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Zu einem Vielseitigkeitsturnier mit „Hindernissen“ erreichte uns folgende Zuschrift von Richard Bock, Aktivensprecher der Vielseitigkeitsreiter im Bezirk Braunschweig:
Im August war ich mit Reiterkollegen auf einem Vielseitigkeitsturnier im Gebiet des PSV Hannover. Ich kannte den Turnierplatz vom vergangenen Jahr, es hatte mir so gut gefallen, dass ich in diesem Jahr mit drei Pferden in der VA an den Start ging. Das Turnier findet auf einer tollen Anlage statt, die für Dressur und Springen alle Möglichkeiten bietet. Das Gelände wird mit viel Liebe gebaut, sowohl die Art der Hindernisse als auch die Streckenführung sind ansprechend. Auch der Wettergott meinte es an diesem Wochenende wirklich gut mit uns – insgesamt also eigentlich perfekte Voraussetzungen für ein tolles Wochenende! Doch es sollte anders kommen…Unverständlich war schon die Reihenfolge der Teilprüfungen. Wir starteten wie gewohnt mit der Dressur. Danach stand nicht – wie üblich – das Springen auf dem Programm (die Anlage hätte es ermöglicht), sondern das Gelände. Die Dressur war im Zeitverzug, die ausgegebenen Startzeiten stimmten nicht mehr. Knapp 30 Minuten vor Beginn der Geländeprüfung wurden dafür die Startzeiten ausgegeben. Bis dahin war nicht klar, ob das Gelände würde pünktlich beginnen können. 30 Minuten sind zu wenig Zeit, um Pferde für das Gelände vorzubereiten, der Abreiteplatz war zudem von Wildschweinen zerwühlt. Auf der Startertafel waren Kopf- statt Rückennummern ausgewiesen, das führte zu Verwechselungen und die Startreihenfolge wurde nicht immer eingehalten.Das Gelände ließ sich flüssig reiten, die Ritte wurden zur Freude der Zuschauer über Lautsprecher kommentiert. Leider gab es aber einige zweifelhafte Entscheidungen: So wurden Verweigerungen und das anschließende Anreiten des Chicken-Ways nicht korrekt bewertet, oder „fremde Hilfe“ nicht berücksichtigt. Die Listen, die nach dem Gelände an der Meldestelle aushingen, waren fehlerhaft.Als letzte Teilprüfung folgte das Springen. Die Pferde wurden also zum dritten Mal an diesem Tag abgeladen und gesattelt. Das Springen startete mit einigem Zeitverzug, leider gab es dazu keine Informationen vom Veranstalter, so dass die Pferde vorbereitet auf ihren Einsatz warten mussten. Die Ergebnislisten nach dem Springen waren nicht korrekt, Nachbesserungen waren nötig. Zur Siegerehrung wurden die Platzierten per Lautsprecher aufgerufen und gebeten, sich einige Minuten später auf dem Springplatz einzufinden. Ein großer Teil der Reiter war aufgrund der Zeitknappheit und auch, um die Pferde zu schonen, zu Fuß erschienen. Der Veranstalter verlangte das Erscheinen zu Pferde, da ansonsten die Platzierung aberkannt werden müsse. Die Reiter, die sich zu Fuß in die Platzierung begeben hatten, wollten geschlossen auf ihre Platzierung verzichten und den Springplatz verlassen. Der Veranstalter begann dann doch mit der Platzierung. Sobald jedoch ein Reiter ohne Pferd geehrt werden sollte, wies der Stadionsprecher erneut darauf hin, dass Platzierungen ohne Pferd nicht möglich seien. Das führte dazu, dass ein schon platzierter Teilnehmer dem Sieger der zweiten Abteilung sein Pferd lieh, damit diesem die Platzierung dann nicht doch aberkannt würde. Es ist richtig, dass die LPO die Platzierung zu Pferde vorsieht. Wenn aber nach einem langen Veranstaltungstag in großer Hitze die Reiter zur Schonung ihrer Pferde auf die Ehrenrunde verzichten, sollte das respektiert werden. Und ist der Veranstalter einmal damit einverstanden, muss nicht während der Platzierung ständig darauf hingewiesen werden. Was bleibt von dieser Veranstaltung ist ein schaler Nachgeschmack, und das ist schade. Jeder Reiter weiß, wie aufwändig die Organisation eines Vielseitigkeitsturniers ist, es ist daher besonders schade, wenn nach soviel geleisteter Arbeit keine schönere Erinnerung bleibt. Veranstaltern sei daher angeraten, aktive Vielseitigkeitsreiter in Planung, Organisation und Durchführung einzubeziehen. Dann steht einer gelungenen Veranstaltung mit zufriedenen Reitern – und zufriedenen Veranstaltern – nichts im Wege.“
Corinna Goedja aus Buxtehude schrieb uns:
„Großes Lob noch an Euch. Die Themen im Heft sind immer sehr vielfältig. Ich freue mich als Abonnent jedes Mal wenn ich die Zeitung im Briefkasten finde.“
Zum Blickpunkt „Was Hänschen nicht lernt …“ in Ausgabe 8 erreichte uns folgende Zuschrift:
„Der Bericht von Berit Salchow spricht mir aus der Seele. Ich möchte ihn noch um einige Dinge ergänzen: Der Ton in der Meldestelle lässt oft mehr als zu wünschen übrig. Dort sitzen (noch!!!) überwiegend ehrenamtliche Helfer und Helferinnen. Hätten Sie Spaß daran, ihr Wochenende dran zu geben und dann auch noch mies behandelt zu werden?Eine weitere Unsitte: Es werden – meistens – bei mehr Platzierten nur noch die Plätze eins bis sechs in die Bahn gebeten, doch davon kommt dann auch gern noch dieser oder jener zu Fuß – mein Pferd ist schon verladen, ich hatte nicht gedacht, noch platziert zu werden (was manchmal sogar stimmt) – solche und ähnliche Ausreden kommen gern. Ich finde es den Sponsoren gegenüber ungehörig und nichtachtend und ich warte sehr auf den Tag, an dem die Richter den Mut finden, diejenigen, die ohne vorherige Genehmigung nicht zur Platzierung erscheinen – so wie es die LPO vorsieht, zu disqualifizieren und den nächsten nachrücken zu lassen. Wir werden den Turniersport – speziell auch an der Basis – nur dann erhalten, wenn ein paar Regeln von Anstand und Sitte eingehalten werden. Ich hoffe, dass viele Pferdesportfreunde ‚Was Hänschen nicht lernt …’ lesen und befolgen werden!
Manuela Meyer, per E-Mail
Zum Praxisthema „Ausrüstung des Pferdes“ in Ausgabe 7 erhielten wir von Gerhard Zeuschner,
Wolfenbüttel, folgende Zuschrift:
„Der Bericht über verschiedene Reithalfter bedarf m. E. einer Korrektur. Behandelt werden in dem allgemein gebräuchliche Zäumungen, nicht allein Halfter.
Zu Ernst Friedrich Seidler ist folgendes festzuhalten: Seidler lebte, wie richtig geschrieben wird, von 1795 bis 1865. Er wurde als Zivilstallmeister zur Berliner Lehreskadron berufen. Dort sollte er mithelfen, nach den Napoleonischen Kriegen eine schlagkräftige Kavallerie aufzubauen und über Offizieren und Wachtmeister ein gleichmäßiges im gesamten Königreich geltendes Reglement den Soldaten der berittenen Truppen angedeihen zu lassen. Damals bediente der König von Preußen ebenso wie andere Fürsten sich zivilen Reitmeistern, die aus Akademien und von Universitäten kamen. Reiten gehörte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zu den ‚Schönen Künsten’.
