reitsport MAGAZIN Ausgabe Dezember 2009



Titelthema

Vergessene und ungenutzte Chancen
Was ist der erste Schritt, um eine Krise zu meistern? Man muss wissen, dass man in einer Krise steckt. Diese einfache Erkenntnis scheint bei vielen Beteiligten im Turniersport noch nicht ganz angekommen zu sein. Und überhaupt, in welcher Krise soll der Turniersport denn stecken?
Auch die abgelaufene Saison hat wieder mehrere Tausend Veranstaltungen erlebt mit zahllosen Prüfungen und vollen, teilweise viel zu vollen Starterfeldern. Doch betrachtet man die Turniersportstatistiken über einen etwas längeren Zeitraum im Detail, tritt klar zu Tage, dass die Zahl der Reiter, die eine Jahresturnierlizenz beantragen, von Jahr zu Jahr kontinuierlich abnimmt.Beantragten im Jahr 1999 noch mehr als 96.000 Reiter eine Jahresturnierlizenz (oder – wie es damals noch hieß – einen Reitausweis), so waren es im Jahr 2007 noch gerade gut 81.000. Das entspricht für den relativ kurzen Zeitraum von acht Jahren einem Rückgang von mehr als 15 Prozent. Darüber kann auch der leichte Zuwachs im Jahr 2008 nicht hinweg täuschen, der sich ausschließlich aus den Neuregelungen der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) für die ehemalige Kategorie C ergibt. Betrachtet man die Turniersportstatistiken der vergangenen Jahre im Detail, so ergeben sich weitere überraschende Tendenzen. Denn der Rückgang bei den Inhabern der Jahresturnierlizenzen betrifft den Sport nicht flächendeckend. Er zeigt sich nur in ganz bestimmten Bereichen. ...weiter im Heft

Sport

Hannover trumpft auf
Ein neuer Zuschauerrekord, ein Überraschungssieger im Großen Preis, und wie immer mitreißender und spannender Sport. Vier Tage lang stand die Messehalle 2 in Hannover ganz im Zeichen der German Classics.
Hätte man Christian Ahlmann vor den German Classics nach seinem Abschneiden gefragt, hätte er mit allem, aber nicht mit einem Sieg mit Taloubet Z im Großen Preis gerechnet. Erst seit wenigen Monaten steht ihm der Galoubet-Sohn, der seiner Freundin Judy-Ann Melchior gehört, zur Verfügung. „Am Anfang war es nicht so einfach mit ihm, aber er ist ein absolutes Ausnahmepferd“, sagt Ahlmann. Knapp geschlagen musste sich Ludger Beerbaum mit der erst achtjährigen Gotha mit Rang zwei begnügen, war aber keinesfalls unzufrieden: „Für uns war heute das Maximum der zweite Platz. Gotha ist noch sehr jung, es fehlt noch die allerletzte Finesse bei den Wendungen“, machte er klar. Rang drei ging an den Schweden Rolf-Göran Bengtsson mit seinem Olympiapferd Ninja la Silla. ...weiter im Heft

Schulwettbewerb Reiten begeistert auch im 20. Jahr
Die Oldenburger Reitertage wären ohne das Finale im Schulwettbewerb Reiten um eine Attraktion und rund 3.000 Zuschauer ärmer. Der in Deutschland einzigartige Wettbewerb feierte in den Weser-Ems-Hallen sein 20. Jubiläum.
Bei der Erstauflage gab es nur ein sogenanntes Steinspringen, geteilt nach Ponys und Großpferden. Die Sieger damals waren bei den Pferden Anna Ohlenburg (Johannes-Althusius-Gymnasium Emden) mit Rufus, bei den Ponys Kathrin Fenske (Gymnasium Marianum Meppen) mit Hedja. Als Richter fungierten Alwin Schockemöhle, Olympiasieger in Montreal (1976), Franke Sloothaak, Mannschaftsolympiasieger von 1988 in Seoul, Hans Roddewig aus Aurich und der damalige Jugendwart des PSV Weser-Ems Klaus Gosch. „Ich erhielt für meinen Ritt die Wertnote 9,5“, erinnert sich die heute 32-jährige Studienrätin für Sport, Deutsch und Spanisch am Gymnasium in Neustadt am Rübenberge, Kathrin Fenske. ...weiter im Heft

Guter Sport lockt viele Zuschauer
Das Isterberger Hallenreitturnier bot einmal mehr alles, was das Herz eines Pferdesportfans erfreut: Hoffnungsvolle Talente, klangvolle Namen, eine Überraschungssiegerin im Großen Preis und einen Abschied aus dem Turniersport.
Denise Sulz vom RC Aischbach/Gültstein, einem Ortsteil der Universitätsstadt Tübingen, hatte niemand wirklich auf der Rechnung stehen. Die Brüder Ben und Wim Schröder oder Gerald Geesink und Tom Brinkmann aus den Niederlanden, Johannes Ehning, Eva Bitter, Uwe Volmer, sie alle kamen eher für einen Sieg im Großen Preis von Isterberg in Betracht. Aber die 21-jährige Baden-Württembergerin hatte schon am Samstagabend mit ihrem Sieg in der Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S* überrascht. Im Großen Preis blieb neben Sulz nur Ben Schröder mit BMC Unianiem fehlerfrei. Am Ende lag fast eine halbe Sekunde zwischen Sulz mit Acara NH und dem Zweitplatzierten. Die Überraschung war perfekt. ...weiter im Heft

