DEZEMBER 2011



Die Skala im Fokus
Leichte Anlehnung, korrekte Biegung und Stellung: Richtiges Longieren wirkt sich ebenso gymnastizierend aufs Pferd aus wie die Arbeit unterm Sattel. Wie aus dem Training an der Longe eine echte Arbeitseinheit wird, erklärt Longier-Profi Wilfried Gehrmann.
Beim Longieren dient ebenso wie beim Reiten die Skala der Ausbildung als Orientierungshilfe“, sagt der Experte. Leider werde die Arbeit an der Longe vielfach als Notlösung angesehen, um das Pferd kurz zu bewegen. Genau das ist aber falsch. „Es muss eine Aufwärm- und eine Dehnungsphase geben, bevor es an die richtige Arbeit geht“, so Gehrmann. Statt eines losgelassenen Pferdes, das sich im Takt im Kreis bewegt und wohlmöglich sogar zur Versammlung findet, sieht man vielerorts aber eher Pferde, die unkontrolliert um den Longenführer herumschießen und sich mit wilden Bocksprüngen Luft machen. „Eine gefährliche Sache“, mahnt Gehrmann. „Die Verletzungsgefahr ist sehr groß.“
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Pro Durchlässigkeit
Diejenigen, deren Pferd die Dressuraufgabe schon im Schlaf absolvierte und möglicherweise schon hibbelig wurde, bevor es an die Galopptour ging, dürften aufatmen: Mit der Neuauflage des Aufgabenheftes Reiten wurden mehr als 50 Prozent der Prüfungsaufgaben in Turnieren verändert oder neu geschrieben.
Die FN sieht das ganze unter dem Motto: „Gutes Reiten soll stärker belohnt werden“. Am 1. Januar treten die neuen Dressuraufgaben von Klasse E bis S in Kraft. Auch wenn das Rad nicht gänzlich neu erfunden wurde: Die Turnierreiter müssen sich auf einige Änderungen einstellen.
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Ethische Grundsätze oder Blutsport?
Und noch eine Änderung im FEI-Dressurreglements: Die Verantwortlichen hatten sich während der Generalversammlung Mitte November in Rio de Janeiro die Verabschiedung der so genannten „Blood Rule“ vorgenommen. Die soll regeln, wie zukünftig mit blutenden Pferden in Wettbewerben umgegangen wird. Ein Thema, das die Gemüter erhitzt.
Denn: Bisher gab es keine eindeutige Regelung, wie beim Vorhandensein von Blut am Pferd während des Wettbewerbs zu verfahren ist. In der Praxis war es so, dass ein Pferd abgeläutet wurde. Mit dem neuen Passus der FEI soll es klare Normen geben: Eine Blutung führt zum Ausschluss. Lediglich bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften kann eine Ausnahme zugelassen werden. Ist bei einem Championat Blut zu erkennen, muss der Chefrichter das Pferd abläuten.
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Von jungen Siegern und fröhlichen Abschieden
Bei den German Classics in Hannover deutete sich ein Generationswechsel im deutschen wie im internationalen Springsport an. In allen Hauptprüfungen ließen die „jungen Wilden“ die etablierten Sportler hinter sich. Ergebnisse, die die Veranstalter im elften Jahr der German Classics durchweg positiv stimmten.
Nahezu sensationell war der Sieg von Jörg Oppermann im Solartechnik Stiens Grand Prix, der vorletzten Etappe der DKB-Riderstour. Der 26-jährige aus Rheinland-Pfalz ließ mit dem Holsteiner Che Guevara in fehlerfreien 36,28 Sekunden die Konkurrenz hinter sich und konnte seinen Sieg kaum fassen: „Das ist unglaublich, ich muss das erstmal verarbeiten. Mein Hengst springt schon die ganzen letzten Wochen und Monate unglaublich gut, aber ich bin immer schlecht im Stechen geritten“, so der Nachwuchsreiter.
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Fünfte Jahreszeit
Längst ist das Hallen-Reitturnier in Grasleben eine feste Größe im niedersächsischen Pferdesportkalender. „Das ist für uns die fünfte Jahreszeit“, sagt Claus Schridde, der gemeinsam mit Alfred Konzag und Thomas Müller die Turnierleitung inne hat. So durften sich die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder über Teilnehmer aus allen
Bundesländern sowie über knapp 250 Nennungen mehr als im letzten Jahr freuen. Dabei liegen nicht nur für Alfred Konzag die Gründe für die gestiegenen ennungszahlen auf der Hand. „Das spricht sich natürlich rum. Zu einem guten Turnier fährt man gern.“
Erstmals fand in diesem Jahr das Finale im reitersicher.de Junior Cup statt. Hierfür konnten sich Junioren mit den Leistungsklassen 5 und 6 über eine Stilspringprüfung der Klasse A*, die auf vier Stationen ausgetragen wurde, qualifizieren. Im Finale kämpften dann die 25 punktbesten Paare in einem A**-Stilspringen mit Stechen um Sieg und Platzierung und die ersten zwölf platzierten Teilnehmer erhielten als Ehrenpreis einen zweitägigen Springlehrgang bei Alfred Konzag.