Die Lehreskadron wurde 1849 von Berlin nach Schwerdt/Oder verlegt und dort in die neu gegründete Militär-Reitschule integriert. Nach dem Krieg 1866 zwischen Hannover und Preussen wurde im Jahr 1872, quasi als Heilpflaster für die unterlegenen Hannoveraner, die hannoversche Militärreitanstalt in Hannover zur Kavallerie-Schule erhoben. Diese Entwicklung lief dann 1935 aus, als die Heeresleitung aus verschiedenen Gründen in Potsdam-Krampnitz eine Art Militär-Reit-und-Fahrschule aufbaute. Von Hannover wurden bald Teile abgezogen, bis im Jahr 1939/40 die gesamte Kavallerie-Schule nach dort verlegt war. Herr Seidler lebte also nicht mehr, als die Kavallerie-Schule in Hannover ihre Tore öffnete. Der Sinn und Zweck seiner Überlegungen zu dem Reithalfter wird sicher bei der Lehreskadron entstanden sein. Das Ergebnis wurde dann von der Kavallerie-Schule umgesetzt und ging als Befehl an sämtliche berittene und bespannte preußische Truppen.“
Im Blickpunkt in Ausgabe 5 haben wir uns mit einer Verhaltensweise des Pferdes beschäftigt, die gar nicht so selten vorkommt und durchaus zu Problemen führen kann: das Nicht-Äppeln unter dem Reiter. Dazu schrieb uns Dr. Rolf Dittmar Heinze aus Nahrendorf:
„Das Vertrauen zum Reiter ist absolut wichtig. Angebote des Pferdes, zu äppeln, sollten sofort angenommen und auch belohnt werden. Meine Dressurstute stallt in den meisten Fällen beim lösenden Ablongieren – mit viel Lob ist das ein Ritual geworden. Da freut sich nicht nur die Box. Sprechen Sie lieber mit Ihrem Pferd als in diesem Fall mit den Berufsheilern.“
Zum „Pferdeoldie“ in Ausgabe 5 erhielten wir von Bettina Hovrecsny aus Sellstedt folgenden Brief:
„Unsere Stute Granya ist am 22. April 30 Jahre alt geworden. Sie wurde von Helga Axhausen in Sellstedt aus einer Mutter von Goya-Sudan-Ferdinand gezogen, der Vater ist Grande. Vierjährig habe ich sie übernommen und mit ihr zahlreiche Siege und Platzierungen im Springen bis zur Klasse M feiern können. Nach ihrer aktiven Laufbahn brachte Granya acht Fohlen zur Welt, ein Hengst wurde gekört. Trotz ihres stattlichen Alters erfreut sie sich bester Gesundheit und genießt ihren Ruhestand auf der Weide.“
Andrea Herrmann aus Dahlenburg hatte bei der Verlosung in unserem Internetangebot zwei Karten für das Dressurfestival in Lingen gewonnen. Sie schrieb:
„Hallo, der Sonntag in Lingen war super. Tolles Reiten, tolle Pferde, tolles Ambiente. Nochmals vielen Dank!“
Zur Ausgabe 6 erhielten wir von Thomas Beer folgende Mail:
„Diese Ausgabe hat mir besonders hinsichtlich der Themenpalette sehr gut gefallen: Reiterdorf Westerode, drei Sekunden Reaktionszeit, Absicherung bei Unfällen, Stützlast und Brandschutz. Weiter so!“
„Brandschutz im Pferdestall“ war das Thema des Editorials in der Ausgabe 5.
Dazu schrieb uns Karin Schrader, Pressewartin des Reitervereins Laatzen:
„Es brennt im Pferdestall – unter diesem Titel hat der RV Laatzen auf eine Feuerwehrübung im eigenen Stall aufmerksam gemacht. Die Ortsfeuerwehr Laatzen rückte mit 62 Feuerwehrkameraden und einem kompletten Löschzug zum Übungseinsatz in der Laatzener Masch an. Ein Stall wurde eigens dafür zur Verfügung gestellt (die Pferde wurden natürlich zuvor ‚evakuiert’). Mit Diskonebel wurde eine sehr realistische Situation nachgestellt. Zwei junge Reiterinnen stellten sich als ‚Opfer’ zur Verfügung und wurden im stärksten ‚Rauch’ unter Atemschutz aus dem Stall ‚gerettet’. Für alle Beteiligten war es ein aufregendes Erlebnis. Die Reiter lernten viel zur Brandverhütung und bekamen wertvolle Tipps für den Einsatzfall, die Feuerwehrleute erfuhren etwas über die Besonderheit eines Einsatzes mit Pferden, deren Verhalten in einer Stresssituation nicht kalkulierbar ist. Auch gewannen sie wichtige Ortskenntnisse. Das Wissen über die örtlichen Gegebenheiten (Zufahrtmöglichkeiten, Wasseranschlüsse, tiefhängende Stromleitungen etc.) kann im Ernstfall wertvolle Zeit sparen und Leben retten.“
Zum Titelthema in Ausgabe 5 „Blick über den Tellerrand – das Recht der ‚Anderen’“ schrieb uns Vanessa Zantow per E-Mail:
„Ich kann mich der Meinung von Volker Laves nur anschließen. Das Westernreiten findet immer mehr Akzeptanz, was mir persönlich sehr gefällt. Ich selbst widme mich dem Springsport, dennoch überwiegt zurzeit in der Stallgemeinschaft, in der mein Pferd und ich beheimatet sind, die Zahl der Westernreiter. Das stört mich ganz und gar nicht, denn ich sehe gerne zu, wenn trainiert wird und probiere auch mit Vergnügen einmal selbst ein paar Lektionen aus. Auch die Tatsache, dass sich die einst eher abgewertete Reitweise im Turniersport etabliert, finde ich sehr wichtig, da jede Art, mit dem Pferd zu harmonieren, anerkannt werden sollte.“
Zum „Pferdeoldie“ in Ausgabe 5 erhielten wir von Familie Hundertmark aus Gehrden folgende Zuschrift:
„Auch wir hatten bis vor zwei Jahren einen Pferdeoldie auf unserem Hof. Er hieß Willi und sein Vater war Kurier, genau wie beim Wald-specht von Marina Schwinkowski. Dieser Kurier scheint gute Gene fürs Altwerden mitzugeben! Unser Willi war ehemals ‚Zimbal’ bei der Reiterstaffel in Hannover. Er kam 1995 als Rentner zu uns und hat dann noch viele gute Jahre bei uns verlebt. Das Foto zeigt ihn im Alter von 31 Jahren.“
Zum Titelthema in unserer Februar-Ausgabe „Der Weg ist das Ziel – Basisarbeit wird zum
Auslaufmodell“ erhielten wir folgende Zuschriften.
Ich gehöre zu denjenigen, die vor 25 Jahren in kleinen Schritten im Reitverein an die Reiterei herangeführt worden sind. Heute (als Trainer B) lege ich auch noch sehr viel Wert auf die Grundausbildung. Doch mein Unterricht wird belächelt, „der bringt nichts“.
Ich habe meine Pferde in einem Privatstall stehen, der in erster Linie auf Freizeitreiter ausgelegt ist. Diese Reiter sollten eigentlich nicht unter Leistungsdruck stehen und somit dürfte einer soliden Grundausbildung nichts im Weg stehen. Daran besteht aber kein Interesse.
Lektionen werden unlogisch eingesetzt und nur zum Selbstzweck geritten. Begriffe wie diagonale Hilfengebung, relative oder absolute Aufrichtung, Ausbildungsskala hat man vielleicht schon mal gehört, aber was das so genau ist? Der Großteil der Pferde geht nach dem Reiten verspannter in den Stall, als er herausgekommen ist, doch das wird von den Reitern nicht wahrgenommen.
Da dient manch Reitunterricht mehr zur Selbstdarstellung, als die Reitschüler wirklich weiter zu bringen. Oft hapert die Grundausbildung schon in der Stallgasse: Den eigenen Dreck wegfegen oder die Pferdeäpfel vom Hof sammeln, die mein Pferd hinterlassen hat? Das ist Schnee von Gestern …
Dipl.-Ing. Petra Homann, per E-Mail
Zum Titelthema in unserer Februar-Ausgabe „Der Weg ist das Ziel – Basisarbeit wird zum
Auslaufmodell“ erhielten wir folgende Zuschriften.
Ihr Artikel „Der Weg ist das Ziel“ spricht mir aus der Seele. Allerdings ist es, wenn man als Verein die Basisarbeit gerne unterstützen möchte, nicht so einfach.
Wir haben in unserem Verein 15 Schulpferde und versuchen seit geraumer Zeit, einen passenden Ausbilder zu finden. Doch ein qualifizierter Ausbilder, der gerne Basisarbeit betreiben möchte und dabei auf jeden Reitertyp eingehen kann, ist schwer zu bekommen.
Entweder fehlt es an einer gewissen Kompetenz (die auch in der Basisarbeit vorhanden sein muss), oder der Ausbilder ist so ehrgeizig, dass er jeden Schulpferdereiter zum Turnierreiter machen will, auch wenn dieser es vielleicht gar nicht sein möchte. Ausbilder mit gesundem Menschenverstand wachsen scheinbar nicht auf Bäumen und sind zudem oft für einen Reitverein unerschwinglich.
Anke Plasa-Friehe, per E-Mail
Zum Titelthema in unserer Februar-Ausgabe „Der Weg ist das Ziel – Basisarbeit wird zum
Auslaufmodell“ erhielten wir folgende Zuschriften.
