reitsport MAGAZIN Ausgabe November 2009



Titelthema

Reiten im Revier
Es ist ganz eindeutig: Ein Jäger darf nicht auf Reiter schießen. Aber beruhigt das wirklich, wenn es bei einem Ausritt plötzlich neben dem Pferd knallt? Herbst und Winter sind die hohe Zeit der Gesellschaftsjagden der „grünen Jäger“. Was tun, wenn man mit Pferd „zwischen die Fronten“ gerät?

Reiter und Jäger – beide sind gerne im Wald unterwegs, aber mit unterschiedlicher Motivation. Der Reiter sucht Erholung beim Ausritt, der Jäger will Ruhe im Revier. Da ist Ärger vorprogrammiert. Roland Klatt ist ein „Botschafter zwischen zwei Welten“: Er ist „grüner Jäger“ von Beruf und „roter Jäger“ aus Leidenschaft. Seit 40 Jahren reitet er – in Förster-Uniform – Schleppjagden in ganz Deutschland, und noch länger ist er verheiratet mit Ruth Klatt-Prien, die einen Reitbetrieb mit rund 100 Pferden leitet. Sie hat seit 40 Jahren einen Jagdschein, war 20 Jahre Jagdpächterin. Sohn Matthias führt den landwirtschaftlichen Betrieb in Hahausen, züchtet und bildet Pferde aus. Tochter Simone ist Tierärztin. Alle vier reiten und jagen. „Ich habe jeden Tag persönliche Interessenskonflikte“, bekennt Klatt.

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Sport

Jubiläum mit elf Nationen
Der Vielseitigkeitssport in Langenhagen blickt auf eine lange Tradition zurück und wieder einmal hat das Turnier in Twenge alle begeistert. Rund 2.000 Zuschauer besuchten den Hof Münkel, auf dem der Verein für Vielseitigkeitsreiterei zum 25. Mal ein internationales Vielseitigkeitsturnier ausrichtete. Mehr als 100 Reiterinnen und Reiter aus elf Nationen gingen an den Start, darunter auch Gäste aus Japan.
29 Teilnehmer stellten sich der Zwei-Sterne-Prüfung. Fast fünf Kilometer lang war die Querfeldeinstrecke mit 30 abwechslungsreichen, anspruchsvollen Hindernissen, die die beiden Parcourschefs Claus Münkel und Christian Zehe bestens der Umgebung angepasst hatten. Bereits in der Dressur hatten die spätere Siegerin Sandra Auffarth (RV Ganderkesee) und der Oldenburger Lord Lauries den Grundstein für ihren Erfolg gelegt. Nach einem fehlerfreien Geländeritt und einer makellosen Runde durch den Springparcours beendete das Paar die Prüfung mit dem Dressurergebnis von 39,1 Strafpunkten. ...weiter im Heft

Youngster im Großen Preis vorn
Ein Youngster aus Westfalen schnappte der etablierten Konkurrenz den mit 18.000 Euro dotierten Großen Preis von Rulle vor der Nase weg: Alexander Kernebeck, 19 Jahre jung aus Gronau, 2008 mit der deutschen Junioren-Equipe Dritter der Europameisterschafen und im ersten Jahr als Junger Reiter unterwegs. Mit der neunjährigen niederländischen Stute Quick Star sauste der angehende Metallbauer durch den Drei-Sterne-Parcours und verwies Martina Wrede mit Romeo und den Osnabrücker Patrick Stühlmeyer mit Last Chance auf die Plätze. Stühlmeyer hatte sich am ersten Sprung einen Fehler eingehandelt und verpasste damit bessere Aussichten.
Die Ruller Reitertage – das erste nationale Hallenturnier der Saison – verzeichneten auch 2009 volles Haus. Rund 8.500 Zuschauer verfolgten an vier Turniertagen die Wettbewerbe, angefangen von Springpferdeprüfungen für den vier- und fünfjährigen Nachwuchs bis hin zum Großen Preis. Auch für die Reiter nicht nur aus dem Großraum Niedersachsen und Westfalen gehört das Traditionsturnier zum Pflichtprogramm. ...weiter im Heft

