reitsport MAGAZIN Ausgabe Dezember 2008



Titel

„Doping muss nachdrücklich bekämpft werden"
Ministerpräsident Christian Wulff (49) ist erklärter Pferdefan. Das Landeswappen mit dem Welfenross ist so ganz nach seinem Geschmack. Redaktionsleiterin Frauke Heidtmann sprach mit dem Regierungschef über Doping, Turniere, Polizeipferde und das Pferdeland.

RM: Herr Ministerpräsident, Niedersachsen wirbt mit Pferdestärken. Warum diese Kampagne?
Wulff: Pferde sind unsere Stärke. Niedersachsen ist das „Pferdeland“ und wird von außen so gesehen. Aber wir haben mehr zu bieten. Niedersachsen ist auch „Heide und Hightech“: Weltoffen, stark, kompetent und auf vielen Feldern weltweit innovativ führend. Wir Niedersachsen neigen oft zur falschen Bescheidenheit. Deshalb konzentrieren wir uns in der Kampagne darauf, auch diese Stärken in den Blickpunkt zu rücken.

RM: Welche Bedeutung hat das Pferd in Niedersachsen?
Wulff: Niedersachsen ist das erfolgreichste Pferdezuchtgebiet der Welt. Unsere Pferderassen sind weltweit bekannte und zugleich begehrte Markenprodukte. Mit niedersächsischen Pferden werden bei internationalen Turnieren zahlreiche Siege errungen. Rund 170.000 Pferde und somit mehr als 20 Prozent des gesamten deutschen Pferdebestandes stehen in den Ställen unserer Halterinnen und Halter. Pferde sind ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt: In Niedersachsen gibt es rund 45.000 Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt am Pferd hängen; Futtermittelproduzenten, Anbieter von Reitsportartikeln und landwirtschaftliche Betriebe, die Reittourismusangebote als zusätzliches Standbein entwickelt haben.

RM: Glauben Sie, dass die reitsportliche Förderung des Landes noch ausgebaut werden sollte?
Wulff: Der Reitsport gehört im Leistungssportförderkonzept des Landessportbundes zur höchsten Förderstufe. Die Nachwuchsarbeit in Niedersachsen funktioniert bereits hervorragend.

...weiter im Heft

Sport

Beckers Abschied
Pure Emotionen prägten die German Classics 2008. Pferde- und Reiterabschiede aus dem Großen Sport, ein denkwürdiger Aufmarsch der Kreisreiterverbände für Erika Cordts und natürlich wie immer klasse sportliche Leistungen in Hannovers Messehalle 2.
Eine Packung Taschentüchter war mit Sicherheit das gefragteste Utensil auf den Zuschauerrängen. Denn Tränen der Rührung gab es gleich mehrfach. Zum Beispiel während der klammheimlich hinter den Kulissen vom Turnierveranstalterpaar Bettina und Paul Schockemöhle geplanten „kleinen“ Abschiedsrunde des schneeweißen und quietschfidelen Holsteiner Sport- und Zuchthengstes Cento (19) mit seinem langjährigen Reiter Otto Becker (49). Offiziell war Cento bereits 2006 aus dem Sport verabschiedet worden. Hier sollte es ein Abschied Beckers als aktiver Teilnehmer von den German Classics sein – da konnten die beiden allerdings noch nicht wissen, dass der zukünftige Bundestrainer der deutschen Springreiter mit Lunatic mal eben ganz souverän die fünfte Riders-Tour-Qualifikation in Hannover klarmacht und mit diesem furiosen Sieg gleich selbst den Abschied seiner internationalen Sportkarriere im Sattel einläutet. Aber der Reihe nach. ...weiter im Heft

Schulwettbewerb lockt Zuschauermassen
Turnierleiter Dr. Kaspar Funke ließ erst gar keine Zweifel aufkommen: „Die Oldenburger Pferdetage waren noch nie so gut besetzt wie dieses Jahr.“
Funke riet allen Journalisten, Oldenburg nicht nur an den deutschen Startern des CSI*** zu messen, sondern ihren Blick auf das „international hochkarätige Starterfeld“ zu richten. Schließlich habe man Olympiateilnehmer, amtierende Weltmeister und einen amtierenden Mannschaftseuropameister am Start gehabt. Zudem hatte das Publikum mit Carsten-Otto Nagel und Janne-Friederike Meyer die beiden Führenden der Riders-Tour in den Weser-Ems-Hallen genießen dürfen. ...weiter im Heft