Auch ich sehe, dass sehr viele Nachwuchsausbilder die lösende Arbeit mit dem Pferd zu wenig vermitteln. Darauf sollte man sich besinnen und die klassische Ausbildung vermehrt wieder in den Vordergrund rücken. Damit würde den Lernenden das vermittelt, worauf es ankommt, nämlich ein Pferd zu reiten und nicht als Beifahrer nur oben draufzusitzen und zu hoffen, dass das Pferd den Reitlehrer besser versteht oder die Gedanken des Reiters lesen kann. Warum wird Basisarbeit zum Auslaufmodell? Weil sich der Dachverband FN viel zu wenig damit beschäftigt. Da wird eine neue APO ausgearbeitet, die langjährigen erfolgreichen Ausbildern von heute auf morgen die Fähigkeit abspricht, Abzeichenlehrgänge durchzuführen, weil jetzt nur noch Ausbilder mit aktueller Lizenzverlängerung zugelassen sind. So muss jemand wie ich, der seit mehr als 35 Jahren Lehrgänge zum Reitabzeichen (ca. 600 Absolventen) durchführt, zur Lizenzverlängerung 45 Unterrichtseinheiten in einem Jahr absolvieren. Das sind dann die Wochenenden, die zur Basisarbeit mit den Reitern im Verein fehlen. Man muss schon viel Idealismus aufbringen, um sich mit der Ausbildung von Pferd und Reiter auf meist ehrenamtlicher Basis zu beschäftigen. Wir sollten uns wieder auf die Wurzeln des Umgangs mit dem Pferd besinnen. Wir haben es mit einer Kreatur zu tun, die ebenso mit Sinnen ausgestattet ist wie der Mensch, der mit ihr umgeht. Nur müssen wir lernen, wie man mit dieser Kreatur umgeht, um das Kulturgut Pferd zu verstehen und für die Nachwelt zu erhalten. Das wird in der schnelllebigen heutigen Zeit oft vergessen und da sind wir wieder beim Thema Basisarbeit.Diese Arbeit sollte wieder effektiver und gründlicher gestaltet werden, um vom Pferd eine bessere Leistungsbereitschaft und Mitarbeit zu erreichen. Ich vergleiche bei meinen Schülern das Reiten immer mit einem Dampfkessel: Wenn ich Wasser zum Kochen bringe, entsteht Dampf, den ich als Kraft und Energiequelle nutzen kann. Wenn ich den Nutzen daraus ziehe, kann ich über einen gewissen Zeitraum damit arbeiten und brauche selbst sehr wenig zu tun. Wenn ich aber den Kessel nicht richtig befülle und zu wenig Wasser darin habe, kommt nach einer kurzen Zeit nur noch heiße Luft, mit der ich nichts mehr zustande bringe. „Alle kochen mit Wasser, mit dem Unterschied, dass bei uns Dampf kommt und woanders nur heiße Luft.“ Genauso ist das bei der heutigen schnellen Reitausbildung, die nicht ausreicht, über einen längeren Zeitraum eine entsprechende Leistung mit dem Pferd im Sport zu erbringen und somit Dampf zu machen. Mein Vorschlag ist, diese Basisarbeit auch in Seminaren mehr in den Vordergrund zu stellen. Derzeit führe ich einen Basispassvorbereitungslehrgang mit ca. 20 Teilnehmern (Kinder und Erwachsene) durch. Um anderen Ausbildern Einblick in die Arbeit zu geben, sich auszutauschen und zu ergänzen, biete ich einen Ausbildungstag als Seminar an. Heinz-Georg Dittmer, Stemmen
Zum Titelthema der Ausgabe 11/2010 „Grundlagenarbeit – back to the roots“ erhielten wir folgende Zuschrift:
„Ich bin von dem Artikel total begeistert, er spricht mir aus der Seele. Leider habe ich diesen Ansatz erst sehr spät begriffen und gehörte bis vor kurzem auch zu den ‚Hand-Reitern’. Dank eines sehr leistungsbereiten Pferdes habe ich mich bis zu Klasse M** durchgemogelt.Da in dieser Saison der Erfolg, aber vor allem der Spaß auf Turnieren auf der Strecke geblieben ist, habe ich nach den Gründen gesucht. Ich weiß jetzt, dass die Basis fehlt und habe gelernt, zu fühlen und nicht nur Lektionen bis zum Abwinken zu üben. Während dieser Umstellung beginne ich manchmal zu zweifeln, gerade, wenn es mal nicht optimal läuft. Genau zu so einem Punkt kam das reitsport MAGAZIN ins Haus geflattert und hat mich auf meinem neuen Weg bestärkt. Dafür möchte ich danke sagen.Auch im Stall fand der Artikel ein positives Echo. Wir sind der Meinung, auch in den kleineren Klassen sollten Trainer auf die Ausbildungsskala achten und die Richter sollten vielleicht öfter mal genauer hinschauen, wie reell Takt, Losgelassenheit und Anlehnung wirklich sind. Nur, wer mal einen ‚zwischen-die-Hörner’ bekommt, stellt sich vielleicht doch mal um. Ich freue mich darauf, weiter so tolle Berichte zu lesen.“
Imke Detjen (per Mail)
Zum Artikel „Verwirrende Ausschreibungen, Gegeneinander, hintereinander – was denn nun?“ in Ausgabe 11/2010:
„Dem zweiten Teil des Artikels möchte ich widersprechen. Man kann beim ‚Zunge strecken’ nicht pauschal die Reiterhand verantwortlich machen, das ist eine tradierte Auffassung! Der Verbandshengst Perigeux (Reiterin Eva Bitter) zeigte bei den German Classics auch am hingegebenen Zügel die Zunge, auch bei anderen Pferden war die Zunge zu sehen. Sogar namhafte Profis selbst zeigen in stressigen Situationen die Zunge. Jeder Mensch und jedes Tier geht mit Stress anders um. Ein Richter sollte kompetent genug sein, Stressverhalten und eine harte Hand zu unterscheiden.“Sybille Rathgeber (per Mail)
Zum Leserbrief in Ausgabe 10/2010, der sich mit den Kreismeisterschaften in Verden befasste, erhielten wir folgende Zuschrift:
„Im vergangenen Jahr entschied der neu gewählte Vorstand des Kreisreiterverbandes Verden neben etlichen Förderungsmassnahmen für die Reiter und Vereine im Kreis Verden auch die seit einigen Jahren nicht mehr ausgetragen Kreis-meisterschaften wieder neu zu beleben. Dabei haben wir uns (auch in Abstimmung mit einigen lokalen Vereinsvorständen) dazu entschlossen, diese Meisterschaft als Cup auszutragen und die Ehrung der Meister dann im Rahmen des Verdener Hallenreitturniers vorzunehmen. Leider hat der in der letzten Ausgabe des RM-Magazins abgedruckte Leserbrief den Eindruck erzeugt, als wären in Verden die KM als stationäres Turnier erfolgt, so das direkt nach den dort erfolgten Prüfungen die Auswertungen und Ehrungen hätten erfolgen sollen.“ Dieter Meyer, zweiter Vorsitzender des KRV Verden
Zum Thema Kreismeisterschaften erreichte uns folgender Leserbrief:
„In Hagen-Grinden fanden die Kreismeisterschaften Verden statt, nur, wer hat es eigentlich mitbekommen? Es gab weder eine Erwähnung vor Ort, geschweige denn eine Siegerehrung. Da bemühen sich junge Menschen, im Reitsport erfolgreich zu sein und strengen sich Wochenende für Wochenende an, um Punkte für diesen Wettbewerb zu sammeln, aber ihre Erfolge werden nicht gewürdigt. Über Foren im Internet wird mitgeteilt, dass die Ehrungen erst im Januar 2011 in Verden stattfinden sollen, das ist sicher auch sehr schön. Aber warum ist es nicht möglich, dennoch am letzten Wettkampftag bereits Ehrungen durchzuführen? Bei anderen Verbänden und Kreisen ist geht das doch auch.“Name der Redaktion bekannt
Zur Serie „Erwachsene Amateure im Turniersport“ erreichte uns folgender Leserbrief:
Ihr habt mit diesem Artikel genau den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich finde es richtig gut, dass Ihr Euch auch um diese Sparte der Reiter kümmert. Bei uns in den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg war in diesem Jahr nicht eine Hunterklasse ausgeschrieben. Wo sind diese Prüfungen denn abgeblieben? In der Pilotphase vor einigen Jahren gab es doch einige. Das war wohl eher ein netter Versuch. Aber noch mal viel Lob für diese Serie. Viele Punkte treffen allerdings nicht nur auf die älteren Reiter zu. Turnierreiter, die ein ganz ‚normales’ Pferd besitzen, kommen oft ganz geknickt aus den A- und L-Springen, weil dort Profis oder Semiprofis unterwegs sind. Das deprimiert zusehends.