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Vielseitige Schwestern
Sie sind erst elf und 13 Jahre alt, die eine reitet Ponys, die andere Pferde. Felicia und Antonia von Baath aus Salzhausen haben den Busch-Virus von ihrer Mutter und Ur-Großeltern väterlicherseits „geerbt“. Beide Schwestern holten schon Mannschafts-Gold bei der Goldenen Schärpe. Antonia krönte ihre Saison 2011 mit dem Landesmeistertitel der Vielseitigkeits-Junioren.
Crazy Blaze schmeißt ihren Hinterhandmotor an und gibt zu verstehen, was sie unter einem ordentlichen Aufwärmgalopp versteht. Nämlich richtig Tempo machen. Felicia muss immer lachen, wenn das vierbeinige Power-Paket aufdreht. Und die siebenjährige Reitponystute zieht noch eine weitere schnelle aber kontrollierte Runde auf dem Trainingsgelände des Ausbildungszentrums (AZL) Luhmühlen.
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Züchten – warum eigentlich?
Züchten ist eine Leidenschaft. Wer es noch nicht versucht hat, sei gewarnt: Pferdezucht birgt ein hohes Suchtpotenzial! Passionierte Züchter kennen Freud und Leid der Pferdezucht. Wer jedoch nicht Züchter aus Überzeugung ist, sondern vorerst nur damit liebäugelt, seine Stute decken zu lassen, sollte verschiedene Aspekte berücksichtigen. Das beginnt mit der eigentlichen Motivation: Warum soll die Stute gedeckt werden?
Für Stutenbesitzer gibt es verschiedene Gründe, in die Zucht einzusteigen. Wer seine Stute normalerweise reitet, möchte sie vielleicht decken lassen, wenn die Nutzung als Reitpferd wegen Zeitmangels zu kurz kommt. Manche möchten einfach einmal das Erlebnis „Fohlen“ haben, andere träumen davon, durch die Pferdezucht Geld zu verdienen. Vielleicht ist die Stute nicht mehr reitbar, vielleicht möchte der Reiter sein eigenes Nachwuchspferd züchten – so zahlreich die Pferdebesitzer sind, so vielfältig sind auch die Gründe für die Bedekkung einer Stute.
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Ein gutes Pferd hat keine Farbe
Während die einen Rappen langweilig finden, erliegen andere dem klassischen „Black Beauty-Zauber“ vom beeindruckenden wilden Rappen, der sich nur vom Besitzer reiten lässt und alle Übrigen im hohen Bogen von seinem Rücken katapultiert.
Heutzutage wählen die Pferdebesitzer ihre Vierbeiner eher nach persönlichen Vorlieben, als nach traditionellen Gesichtspunkten aus. Im Mittelalter war das anders. Damals erreichten Pferde die bisher
größte Bedeutung für den Menschen. Die Bandbreite der Fellfarben war begrenzt und es wurden mit jeder Farbe bestimmte körperliche und Charaktereigenschaften in Verbindung gebracht.
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Vom Reiterdorf zur Pferderegion
Reiterherz, was willst du mehr? Endlose Heidesand-Reitwege, ein Top-Trainingszentrum
für alle Reitweisen, Hotels und Betriebe, die sich auf Reiter und ihre Vierbeiner als
Gäste eingestellt haben, pferdefreundliche Baugebiete, Schulsport-Kooperationen,
und Veranstaltungen, die jedes Jahr Gäste aus aller Welt nach Luhmühlen, dem Mekka der Vielseitigkeit, pilgern lassen.
Anlässlich der Deutschen Meisterschaften Vielseitigkeit in diesem Jahr in Luhmühlen wurde die Gemeinde Salzhausen als Landessieger des Pferdesportverbandes Hannover im von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und den Landesverbänden ausgeschriebenen Wettbewerb „Pferdefreundliche Gemeinde/Region“ offiziell ausgezeichnet. „Das Schild wird einen werbewirksamen Platz am Rathaus bekommen“, freuten sich Elsabe Rolle, Bürgermeisterin der Gemeinde Salzhausen, und Hans-Hermann Putensen, Gemeindedirektor der Samtgemeinde Salzhausen.
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