Busch-Reiten in Ströhen
Niedersächsische Landesstandarte, Landesmeisterschaften, Ponywimpel, Compagel- und Derby-Eventing Cup: Beim internationalen Vielseitigkeitsturnier im Tierpark Ströhen fielen die Entscheidungen Schlag auf Schlag. Es ging nicht nur um gute Einzelplatzierungen.
Ausgeschrieben war neben der klassischen Ein-Sterne-Prüfung (CCI*) auch eine Kurzprüfung (CIC*). Hier hatten die Parcourschefs Ed Minhoff, Erwin Verbarg und Matthias Fiedler den Kurs so angelegt, dass er in einigen Teilen identisch mit dem des CCI* war, hatten aber bewusst schwierige Kombinationen und Hindernisfolgen durch leichter zu reitende Hindernisse ersetzt. So hatten auch nicht so erfahrene Reiter die Möglichkeit, in dieser Klasse zu reiten und die Prüfung zu beenden. ...weiter im Heft

Dressurqueen von Norderney
Sie kam, sah und siegte und krönte sich selbst zur Dressurqueen der Nordseeinsel Norderney. Gegen die Leistungen und das sympathische Lächeln einer Kira Wulferding sowie der sportlichen Präsentation ihrer beiden vierbeinigen Sportkameraden Rubinero und Revan war beim Reitsportereignis des Jahres auf der Ferieninsel kein Kraut gewachsen. Gleich vier der möglichen sieben Siegerschleifen in den schweren Prüfungen nahm die Reiterin aus Holzhausen mit aufs Festland. Im Übrigen – die Dressur wird immer mehr zum beherrschenden Element der Norderneyer Reitsportveranstaltung.
Die Ausrichtung des Turniers auf den Dressursport ist gewollt“, waren die Turnierleiter Klaus Gosch und Arno Junkmann begeistert von Akzeptanz. Phasenweise liefen auf fünf Plätzen inklusive des Nordseestrandes gleichzeitig Dressurprüfungen. „Vom Gardasee bis zur ostfriesischen Nordseeküste, die Dressurreiter kommen aus ganz Deutschland“. Allein 70 Starter in den S-Dressuren sprachen eine klare Sprache, genauso wie Kira Wulferding, die, wenn sie an den Start ritt, als Siegerin den Platz verließ. ...weiter im Heft

Reportage

Auf Kurs bleiben mit dem Anhänger
Vielen Autofahrern fällt das Fahren mit Hänger schwer. Nicht nur in Extremsituationen, oft schon im alltäglichen Leben. Aber es gibt Abhilfe: Das reitsport MAGAZIN war bei einem Sicherheitstraining für Gespanne dabei.
Autofahren kann ich gut. So denken wohl viele Männer mit Führerschein von sich. Wie aber sieht’s aus, wenn ich einen Hänger am Haken habe? Vor allem, wenn ich mit ihm in eine Extremsituation gerate? Um mich herum im Seminarraum des ADAC-Fahrsicherheitszentrums Lüneburg-Embsen sitzen an diesem wechselhaften Samstag weitere drei Männer und drei Frauen, alle um die 40, allesamt Pferdehalter. Und einigen geht es ähnlich wie mir. Sabine mit den längeren blonden Haaren zum Beispiel hat oft zwei Pferde zu transportieren. Trotz 5.000 Kilometern im Jahr mit Anhänger findet sie die Handhabung immer noch schwierig. ...weiter im Heft