Nadine Seyffert,
per E-Mail
Zum Thema „Reiten Ü 40 – zurück in Sattel“ erreichte uns folgender Leserbrief:
„Mit Freude habe ich die Titelgeschichte in der Oktober-Ausgabe gelesen. Ich reite seit acht Jahren und gehöre auch zu den „Senioren“. Vor zwei Jahren habe ich im Reitverein Vorsfelde mein Reitabzeichen abgelegt und nehme nun mehr oder weniger erfolgreich an Turnieren teil. Das ist allerdings einigermaßen schwierig, da die „kleinen“ Prüfungen in Klasse E meist nur für Junioren oder Junge Reiter ausgeschrieben werden. Reit- oder Springwettbewerbe für Erwachsene gibt es noch seltener. Hat man mal ein Turnier gefunden, auf dem man starten darf, kommt man sich ähnlich vor wie in der Disco: Nach dem Motto, was will die ‚Alte’ hier, wird man blöd angeschaut. Sollte man es tatsächlich schaffen, mal eine Schleife zu erringen, heißt es, man nehme den Kindern die Schleifen weg. Auf Wunsch vieler Reiter gibt es in Vorsfelde nun erstmals ein „Ü30 Turnier“. Startberechtigt sind nur Reiter der Jahrgänge 1979 und älter!!! Das Prüfungsangebot reicht von Führzügelklassen, über Reit- und Springreiterwettbewerbe bis hin zu Dressuren und Springen der Klasse L. Die Resonanz ist sehr groß, offenbar freuen sich viele Reiter, mal nicht gegen Kinder reiten zu müssen. Ich habe gehört, dass Töchter ihre Väter zur Führzügelklasse angemeldet haben. Das zeigt doch, dass die Kinder uns das gönnen. Mein Fazit lautet: Reiten lernen ist in jedem Alter möglich, aber für ältere Erwachsene ungleich schwieriger. Unser Vorteil ist, dass wir weder auf einen „Sponsor“ noch auf einen „Fahrer“ angewiesen sind, eigenes Einkommen und Führerschein sind ja meist vorhanden. Auch die Teilnahme am Turniersport ist in jedem Alter möglich, allerdings für die Älteren ebenfalls wesentlich schwieriger und man darf auch nicht empfindlich sein. Doch zum Glück gibt es immer mehr Veranstalter, die gemerkt haben, dass hier Bedarf besteht. Sicher ist das Vorsfelder „Ü30-Turnier“ kein Einzelfall und es bleibt zu hoffen, dass das „Ü30-Turnier“ ebenso zu einem festen Begriff in der Turniersprache wird, wie das „Late Entry Turnier“. Katrin Timmas (Jahrgang 1969), Vorsfelde
Zum Thema Prüfungsangebote für Jugendliche erreichte uns folgender Leserbrief:
„Was soll man davon halten, wenn man für eine 13-jährige Reiterin bei einem tollen Turnier auch eine für freitags vorgesehene Dressurprüfung nennt, die dann nach Zeiteinteilung leider für Junioren und Junge Reiter um 7 Uhr stattfinden soll ? Zuerst einmal ist das ja so völlig in Ordnung, nur wenn einen Tag vor diesem besagten Freitag leider die Sommerferien enden, werden demzufolge von den genannten 34 Startern sicher mindestens die Hälfte wegen der Schulpflicht erst gar nicht starten können. Dann ist das ziemlich ärgerlich. Und es verwundert auch, dass für 34 Nenner in der Zeiteinteilung gerade einmal eine gute Stunde eingeplant wird. Meine Nachfrage kam beim Turnierorganisator nicht gut an. Schließlich könne man ja nicht das Viereck zwei Mal von S auf A umbauen und abends brauche man die Halle zum Abreiten für das S-Springen. Da bliebe dann nur noch der 7 Uhr-Termin, die Junioren könnten ja eben vor der Schule reiten. Schließlich sei eine A-Dressur nicht das Maß aller Dinge und man müsse auf höherklassige Prüfungen Rücksicht nehmen. Mit Verlaub: Es ist noch kein S-Reiter „vom Himmel gefallen“, und es ist bitter, wenn man so „abgebügelt“ wird, weil man die vom Veranstalter ausgeschriebenen „kleinen“ Prüfungen auch nennt. Finanzieren nicht auch die vielen kleinen Reiter mit ihrem Anhang einen – wenn auch sicher geringen – Teil eines Turniers?
Silke Buße per E-Mail
In eigener Sache – zum Thema Reitplatzboden (RM 06/2009)
eigentlich wollten wir Ihnen mit unserem Beitrag „Gibt es den idealen Reitplatz“ in Ausgabe 06/2009 Entscheidungshilfen für den Reitplatzbau geben, doch offensichtlich hat der Artikel leider mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Grundsätzlich richtig ist, dass sich die klassische Drei-Schicht-Bauweise (Tragschicht, Trennschicht, Tretschicht) bewährt hat, aber selbstverständlich gibt es auch die Ein- und Zwei-Schichtbauweisen, die ebenfalls gut funktionieren, wenn sie – und das gilt für alle Bauweisen – fachkompetent gebaut wurden. Die Entwässerung der Plätze kann überwiegend senkrecht durch die Schichten erfolgen, über die Oberfläche der Tretschicht, mittels Anstauverfahren oder weiteren Sondersystemen. Schichten aus Beton oder Asphalt werden für Neubauten heute nicht mehr empfohlen, auch Vliese haben sich als Trennschicht in der Praxis nicht bewährt. Welcher Sand für die Tretschicht verwendet wird, hängt nicht nur vom Nutzungsschwerpunkt ab, sondern auch von der gewählten Bauweise. Bei jeder Verwendung von Recycling- oder Abfallprodukten wird dringend empfohlen, vor Anschaffung die Gesundheitsunbedenklichkeit und Umweltverträglichkeit des Materials sowie die spätere Entsorgung zu prüfen. Die Nachweise geben die Hersteller der Produkte. Das Thema „Reitplatzbau“ ist also differenziert zu betrachten. Selbst in den von der Forschungsgesellschaft und Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FFL) herausgegebenen „Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von Reitplätzen im Freien“, in der zahlreiche Grundsätze und Richtwerte zusammengetragen wurden, konnten nicht alle Systeme behandelt werden. Es bleibt daher die auch im Interview mit der FN-Expertin Gerlinde Hoffmann geäußerte Empfehlung, Fachplaner und Firmen zurate zu ziehen, die Erfahrungen mit dem Bau von Reitplätzen haben, und Reitplätze persönlich anzusehen, die in der angebotenen Weise gebaut wurden. Und ist der Platz erst einmal fertig, bedarf jedes System der regelmäßigen und kompetenten Pflege.
Birgit Springmann
Leserzuschrift zum Blickpunkt „Ist Schlachten Tierquälerei?“ (RM 06/2009)
„Das Foto bildet die aktuelle Realität leider in einigen Aspekten fehlerhaft ab: Eutha® 77 ist seit des Rückrufes wegen eines Qualitätsmangels im Sommer 2008 nicht mehr am Markt erhältlich; nach meinem Kenntnisstand ist der Zeitpunkt der Wiederverfügbarkeit noch offen. Zweitens war die Zulassung des Arzneimittels aus anderen Gründen kurze Zeit später von Essex auf Pfizer übergegangen. Drittens wurde Eutha® 77 Ende 2008 in Eutha umbenannt. Als Alternative zu Eutha® steht beispielsweise Release® von der WDT zur Verfügung.Dr. Rolf Tybussek, Langenhagen
Leserzuschrift zum Interview mit Ewald Meier zum Fahrsport in Niedersachsen (RM 06/2009)
„Die von Ewald Meier getätigte Aussage, ich habe gemeint, für einen Sperrriemen, den ich in Klasse M nicht hätte fahren dürfen (in Klasse S und international aber erlaubt), Dispens gehabt zu haben, weise ich zurück. Ich habe dies nie behauptet, und es hatten weder Richter noch Teilnehmer noch der Bundestrainer dies während des Wettringer Turniers bei mir nachgefragt. Nach der Platzierung – keiner der Richter hatte den Sperriemen beanstandet – hat kein Teilnehmer offiziellen Protest eingelegt. Das Richtergremium disqualifizierte mich dann erst am Mittag des darauf folgenden Tages. Die nachträgliche rechtliche Auslegung der LPO, § 60.5, ist zumindest zweifelhaft, da eine „unverzüglich vorzunehmende Disqualifikation nach Kenntnisnahme“ nicht als gegeben anzusehen ist, wenn erst 17 Stunden nach Kenntnisnahme die Disqualifikation durch die Richter erfolgte. Die Zeit für einen regulären Protest war zu dem Zeitpunkt auf alle Fälle verstrichen. Zurückgetreten bin ich aus dem A-Kader nicht, weil ich für einen von mir begangenen Fehler disqualifiziert worden bin, sondern weil alle Beteiligten hinter meinem Rücken und nicht mit offenem Visier gehandelt haben und eine auf gegenseitigem Vertrauen basierende Zusammenarbeit, insbesondere mit dem Bundestrainer, für mich nicht mehr möglich ist. Dr. Dirk Timmermann, Cuxhaven
Leserzuschrift zum Praxisthema „Anlage des Reitplatzes“ (RM 06/2009)
„In Ihrem Artikel empfehlen Sie Ihren Leserinnen und Lesern als günstige Variante, eine Trennschicht aus Asphaltbruch einzubauen, Asphaltbruch kann jedoch zur Wassergefährdung führen und erhebliche Kosten für die Entsorgung des kontaminierten Bodens nach sich ziehen. In allseits anerkannten Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von Reitplätzen im Freien sind zudem die empfohlenen Körnungslinienbereiche für Trennschichten ausführlich dokumentiert und beschrieben. Auch Vliesstoffe haben sich als Trennschicht nicht bewährt. Die von Ihnen gewählten Tretschichten halten sich ebenfalls nicht an die o.g. Empfehlungen.“ Jürgen Heckelsmüller per E-Mail
Leserzuschrift zur Titelgeschichte „Kann die Vielseitigkeit überhaupt sicher sein“
Liebe Redaktion,
ich heiße Pia, bin 13 Jahre alt und lebe in Bremen. Ich habe ein eigenes Pferd und liebe Dressurreiten. Eine Freundin von mir mag Vielseitigkeitsreiten sehr gerne, aber sie hat auch schon mal einen Unfall gehabt. Ich schreibe, weil ihr ja einen Artikel geschrieben habt, ob Vielseitigkeitsreiten sicher ist oder nicht. Und die Leser sollten ihre Meinung schreiben und ich persönlich finde Vielseitigkeitsreiten sehr gefährlich. Als meine Freundin ihren Unfall hatte, hat sie sogar ihr Pferd Peppino verloren. Es war ein sehr schlimmer Sturz und Peppino hatte sich ein Vorderbein gebrochen. Er musste dann später doch noch eingeschläfert werden. Meine Freundin trauert immer noch weil sie Peppino sehr geliebt hatte. Der Unfall ist jetzt ein Jahr her. Meine Freundin hat inzwischen ein neues Pferd und ist zum Springen übergegangen und reitet nicht mehr Vielseitigkeit. Ich kann das verstehen, weil sie ihr Pferd dadurch verloren hat und wahrscheinlich so etwas nicht ein zweites mal riskieren will. Ich hätte das auch nicht getan. Ich finde das einfach gefährlich.