"Hier zu gewinnen ist ein Erlebnis"
Markus Renzel strahlte einfach nur noch im Sattel von Christoph Columbus, als die Uhren im Großen Preis von Vechta, dem Finale in der Championstrophy im Pferdesportcentrum Vechta, bei 27,91 Sekunden stehen blieben.
Der Reiter vom RFV Alt Marl hatte die bärenstarken Mitbewerber wie Felix Haßmann (Lienen), Hans-Thorben Rüder (Fehmarn), Carsten-Otto Nagel bis hin zu Mynou Diederichsmeier im Stechen des mit 10 000 Euro dotierten S***-Springens vor knapp 1800 Zuschauern als drittletzter Reiter des Stechens alt aussehen lassen. Die Zeit wurde nur noch von Bastian Freese – vier Strafpunkte – (Oldenburger Münsterland) um eineinhalb Sekunden unterboten. „Das war absoluter Topsport“, geriet nicht nur Ludger Fischer aus der Turnierleitung der Turniergemeinschaft Vechta, Veranstalter des 6. Oldenburger Hallenchampionats ins Schwärmen. „Hier zu gewinnen ist schon ein tolles Erlebnis“, pflichtete ihm Markus Renzel bei und den Mitbewerbern schon mal „drohte“, „ich freue mich schon auf nächstes Jahr“. ...weiter im Heft

Überraschung inklusive
In der sechsten Auflage fand die Finalprüfung der Grenzlandtour in Grasleben statt. Die Tour, die seit 2003 von den Vereinen Etingen, Gardelegen, Grasleben, Vorsfelde und Zobbenitz zur Förderung des gehobenen Reitsports ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einer festen Größe im Turnierkalender entwickelt.
In dem S*-Springen mit Stechen setzte sich Marcel Buchheim (RV Ihleburg) souverän auf Corian durch. Das Paar benötigte 37,79 Sekunden, um den anspruchsvollen Stechparcours von Jens Hasfeld ohne Fehler zu überwinden. Über den zweiten Rang konnten sich der amtierende Landesmeister von Hamburg/Schleswig-Holstein Markus Brose (RV Rehagen-Hamburg) und sein Camillo freuen. Die Uhr blieb hier bei 41,59 Sekunden stehen. Platz Drei belegte ebenfalls Marcel Buchheim auf San Orcano (42,06 Sekunden). ...weiter im Heft

Persönliches

Den Pferden hinterher geguckt ...
Nach einer zweijährigen „Fortbildung“ bei Lars Nieberg im hessischen Wäldershausen, ist die 37-jährige Imke Harms wieder auf ihren Heimathof im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge zurückgekehrt.
Ein Leben ohne Pferde und Reiten ist für die Springreiterin gar nicht vorstellbar. Schon als kleines Mädchen hat sie mit ihrer Schwester Dorit (38) immer den Pferden hinterher geschaut. „Als dann ein Dachdecker auf unseren Hof kam und einen ehemaligen Schweinestall für seine Pferde restaurieren wollte, war es um uns wirklich geschehen,“ erinnert sich Imke. Denn nun gab es keine Ausrede mehr für Vater Harms, den Töchtern ein Pferd vorzuenthalten. ...weiter im Heft

Per Zufall zum Turniersport ...
In nur vier Jahren schaffte Stefanie Abend, Kadermitglied des Pferdesportverbandes Bremen, den Sprung vom Reiterwettbewerb zur schweren Dressurklasse.
Eigentlich hatte Stefanie Abend gar kein Interesse am Turniersport und fühlte sich auf Meyers Ponyhof in Scharmbeckstotel pudelwohl. Doch als ihre Schwester Melanie 2004 mit dem Dressurreiten aufhörte, wollte Stefanie wenigstens einmal mit deren Pony Deja-vu Turnierluft schnuppern. Stefanie belegte prompt den ersten Platz im Reiterwettbewerb mit „Krümel“, wie der kleine Fuchs liebevoll genannt wurde. Vom Ehrgeiz gepackt, folgte ein Turnierstart dem nächsten und von einem Verkauf des Ponys sprach niemand mehr. Noch im gleichen Jahr ritt Stefanie ihre erste FEI-Aufgabe. Bei den Bremer Landesmeisterschaften im Sommer 2006 belegte sie mit Krümel den dritten Platz bei den Ponyreitern. ...weiter im Heft

