beheimatete Schultheis-Schülerin und fünffache Deutsche Meisterin fühlt sich dieser Disziplin seit Jahrzehnten verbunden.
Obwohl sich die „Grande Dame des Dressursports“ längst aus dem aktiven Sport zurückgezogen hat, gibt sie ihr Wissen nach wie vor mit Freude an namhafte Schüler weiter. „Ich habe viel von den Reitmeistern der alten Schule gelernt. Bürkner, Steensbeck, Schultheis, sie alle haben sich mit den Pferden befasst und der heutigen Reitkunst ihre faszinierenden Züge verliehen. Auch heute basiert die deutsche Reitkunst auf dem Wissen dieser großen Männer, sieht man die klassische Dressurschule in unseren Dressurgrößen wie Isabell Werth und Heike Kemmer.“ ...weiter im Heft
Raufe oder nicht?
Zu den modernen Angeboten vieler Reitställe gehören im Winter Gruppenpaddocks mit Heuraufe. Bietet diese Möglichkeit eine artgerechte Überbrückung der weidefreien Zeit oder ist sie zu risikoreich? Berit Salchow fragte nach.
PRO: Es kehrte Ruhe ein
Maike Rummelmann: Als ich vor einem Jahr in den neuen Stall kam war ich skeptisch, ob es mit Bella in der großen Herde gut gehen würde. Beruhigt hat mich eine andere Einstellerin, bei deren Pferd die Eingliederung völlig unproblematisch ablief, und die Tatsache, dass Stuten und Wallache bei uns getrennt stehen.
CONTRA: Frech an der Raufe
Philippa Hartmann: Wenn ich mir die neuesten Geschichten über Schlagverletzungen bei Pferden in meinem Stall anhöre bin ich froh, dass mein Pferd nur noch mit einem friedlichen Kumpel zusammen steht. Die beiden verstehen sich wirklich sehr gut, da habe ich nichts zu befürchten. ...weiter im Heft
Service
Traditionsreiche Zeitreise
100 Jahre Hengstparaden des Niedersächsischen Landgestüts in Celle, dieses besondere Ereignis wurde in der Herzogstadt besonders gefeiert. Landstallmeister Dr. Axel Brockmann lud zur Abendveranstaltung unter dem Motto: „Hengste, Show und Sternenhimmel“.
Durch die 275-jährige Geschichte des Celler Landgestüts führte Georg II., Kurfürst zu Hannover und König von England, sozusagen höchstpersönlich. Schauspieler Jörg Gohlke spielte den Monarchen. Er lud die Zuschauer zur Zeitreise durch die Geschichte ein. Moderiert wurde der Abend von der „Reiseleiterin durch die Zeit“, Patricia Harlos, die die rund 3000 Zuschauer, darunter auch Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen, mehr als drei Stunden verzauberte. Die Abendveranstaltung bildete den Auftakt zu den traditionellen Hengstparaden. ...weiter im Heft
Von pfeilschnellen Isländern und fliegenden Kaltblütern
Pferdegala ist nicht gleich Pferdegala. Die Nacht der Pferde hat auch 2008 (5. und 6. Dezember) wieder die europaweit angesagtesten Show-Acts, heißesten Newcomer und schönsten Pferderassen zu bieten. Von Lorenzo bis zum Celler Landgestüt, von Michael Freund bis zu Richard Hinrichs trifft sich hier das „Who is Who“ der Show-Szene.
Gänsehaut pur ist aber vor allem bei Arnaud Gillette, Star des französischen Pferdetheaters, angesagt. Höchste Dressurlektionen über der Erde zeigt er mit seinem mächtigen Percheron Hengst Felous erstmals im Rahmen der Messe Pferd & Jagd (4. bis 7. Dezember 2008) in Hannover bei den Gala-Showabenden. „Felous ist wie eine Traktorkarosserie, in der ein Sportwagenmotor steckt. Das macht ihn so besonders. Für das Publikum in Hannover wird meine Show sicher eine große Überraschung“, verrät Arnaud Gillette. Einen anderen Star braucht man eigentlich gar nicht mehr anzukündigen. Dichter, schwarzer Haarschopf, verwegenes Piraten-Hemd – meist stehend auf dem Pferderücken: Lorenzo beherrscht die Klaviatur von Action bis Emotion ganz spielerisch auf seinen sechs Schimmeln und bringt die Arena mit Sicherheit wieder zum Kochen. ...weiter im Heft