Liebe Grüße PIA Pia Schöbel per mail
Leserzuschrift zur Reportage „Geschichte der Reiterstadt Hannover“ (RM 03/09)
„Die Hauptstadt der Reiterei“ war und kann in Niedersachsen niemals Hannover gewesen sein. Wenn schon einer Stadt eine solche Bezeichnung in Niedersachsen gebührt, dann wäre das Celle oder Verden. Die Stadt Hannover, vertreten durch Verwaltung und Rat, hat ferner mit dazu beigetragen, dass die Kavallerie-Schule moralisch und städtebaulich derart eingeengt wurde, dass von der Wehrmacht ein neuer Ort für diese, die man noch erweitern wollte, gesucht werden musste. Gerhard Zeuschner, Wolfenbüttel
Leserzuschrift zur Titelgeschichte „Internet-TV“ (RM 01/09)
Das Internet als Kommunikations- und Informationsplattform ist auch im Reitsport angekommen und nicht mehr weg zu denken. Das Online-System für Nennungsmeldungen (NeOn) wird nach Einführung vor drei Jahren von den Turnierteilnehmern inzwischen zu über 50 Prozent genutzt. Eine große Entlastung für alle Turnierveranstalter.Die Möglichkeit, Internet für Bildübertragungen zu nutzen, bietet zukünftig Veranstaltern, die nicht in die Gunst einer Fernsehübertragung kommen, eine attraktive Medienpräsenz.Das Hallenreitturnier Verden wurde 2008 erstmals in Eigenregie im LiveStream mit guter Bildqualität im Internet übertragen. Über 120.000 Personen haben die Übertragung aus dem In- und Ausland verfolgt. Die Resonanz der Internetzuschauer war positiv. Aus vielen Zuschriften war deutlich erkennbar, dass die Internetübertragung deshalb genutzt wurde, weil ein persönlicher Besuch der Veranstaltung nicht möglich war. Der Kostenaufwand von Horse Media Solutions (clipmyhorse.de) für die Online-Übertragung darf nicht als Maßstab gelten. Er ist eher abschreckend, wenn man den technischen und personellen Aufwand sieht (Stichwort: Bundeschampionate). Es kann durchaus anders gehen.Mit einem hiesigen IT-Partner (ITSR.net) wurde in Verden 2008 mit einem vertretbaren Aufwand der LiveStream mit einer parallel laufenden Ranking-Liste in der WEB-Umgebung des Turniers angeboten.Entscheidend für die Qualität sind neben Kamera und Kameraführung die Leistungskapazitäten, die für eine Übertragung zur Verfügung stehen müssen. Ist die Übertragungsrate zu gering, können bei zunehmender Zuschauerzahl die Bilder ins "Stocken" geraten. Internet-Fernsehen hat auch im Reitsport eine Zukunft, weil es Möglichkeiten schafft, den Reitsport populärer zu machen und den Sponsoren neue Wege für Werbemöglichkeitenöffnet. Voraussetzung ist, das der Aufwand für den Veranstalter mindestens kostenneutral sein muss.Gerhard Stroeve, Blender, per E-Mail
Leserzuschrift zur Titelgeschichte „Kann die Vielseitigkeit überhaupt sicher sein?“
(RM 02/09):
Mich hat das schwere Unglück von Tina Richter vor knapp zwei Jahren auch sehr mitgenommen! Da auch ich früher und in den letzten Jahren gemeinsam mit ihr und unseren Pferden an diversen Vielseitigkeits-Prüfungen oder Geländepferde-Prüfungen teilgenommen habe. Und obwohl Tina Profireiterin war, war sie immer sehr nett, zugänglich, sehr freundlich und eine sehr gute stilistische Reiterin! Wir denken noch oft an sie und ihre Herzlichkeit! Meiner Meinung nach passieren bei fast jeder Sportart schlimme und auch nicht so gravierende Unglücksfälle! Nur in den letzten Jahren, nachdem Ende der 90-ger Jahre der große Stern-Bericht über das Militaryreiten erschien, und die Vielseitigkeit frecherweise mit dem Grand National verglichen wurde, erst ab da wurde immer mehr auf die "tolle Reiterei" der Buschreiter mit dem Finger gezeigt! Leider! Ich finde wirklich, dass es durch das technische Reiten, welches durch Kombinationen und schmalen Sprüngen im Gelände erreicht wird, bereits eine Menge mehr Sicherheit gegenüber früher gegeben wurde! Ich gebe aber auch der Kathrin Krage Recht, dass die Vertrauensarbeit zwischen Pferd und Reiter eine ganz große Rolle spielt und diese Arbeit einige Jahre dauert, bis man dann einen Kameraden an seiner Seite hat, mit dem man durch dick und dünn gehen kann! Und dann hat man eine so genannte gute Lebensversicherung. Für die Profireiter, die sehr oft mehrere Pferde am Start haben, ist es natürlich sehr schwer, das vollendete Vertrauen aufzubauen. Aber dafür haben sie im Laufe ihrer Karriere soviel Erfahrung gesammelt, dass sie diesen jungen Pferden die nötige Sicherheit geben sollten. Klar gibt es Pferde, die sich eben nicht 100-prozentig für die Vielseitigkeit eignen. Dies sollte jeder "gute Buschreiter" auch erkennen und diese Tiere auf keinen Fall zu etwas zwingen, denn dann kommen wirklich unschöne Bilder zum Vorschein. Es ist aber auch nicht einfach für Reiter, die diesen Sport unbedingt ausüben möchten, zu respektieren, dass ihr Pferd vielleicht in einer ganz anderen Disziplin besser aufgehoben wäre! Ich persönlich will auch in diesem Jahr "wieder versuchen", meinen jungen Wallach (Fünf) über Lehrgänge an diesen schönen Sport heranzuführen und hoffe, dass er diesen Ansprüche gewachsen sein wird!? Und auch nach einem schweren Trainingsturz vor gut sechs Jahren habe ich wieder den Mut aufgebracht, meine Buschreiterei weiter zu betreiben, da sie eigentlich zur Sucht geworden ist! Unser Vorbild ist "natürlich": Marius und Hinrich Romeike. Conny Schlie, per E-Mail
Leserzuschrift Zur Titelgeschichte „Internet-TV“ (RM 01/2009)
Das Internetfernsehen ist, insbesondere bei einer professionellen Umsetzung wie bei ClipMyHorse.de, eine wichtige Ergänzung zur Pferdesportberichterstattung im Fernsehen. Insbesondere die Zuchtveranstaltungen oder 1B Turniere finden hier eine Plattform. Wer hat schon die Zeit (in Niedersachsen), die Körveranstaltungen in Westfalen oder die Süddeutsche Körung zu besuchen, auch wenn der Vergleich des Zuchtfortschritts sicher interessant wäre.