Persönliches

Beruf kommt von Berufung
Janina Siemers lebt für die Pferde und die Ausbildung ihrer jungen Reiter.
Landesmeister, Deutsche Meister, Europameister – Titel, um die die 33-jährige Dressurausbilderin Janina Siemers in ihrer Reitlaufbahn selbst erfolgreich kämpfte, aber auch Titel, die sie mir ihren Schülerinnen und Schülern in der Vergangenheit in Serie erreichte. Die reiterliche Karriere von Janina Siemers, Tochter der Landwirtehepaares Bettina und Hans Siemers, begann genauso unspektakulär, wie die vieler erfolgreicher Pferdeleute. Kaum den Windeln entwachsen, stand das erste eigene Pony auf dem elterlichen Hof. ...weiter im Heft

Leinen- und Parcours-Spezialisten
Einer für alle, alle für einen. Das Musketier-Motto gilt auch für die begeisterte Fahrer- und Reiter-Familie Grundmann aus Fredenbeck bei Bremervörde. Denn wenn’s drauf ankommt bilden die Geschwister Niels (19) und Pia (14) nicht nur im Fahrsport oder Springsattel ein Team, sondern auch im Alltag.
Über den Pferdevirus muss man in dieser Familie nicht diskutieren. Der war und ist einfach da. Außer natürlich bei Oma (81), die das Ganze wohlwollend toleriert, sich freut, wenn Pia und Niels wieder Siegerschärpen, Schleifen, Medaillen und Pokale mit nach Hause bringen, aber ansonsten lieber alle mit Kuchen verwöhnt, als Stall-Luft zu schnuppern. „Ein Glück, dass wir die Oma haben, sonst wäre es gar nicht möglich, dass meine Eltern, Pia und ich für vier Tage auf ein großes Turnier fahren“, erzählt Niels. „Der Haushalt würde wohl komplett zum Erliegen kommen“, ergänzt Mutter Sigrid Grundmann, die ihren Mann im Reitverein – wo auch sonst – kennen und lieben lernte. ...weiter im Heft

Praxis

Modernes Netzwerk
Seit rund 20 Jahren geht er in Deutschland ins Netz, der Wind. Zunächst nur in Betrieben mit Vieh – dann auch in der Pferdehaltung. Mit gutem Ergebnis. Das Stallklima hinter den offenen Maschen ist prima.
Optimale Luft- und Lichtverhältnisse herrschen hinter den zumeist grünen Vorhängen, die es inzwischen aber auch in beige oder braun, weiß oder schwarz gibt. Wobei letztere den besten Durchblick garantieren: „Hinter den Netzen ist es fast so, als würde man draußen reiten. Die Lichtverhältnisse sind nahezu natürlich und der Blick gewissermaßen ungetrübt“, so Rainer Mielke von der Firma Equi-Sun aus Telgte. Auch Blendung oder Silhouetteneffekte lassen sich mit den Stoffbahnen verhindern. ...weiter im Heft

Mach mal "Aaa"!
Morgens, mittags, abends – von Kindesbeinen an lernen Menschen, wie wichtig das regelmäßige Zähneputzen ist. Inzwischen gibt es sogar ein vielfältiges Angebot an Zahnpflege-Zubehör für Hunde. Doch wie sieht es bei den Pferden aus?
Die Frage soll ein Scherz sein, oder?“ fragt Tierärztin Gisela Koopmann ungläubig und tippt sofort auf den Anruf einer Radio-Comedy-Show. Doch nach einigen Minuten lässt sie sich davon überzeugen, dass die Frage ernst gemeint ist und sich tatsächlich viele Pferdebesitzer damit beschäftigen. Die seit drei Jahren auf Pferdezähne spezialisierte Tierärztin aus Braunschweig gibt bereitwillig Auskunft: „Es ist aus mehreren Gründen nicht notwendig, Pferden die Zähne zu putzen. Das Pferd ist im Gegensatz zum Menschen kein Allesfresser sondern ein Pflanzenfresser. Die mögliche Auswahl an Futtermitteln ist viel weniger aggressiv als die Nahrung von Mensch oder Hund. Harmloser ist ebenso der Speichel eines Pferdes.“ ...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




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