Praxis

Uuuund action!
„Dressur ist eben doch ein bisschen langweilig und was für Angsthasen,“ kritisieren viele Springreiter halbwegs ernst gemeint die Lieblingsdisziplin ihrer Reitkollegen. Drei springbegeisterte Reiter erklären das Besondere am Springsport und warum ihre Wahl gerade auf diese Disziplin fiel.
Im Land zwischen den Meeren und unter Springreitern aufgewachsen ist Sarah Heer. Mit sieben Jahren begann die heute 27-Jährige bei einem Holsteiner-Züchter mit dem Reiten. Zuerst ritt sie Ponys und dann – logisch – Holsteiner. Im Parcours war sie in den vergangenen Jahren erfolgreich bis zur Klasse L unterwegs. „Wir hatten immer nur Springpferde, damit war die Wahl zwischen den Disziplinen schon besiegelt. Wenn man ausschließlich Springreiter um sich herum hat, spornt einen das natürlich an.“ ...weiter im Heft

Kniestrümpfe: todschick?!
Dem einen sind sie ein Dorn im Auge, der andere findet die inzwischen weit verbreitete Mode todschick: Karierte Kniestrümpfe zieren die Reiterwaden jeden Alters. Berit Salchow wollte es genau wissen.
PRO: Sehr praktisch
Janine Arndt aus Bremerhaven: Schon als ich karierte Kniestrümpfe vor ein paar Jahren zum ersten Mal gesehen habe, fand ich sie zum Reiten sehr praktisch. Damals waren sie unter Reitern gar nicht so verbreitet und ich erntete gleich einige spöttische Blicke. Die Farben meines ersten Paares waren blau-grau, also nichts sehr extravagantes. CONTRA: Ein Alptraum
Helga Schrader aus Neumünster: Ich finde es total albern, wenn eine Gruppe von Leuten, in diesem Fall die Reiter, sich über so merkwürdige Modeerscheinungen wie karierte Kniestrümpfe definieren wollen. Das ist auch nicht besser als der Run auf „Dresswerk“- oder „Wellensteyn“-Jacken, bloß dass man die karierten Strümpfe dazu auch noch meilenweit erkennen kann. Ich glaube, dass viele diese Mode nur mitmachen, weil es eben alle tun, und nicht, weil sie diese Art der Fußbekleidung wirklich schick finden.
...weiter im Heft

Reportage

Reiten in der Stadt
Asphalt statt grüner Weiden, Straßen statt romantischer Feldwege. Die Stadt bietet grundsätzlich nicht die idealen Grundvoraussetzungen, um Reitsport zu betreiben. Eine Problematik, die gerade für den Pferdesportverband Bremen ein Thema ist.
In dem kleinen Pferdesportverband sind rund 3500 Mitglieder in 27 Reitvereinen organisiert. Die Reitvereine, die in dem Stadtstaat auf einer Reitanlage ansässig sind, haben vor allen Dingen mit einem Problem zu kämpfen: Zu wenig Platz. „Da unsere Anlage nur ein begrenztes Platzangebot hat, bedarf es eines erheblichen Maßes an Aufwand, um für unsere Pferde einen regelmäßigen Koppelaufenthalt gewährleisten zu können, weiß Barbara Rathke vom Reitclub St. Georg zu berichten. ...weiter im Heft

Spezial

reitsport MAGAZIN Pferd&Jagd spezial
Alles Wissenswerte rund um Europas größte Messe für Reiten, Jagen und Angeln
Bei 420 Ausstellern in den Pferdehallen 21, 22, 23 und 24 kann man auf der Pferd & Jagd schon
mal leicht den Durchblick verlieren. Wo waren jetzt noch gleich Islandpferde, Hufschmiede, Fahrsport-Experten, Pferdeanhänger oder die Lieblingsfirma in Sachen Reitsportbekleidung? Die Westernreiter zu finden, ist 2008 übrigens ganz einfach! Immer der Live-Musik von Pullman-City in Halle 22 nach ...
...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




Umfrage Februar
über das Internet
über den Pferdesportverband
über Fachzeitschriften
über den Verein/Pferdebetrieb




Schnappschuss der Woche

Das reitsportMagazin ist offizielles Mitteilungsblatt der Pferdesportverbände