Über das Internet, speziell den selektiven Speicher, ist es aber möglich, den Springsieger von Westfalen "For Contest" direkt mit dem Hannoveraner "Stakkato' Highlight" zu vergleichen und die Entscheidung für die Hengstwahl entsprechend abzurunden.
K.-R. Staats, per e-mail
Leserzuschrift Zur Titelgeschichte „Internet-TV“ (RM 01/2009)
Sie fragen in Ihrer Ausgabe des Reitsport-Magazins nach Meinungen über das Internetfernsehen. Ich muss Ihnen sagen, ich bin total begeistert.
Durch Zufall bin ich im Sommer letzten Jahres auf die Seite "Clip-my-horse" gestoßen und habe sofort hinein geschaut. Besonders die Übertragung des Bundeschampionats hat mich sehr interressiert. Es ist ja aus zeitlichen und manchmal auch finanziellen Gründen nicht immer möglich, alle Veranstaltungen zu besuchen. Daher sehe ich das Internetfernsehen als eine sehr gute Alternative an. Besonders gefreut hat mich, die fachliche Berichterstattung. Ich selbst bin als Fahrrichterin auf den Turnieren unterwegs und es freut mich natürlich sehr, wenn auch der Fahrsport bei den Übertragungen nicht zu kurz kommt. Ich glaube nicht, dass die Zuschauerzahlen auf den Turnieren zurück gehen werden. Denn "live" dabei zu sein ist natürlich toll, nur ja leider nicht immer möglich und somit hoffe ich sehr, dass es weiterhin so gute Übertragungen des Pferdesports in allen Sparten gibt.
Marie-Luise Müller, per e-mail
Leserzuschrift Zum Interview mit Ministerpräsident Christian Wulff (RM 12/2008)
Ich finde es gut, dass Sie den Regierungschef im Reitsport Magazin zu Wort kommen lassen. Niedersachsen ist ein Pferdeland und der amtierende Ministerpräsident hat das – im Gegensatz zu seinen Vorgängern – längst begriffen.
Von der Pferdeland GmbH wünschte ich mir allerdings mehr Dynamik und Öffentlichkeitsarbeit, denn am Image des Pferdelandes muss noch viel gearbeitet werden. Ich finde es zum Beispiel schade, dass in Vechta kein Pferdekompetenzzentrum entstanden ist. Das wäre doch ein Schritt in die richtige Richtung gewesen um darzustellen, was im Pferdeland Niedersachsen alles geleistet wird.
Das meine ich nicht nur kommerziell, denn der ehrenamtliche Bereich kommt viel zu kurz in der Öffentlichkeit. Ich sage: Nur Mut Vechta, bauen sie das Kompetenzzentrum, auch wenn kein Geld aus Hannover fließt.
Hannelore Schultz, Bad Zwischenahn, per e-mail
Leserzuschrift Zum Interview mit Ministerpräsident Christian Wulff (RM 12/2008)
Da ist Ihnen aber ein tolles Interview gelungen. Nur um die Frage der Zukunft der Reiterstaffeln in Hannover und Braunschweig hat unser Landesvater herum geredet. Gehen wir also mal davon aus, dass die beiden Reiterstaffeln erhalten bleiben. Ohne sie wäre das Pferdeland Niedersachsen ärmer, hoffentlich vergessen das die Politiker nicht.
Bernd Mertens, per e-mail
Leserzuschrift Zum Interview mit Ministerpräsident Christian Wulff (RM 12/2008)
Sehr geehrte Frau Heidtmann, haben Sie herzlichen Dank für das Gespräch mit dem Ministerpräsidenten. Vor allem finde ich es gut, dass er sich so klar und deutlich gegen eine Pferdesteuer ausgesprochen hat. Ich kenne Kommunalpolitiker, die dieses Thema immer wieder diskutieren, weil sie glauben, Pferde sind Luxus und kein Kulturgut. Nach diesem Interview ist mir nicht mehr Bange um unser Pferdeland Niedersachsen.
Christine Wöhlckens, per e-mail
Leserzuschrift zur Rubrik Pro & Contra zum Thema "Knopf im Ohr"
Ich habe gedacht, ich lese nicht richtig. Mit Knopf im Ohr auf dem Pferd sitzen und durch die Natur reiten, schlimmer geht’s nimmer. Was lernen die jungen Leute eigentlich heute noch in den Reitställen? Zumindest vernünftige Verhaltensregeln sollten doch dazu gehören – oder? Bier trinken, Rauchen oder auch Telefonieren habe ich schon auf Turnieren gesehen und bin doch sehr erstaunt darüber, dass beispielsweise Richter/Aufsicht am Abreiteplatz dazu keinen Ton sagen. Gegenüber dem Partner Pferd ist dieses Verhalten respektlos und schlicht und einfach dumm.
Gerda Wolkenhaar,
per e-mail
Leserzuschrift zur Rubrik Pro & Contra zum Thema "Knopf im Ohr"
Da trennen uns doch Welten. Was haben diese Typen für eine Vorstellung vom Reiten? Sitzen drauf ohne einen Hauch von Harmonie mit dem Pferd.
Angenommen die im Sattel sitzende Person ist kein stupider Holzklotz, müssen sich Töne, die oft nur als Musik empfunden werden, auf Emotion und so auch auf Rhythmus übertragen. Das Pferd spürt aber nichts. Es sei denn Beide, Pferd und Reiter hören, empfangen passende Musik und können es in ihre Bewegungen einfließen lassen. Das ist beinahe Vollendung und oft auch Hilfsmittel – mit seinem Pferd tanzen. Reiten ist Takt und Musik.
Aber Leute mit Musikknopf im Ohr benutzen ihre Pferde als Tragtiere. Ist ja weit übler, als im Sattel zu rauchen.
Dr. Rolf Dittmar Heinze,
Oldendorf a.d. Göhrde
Leserzuschrift zur Situation im Fahrsportlager des Pferdesportverbandes Hannover.
Kurz vor Abschluss der grünen Saison 2008 und nach den LM in Uelzen-Hansen stellt sich mir der Fahrsport im PSV Hannover in einer absolut desolaten und führungslosen Verfassung dar. Vor drei Jahren fand ein Umbruch mit großen Plänen und Vorstellungen in vollmundigen Worten statt. Schon dieser Umbruch hinterließ bei den meisten Fahrern einen faden Beigeschmack, da keine Informationen über das Wie und Warum nach außen kam. Die Gerüchteküche hatte ihren freien Lauf! Im Laufe der letzten Jahre zerbrachen Gemeinschaften, Geselligkeiten, Freude und Spaß bei vielen Fahrern. Wir alle haben in unseren Anfängen gelernt, Fahren ist ein Teamsport, nur gemeinsam kann dieser Sport ausgeübt werden. Die früher gepriesene harmonische und familiäre Atmosphäre, wo ist sie geblieben? Heute herrscht nur noch Verbissenheit, Streit und Zwietracht unter den jeweiligen Gruppen der einzelnen für den Pferdesportverband Hannover zugelassenen Trainern.
Da werden Abmahnungen erteilt, Zutrittsverbote zur Landesmeisterschaft ausgesprochen usw. und dies nur, weil sich die Honorartrainer in ihren Interessen verletzt fühlten. Zum Landesvergleichswettkampf (seinerzeit vom Verband Hannover/Bremen ins Leben gerufen) in Klein Marzehns wurde ich von anderen Fahrern gebeten dort zu starten, damit der PSV Hannover überhaupt vertreten wurde. Wo war unser Landestrainer oder einer der Honorartrainer? Doch, er wurde von weitem gesichtet für eine knappe Stunde, ohne die Fahrer vom PSV Hannover zu begrüßen oder Kontakt aufzunehmen. Das gleiche Bild in Bösdorf: kein Gruß, keine Kontaktaufnahme mit den Fahrern, nur ein paar tröstende Worte für eine Fahrerin aus dem PSV Hannover nach ihrer verpatzten Dressurvorstellung. Aber vielleicht ist dies das Markenzeichen unseres Landestrainers. Die restliche Zeit verbringt er im Drei-Schritt-Abstand-Gefolge hinter einem der Honorartrainer. Wo bleibt unser Nachwuchs, die Jugend, die man für unseren Sport begeistert? Ach ich vergaß: diese Gruppe ist nicht so lukrativ für unsere Honorartrainer. Da wendet man sich an die Fahrer, die finanziell besser gestellt sind für Trainingseinheiten und Pferdevermittlungen, auch wenn es mehrere Vermittlungen hintereinander sind, weil die Pferde nicht laufen oder nicht wollen. Ist dies der Stil unserer heutigen Ausbildung und das Gesicht des Fahrsports im PSV Hannover?