Die Mischung macht´s
Turnierleitung zufrieden, Reiter und Zuschauer zufrieden, Sponsor und Gönner zufrieden. So ließ sich die Stimmung beim achten Oldenburger Jugendchampionat im Oldenburger Pferdesportzentrum Vechta charakterisieren.
Großes Lob zollten Bezirksjugendwartin Wiebke Tönjes und Richard Hannöver von der Turnierleitung den Turnierhelfern. Jeder Kreisverband hatte bestimmte Aufgaben übernommen, dazu packten die Jungkolpinger Vechtas nicht nur im Parcours kräftig mit an, so dass „Pico“ Hannöver mit Stolz erklärte: „Eine so entspannte Situation bei den Helfern wie dieses Mal hatten wir noch nicht“. Da bewältigte man die rund 400 Nachwuchstalente des Oldenburger Verbandes dank eines unkonventionellen Turnierkonzeptes mit Bravour. ...weiter im Heft

Persönliches

Neues Design mit altem Charme
Im beschaulichen Luhmühlen tut sich etwas. RM-Mitarbeiterin Donata von Preußen hat den Geschäftsführer des Ausbildungszentrums Luhmühlen, Dr. Roland Wörner, besucht.
Ich treffe Dr. Roland Wörner in seinem Büro. Seit wenigen Monaten ist er Geschäftsführer des Ausbildungszentrums Luhmühlen (AZL). Er hat große Pläne, gestaltet von Equus Design, vor sich ausgebreitet. Das Planungs- und Einrichtungsbüro hat auch die Reitanlagen von Otto Becker, Sören von Rönne und Isabell Werth geplant, und wer diese einmal gesehen hat, der weiß, dass hier ausgesprochene Experten am Werk sind. ...weiter im Heft

Reitgefühl in die Wiege gelegt
Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2009 in München war sie mit ihren erst zehn Jahren die mit Abstand jüngste Starterin. Das hinderte die Emsbürenerin Justine Tebbel aber nicht daran, sich nachhaltig mit Rang elf auch bei Bundestrainer Peter Teeuwen ins Gespräch zu bringen.
Justine Tebbel hatte die Windeln längst noch nicht abgelegt, da saß sie schon im Sattel eines Ponys mit Namen Blümchen, mit dem auch der 16-jährige Bruder Maurice die ersten Lektionen der bis heute sehr erfolgreichen Nachwuchskarriere im Springsport absolvierte. „Mit Blümchen habe ich viele Führzügelklassenwettbewerbe gewonnen“, ließ die begeisterte Fußballerin der D2-Mädchenmannschaft der Concordia Emsbüren – „da spiele ich meist hinten rechts und muss die Bälle wegschießen“ – schon sehr früh erkennen, dass sich das Reiterblut des Tebbel-Clan nahtlos fortgepflanzt hatte. ...weiter im Heft

Praxis

Keine Schlitterpartie
Hufschutz im Winter fängt bei der täglichen Pediküre an und zieht sich bis zu einem sachgerechten Winterbeschlag durch.
Hufe sind in den kalten Monaten großen Belastungen ausgesetzt: Die meisten Pferde stehen extrem lange in der Box, ihre Hufe sind also – vor allem bei nicht ganz sauberem Matratzenstreu – permanent einem aggressiven und feuchten Klima ausgesetzt. Auf die Pflege muss daher besonders geachtet werden. Zu speziell ausgezeichneten Winterpflegeprodukten gehören Öl-Gele. Das Besondere an ihnen ist ihre Konsistenz: Sie behalten auch bei minus 15 Grad Celsius noch ihre Geschmeidigkeit. ...weiter im Heft

Frau Doktor zu Pferde
„Gib mal her, ich will da mal rauf!“ Diesen Satz ist so mancher Reitschüler aus dem Mund seines Ausbilders gewohnt, weniger aber aus dem des Tierarztes. Beim ersten Mal war Britta Seiler so irritiert, dass es ihr die Sprache verschlug, sprang aber trotzdem vom Pferd und drückte die Zügel ihres Dressurpferdes der jungen Tierärztin in die Hand.
Für viele Pferdebesitzer ist es eine ganz neue Situation, jemanden das geliebte Pferd reiten zu lassen, über dessen Reitkünste sie nichts wissen. Sie entspannen sich jedoch schnell wieder, wenn sie sehen, dass ich bestenfalls ein paar Zirkelrunden auf jeder Hand trabe und galoppiere.“ Als besonders berühmt würde Helen Kilau ihre Reitkünste nicht bezeichnen. Vor einigen Jahren hat sie ihr Großes Reitabzeichen gemacht und reitet gelegentlich eine A-Dressur auf Turnier. „Der Sinn besteht nicht im guten Vorreiten, sondern darin, dass ich ein Gefühl für das Pferd bekomme. Ich will wissen, wie gut der Rücken mitarbeitet, wie schief das Pferd ist und wie es mitarbeitet oder ob es sich zum Beispiel beim Einstellen wehrt.“ ...weiter im Heft

Service

Weihnahtsbasar
Auch wir freuen uns zu sagen: "Es weihnachtet sehr!"
Wir stellen Ihnen schöne Produkte rund um den Pferdesport vor – zum Wünschen, Schenken oder mit dem Reitsport Magazin sogar zum Gewinnen in der Weihnachtsverlosung. ...weiter im Heft

Spezial

reitsport MAGAZIN Pferd&Jagd spezial
Alles Wissenswerte rund um Europas größte Messe für Reiten, Jagen und Angeln
Ob handgefertigte Fahrpeitsche, Baumlos-Sattel oder neueste Stalltechnik: Bei mehr als 400 Ausstellern in den Pferdehallen wird man auf der Messe Pferd & Jagd ganz sicher fündig auf der Suche nach den neuesten Trends. ...weiter im Heft

Inhalt






Das nächste Heft erscheint am 29. Februar




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