Diese gesamte Situation wird dann noch unter dem Schirm unseres honorigen Fahrausschuss-Vorsitzenden gedeckt! Da lobe ich mir die Turniere in Holstein, Weser-Ems, Westfalen und vor allem in den neuen Bundesländern. In Klein Marzehns waren mehr Jugendliche vertreten wie Senioren und das bei weit mehr als 100 Nennungen. Mit Freude und Hilfsbereitschaft in harmonischer und familiärer Atmosphäre wird man auf diesen Turnieren empfangen.
Versuchen wir so schnell wie möglich, auch diesen Zustand auf unseren Turnieren wieder herzustellen, ansonsten werden weiter diese Trauervorstellungen mit unter 60 Nennungen in allen Klassen unsere LM beherrschen, womöglich dann noch in Klasse M um den restlichen Fahrern die Zulassung zu späteren Prüfungen in Klasse S zu nehmen.
Karl-Heinz Oestmann,
per e-mail
Der Leserbrief von Stefanie Bachmann-Hradsky im Reitsport-Magazin 5/2008 soll nicht unwidersprochen bleiben. Er hätte durchaus genügend Anknüpfungspunkte für eine satirische Replik gegeben, aber es steht ja ein ernstes Anliegen – wenn auch mit fragwürdigem Geschichts- und Menschenbild – dahinter.
Der Schreiber dieser Zeilen hat eine seit vielen Jahren Reitsport begeisterte Familie und betrachtet selbst die Szene eher aus der Ferne. In der Diskussion um "Benimm" und "Anstand", „Stil“ und „Achtung“ flammt die Sehnsucht nach der ach so guten alten Zeit schnell wieder auf, nach dem Elitären im Reitsport, man will lieber unter sich bleiben – die böse Außenwelt ist in unsere guten Reiterkreise eingedrungen. Um es kurz zu machen: Meine Erfahrungen (nicht nur in Reiterkreisen) möchte ich eher auf den Nenner bringen: Gutes Benehmen und Anstand, Stil und Achtung kann man sich offenbar für alles Geld dieser Welt nicht kaufen!
Es ist ja bei Weitem nicht so, dass Reiten ein billiger Volkssport wäre. Ich vermisse in unseren Vereinen und auf den Turnieren nach wie vor Hartz IV-Empfänger, unsere ausländischen Mitbürger sind im Reitsport auch noch nicht angekommen. Reiten ist demnach auf dem Weg zum Volkssport, wird aber schon auf Grund der hohen Investitions- und Ausbildungskosten von Reiter und Pferd niemals auf einer Stufe mit den Mannschaftssportarten stehen. Vor diesem Hintergrund kann sich Frau Bachmann-Hradsky zurücklegen, ein bisschen Elite ist ja noch....
Aber woher kommt die Rüpelhaftigkeit auf den Plätzen, die manches Mal zu beobachtende fehlende Achtung der Kreatur und der Mitmenschen? Der Reitsport kann sich hier sicherlich nicht abkoppeln von sonstigen gesellschaftlichen Entwicklungen und somit gilt es, sich umzusehen. Wie sieht es in den Klassenzimmern unserer Kinder aus? Wie auf den Straßen und in der Arbeitswelt? Ist nicht das Ausfahren der Ellenbogen seit geraumer Zeit wieder schick geworden? Die "Hoppla-hier komme ich-Mentalität" greift in dem Maße um sich, wie Werte wie "Solidarität" und "Mitmenschlichkeit" als ferne Botschaften aus einem untergegangenen Zeitalter belächelt werden.
Ein anderes Moment darf aus meiner Sicht auch bei dieser Diskussion nicht zu kurz kommen. Wir dürfen die Veränderungen innerhalb der Familiensysteme und deren Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen nicht ausklammern. Bei zurückgehenden Kinderzahlen pro Familie ergibt sich sehr häufig eine Situation, die die familiäre Ausgangslage umkehrt. In den bis vor einigen Jahrzehnten üblichen Großfamilien mit vielen Kindern und wenigen Erwachsenen mussten die Kinder um die rare Zeit der Erwachsenen buhlen. Heute steht die Pyramide in den meisten Fällen auf dem Kopf. Nicht nur die Eltern sondern eben auch Großeltern, Onkel, Tanten, Freunde und Nachbarn erfreuen sich an immer weniger Kindern, buhlen um deren Aufmerksamkeit und überbieten sich darin, dem Nachwuchs den Weg zu ebnen. Ich übertreibe, um zu verdeutlichen: In den Herzen und Köpfen der Kinder, die ja nichts für diese - für sie auf den ersten Blick - komfortable Situation können, führen diese Lebensbedingungen aber sicherlich nicht nur zu positiven Effekten.
In unseren Schulen und in den Vereinen ist in jedem Fall eines zu beobachten: Die Erziehung unserer Kinder findet tendenziell weniger zu Hause und zunehmend im so genannten "öffentlichen Raum" statt. Das bedeutet auch für die Vereine die wachsende Aufgabe, sich mit diesen Fragen auseinander zu setzen. In den großen Vereinen mit den großen Sparten der Volkssportarten ist das schon Gang und Gäbe. Wenn Ihre Beobachtung richtig ist, haben die Reitsportvereine hier noch einen Nachholbedarf. Und das hat eben nicht damit zu tun, das "jeder Hans und Franz" mittlerweile reiten kann, sondern mit ganz anderen gesellschaftlichen Tendenzen und Entwicklungen. Und davor sind auch die "guten Familien", ja selbst der alte Adel nicht gefeit, wie man ja häufiger lesen kann.
Joachim Glaum
Langenhagen
Nun hat die Turniersaison begonnen und Reiter, Pferde und „Turniertrottel“ machen sich endlich wieder auf den Weg. Spätestens aber bei Ankunft am Turnierplatz erwartet die bis dahin gut gelaunten Reiter und deren Begleiter immer häufiger eine böse Überraschung. Horrende Parkgebühren und Eintrittsgelder für die Begleitung (Turniertrottel) werden verlangt.
Als teilnehmender Reiter oder als Begleitung hat man keine andere Wahl als zu zahlen, denn schließlich sollen die genannten Prüfungen (ebenso schon bezahlt) wahrgenommen werden, und man will den Anfahrtsweg zum Turnier nicht umsonst gemacht haben. Man ärgert sich ein kleines Loch in den Bauch und kramt mürrisch im Geldbeutel und ist schon einmal schlecht gelaunt ob der Hand aufhaltenden "Parkplatzwächter", welche die Gebühr häufig nicht einmal begründen können.
Auf Nachfrage nach dem Grund für diese Gebühren erhielten wir in der
vergangenen Saison Antworten wie: "Man muss halt nicht in der Vergangenheit leben." „Man muss auch nicht jeden Trend mitmachen", war unsere Antwort, nachdem wir 7,50 Euro (!) für zwei Personen und ein Gespann zahlten (Region Hannover).
Einige Turnierveranstalter nutzen die Parkgebühren, um den Parkplatz (meist eine genutzte Weide), nach dem Turnier wieder instand setzen zu können. In diesem Fall ergibt die Parkplatzgebühr einen nachvollziehbaren Sinn. Sinnlos dagegen ist die Tatsache, von den begleitenden Personen (Turniertrottel) Eintritt zu verlangen. Wofür? Dafür, dass diese den Getränke- und Speiseumsatz des veranstaltenden Vereins ankurbeln? Oder dafür, dass sie auf dem Abreiteplatz die Stangen hoch legen? Oder dafür, dass sie den Gemeinschaftssinn unterstützen indem sie ihre Reiter anfeuern und nebenbei für gute Stimmung bei einem Turnier sorgen?
Unsere Vereinsmitglieder, die ihre Turnierreiter bisher gern zu Turnieren begleitet haben, überlegen jetzt zweimal. Kommen im Zweifel gar nicht mehr mit, weil sie das Eintrittsgeld nicht aufbringen möchten oder können, kommen doch noch die Kosten für Speisen und Getränke und Benzin hinzu. Völlig unverständlich, denn jeder Turnierveranstalter sollte sich über jeden einzelnen Besucher freuen, der sich (gerade bei schlechtem Wetter) auf dem Turnierplatz einfindet!
Turnierveranstalter schreiben sich außerdem gern das Stichwort "Jugendförderung" auf die Fahne. Ist diesen Turnierveranstaltern eigentlich klar, dass die Erwachsenen, die ihre Kinder zum Turnierplatz fahren als Belohnung für ihr Engagement ebenfalls Eintritt bezahlen müssen, um ihre Kinder überhaupt begleiten zu dürfen? Wo ist da der Sinn?
Bei unserem Turnier berechnen wir eine Parkgebühr für Gespanne von 1,50 Euro für die gesamte PLS. Für diesen Preis erhält der Gespannfahrer (Teilnehmer) außerdem ein Programmheft als Parkausweis. Wir haben so die Möglichkeit, Schäden an der Weide (in Gebrauch) zu beheben, und die Sponsoren freuen sich, dass unsere Programmhefte wirklich unter die Leute kommen! Der Eintritt ist an allen Tagen frei! Vielleicht kann unsere Vorgehensweise ein Beispiel für einen gesunden Mittelweg sein. Wir hoffen jedenfalls, dass auch andere Turnierveranstalter aus der Region unserer Meinung sind und den Gebührentrend bei Turnieren nicht mitmachen, denn sonst wird es auf den Turnierplätzen der Region immer leerer und leerer und leerer.
Nicole Blumenhagen
Laatzen
reitsport MAGAZIN 4/08, S. 9-11, "Richten-Dressur im Fokus"
Mein Mann und ich verfolgen seit geraumer Zeit besonders aufmerksam die Beiträge zu den Themen „pferdegerechtes Reiten“ um Herrn Dr. Heuschmann sowie die Artikel und Leserbriefe, in denen es im weitesten Sinne um Benehmen, Etikette, Erziehung, Ausübung und Anerkennung von Autorität geht, wie etwa die Beiträge über das Richten, Verhalten auf Abreiteplätzen, Umgang miteinander und mit dem Partner Pferd etc..
Unsere häuslichen Diskussionen, die wir darüber auch mit Freunden führen ergaben, dass wir alle der Meinung sind, dass den diversen Dilemmata auf den genannten Gebieten vor allem eine – zu weite - Öffnung des Reitsports als Breitensport zugrunde liegt. Obwohl Reiten als Breitensport grundsätzlich sicherlich für den einzelnen und die Gesellschaft förderlich ist, ist dem Reitsport damit wenig gedient.
Das ursprüngliche „gute Benehmen“, welches die Noblen und Adligen vor langer Zeit als Reitsportetikette etablierten, ist heute fast verschwunden, da jeder „Hans und Franz“ sich aufs Pferd schwingen und auch einen „Pferdeberuf“ ergreifen kann. Finanzielle Mittel ebenso wie „gute Erziehung aus gutem Hause“ sind heute kaum nötig, um in das Metier als Profi oder Amateur einzusteigen.
Dem entsprechend finden wir neben einem Haufen wenig gebildeter, sich rüpelhaft benehmenden Profis auch eine Menge Amateure, die dieses Verhalten kopieren. Entweder, weil sie intellektuell nicht anders können oder weil sie das „coole“ Verhalten der Profis nachahmen oder weil sie – mangels guter Vorbilder – einfach nie etwas Vernünftiges zu Gesicht bekommen haben.
Wie sich dieses grundlegende Dilemma auswirkt, kann man in unendlich vielen Reitställen, auf Turnieren, im Pferdehandel und anderswo erleben und im Reitsport Magazin wunderbar nachlesen. „Wenn Du beim Reiten Spaß haben und keine Rüpel, Neider und Sticheler treffen willst, musst Du entweder zu den Freizeitreitern gehen und mit einem Isländer durch den Busch oder Barock reiten“, resümierte meine Freundin. Tatsächlich? Das wäre eine traurige Bilanz! Es wäre schön, wenn wir alle der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft, deren Auswirkungen sich auch im Reitsport niederschlagen, entgegen blicken und gegensteuern könnten, mit mehr Ausbildung, Seminaren und Gesprächskreisen auf allen Ebenen und mit tagtäglich gegenseitigem Rat und viel Tat.
Wenn es in einer doch überschaubaren Welt wie der „Reiterwelt“ gelänge, wieder mehr Stil, gegenseitige Achtung und guten Umgang mit anderen und dem Partner Pferd zu etablieren – es würde sich für unseren schönen Sport lohnen und viele Reiter müssten nicht „allein in den Busch abwandern“.
Stefanie Bachmann-Hradsky
Hamburg
reitsport MAGAZIN 3/08. S. 33: "Zeitvergeudung oder spielerische Vorbereitung?"
Da ich selber als Voltigiertrainerin tätig bin, habe ich den „Contra“- Artikel von Frau Wohl mit einigem Erstaunen gelesen. Ihre Ansichten scheinen ja wirklich aus der Zeit von vor 20 Jahren zu stammen. Als Trainerin erstaunt mich die Aussage, dass Voltigierer Probleme mit dem Sitz haben sollen.
Grundsitz ist auch im Voltigieren eine der Grundübungen. Da ein Hohlkreuz dort ebenso wenig erwünscht ist wie beim reiten, versuchen wir schon in Anfängerbereich, dem entgegen zu wirken. Im Gegensatz vielleicht zum Reiten, bieten wir aber auch das notwendige Rüstzeug (in Form spezieller Gymnastik) an, damit das auch gelingt. Wieso „Voltigierer die Waden nicht ans Pferd bekommen“ ist mir ebenfalls ein Rätsel. Wenn sie das nicht könnten, wären die meisten Übungen gar nicht durchführbar.
Des Weiteren kenne ich persönlich keine Vereine, die nicht um das Wohl ihrer Voltigierpferde besorgt sind (diese Pferde sind nur schwer zu ersetzen) und sich sehr um Ausgleich vielfältiger Art bemühen. Das die Pferde beim Voltigieren nur leiden kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Wir selber haben ein Pferd, dass wie wir später erfahren haben als unreitbar verkauft wurde, und nun beim Voltigieren brav mitmacht, obwohl es sehr wohl wüsste, wie man sich seiner Voltis entledigen könnte. Aber es genießt es, in Mitten seiner Voltis zu stehen und sich hinterher massieren zu lassen.
Mag sein, dass es vereinzelt zu stark ausgebundene Voltigierpferde gibt, aber hat die Autorin noch keine Dressurpferde gesehen, deren Kopf förmlich auf der Brust festgezurrt zu sein scheint (Wird das genauso kritisch betrachtet? Ich kann es nur hoffen!). Ich habe auch noch nicht beobachtet, dass Voltigierpferde wüst beschimpft wurden, weil es beim Wettkampf nicht so lief, wie geplant. Sie wurden trotzdem noch als „Partner“ geliebt und trotzdem weiter gut behandelt. Voltigierpferde müssen vor jedem Start vor den Richtern vortraben und werden, wenn sie nicht klar laufen, vom Wettkampf ausgeschlossen. Ist das beim Reiten auch so streng geregelt? Ich kenne etliche Voltigierpferde, die auch im hohen Alter noch fit sind und sogar welche, die als „Rentner“ reaktiviert werden mussten, weil sie nur noch mit hängendem Kopf herum liefen, weil ihnen ihre „Voltigierer“ fehlten und die sichtlich aufblühten, nachdem sie wieder eingesetzt wurden.
Natürlich kann man die meisten unserer Voltigierübungen auch ohne Pferd durchführen, aber ohne den Partner Pferd macht es einfach keinen Spaß. Und im Übrigen: Sitzen, wie beim Reiten, kann man auch phantastisch ohne Pferd.
Ich denke Frau Wohl täte gut daran, sich das Voltigieren von heute mal genauer anzusehen. Es gibt bei jedem Sport schwarze Schafe, aber alles über einen Kamm zu scheren ist in meinen Augen höchst unfair.
Conny Ammermann
Per e-mail
reitsport MAGAZIN 2/08, S.8-10: "Abenteuer Abreiteplatz" + Leserbrief reitsport MAGAZIN 4/08, S. 5
Leider wurde beim Abdruck meines Leserbriefes in der RM-Ausgabe 4/2008 zum Thema „Abreiteplatz“ mein selbstkritischer Teil weggekürzt. Ich hatte ausdrücklich geschildert, dass und wie mir im letzten Jahr auf einem Turnier die Nerven durchgegangen sind und ich eines meiner Pferde mehrfach aus einer Stresssituation heraus geschlagen habe. Ich habe betont, dass das unreiterlich war und nicht zu entschuldigen ist, daher eben auch die Quintessenz für mich selbst, neben entsprechender ständiger Weiterbildung Turniere anzusteuern, bei denen sowohl im Anhänger, als auch im Abreitebereich, Platzverhältnisse herrschen, die ein ruhiges Umgehen und Vorbereiten insbesondere junger Pferde ermöglichen.
Ich habe die Redaktion um den Abdruck dieses Briefes ersucht, da ich nicht den Eindruck erwecken möchte, dass man als älterer, erfahrenerer Reiter oder reitender Richter einen Freifahrtschein hat und reiterliche Regeln nur für "die anderen" gelten. Das nehme ich gerade nicht für mich in Anspruch!
Die Vorschläge der anderen Leserbriefschreiber, einen Benimmkodex entsprechend der Golfregeln auch für den Abreiteplatz herauszugeben, der konkreter ist als die Regeln der LPO, halte ich für eine vorzügliche Idee, denn es würde allen Beteiligten gerade im ländlichen Bereich mehr Sicherheit verschaffen und würde Aufsicht führende Richter/Ordner von dem Vorwurf der Willkürlichkeit befreien.
Amena Rauf-Vater
Fintel