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Leserbriefe

Leserbriefe geben die Meinung der Einsender wieder, nicht unbedingt die Meinung der Redaktion. Wir behalten uns sinnwahrende Kürzungen vor.

Leserbriefe senden Sie bitte per e-mail an: redaktion@paragon.de



Zur Serie „Erwachsene Amateure im Turniersport“ erreichte uns folgender Leserbrief:

 

Ihr habt mit diesem Artikel genau den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich finde es richtig gut, dass Ihr Euch auch um diese Sparte der Reiter kümmert. Bei uns in den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg war in diesem Jahr nicht eine Hunterklasse ausgeschrieben. Wo sind diese Prüfungen denn abgeblieben? In der Pilotphase vor einigen Jahren gab es doch einige. Das war wohl eher ein netter Versuch. Aber noch mal viel Lob für diese Serie. Viele Punkte treffen allerdings nicht nur auf die älteren Reiter zu. Turnierreiter, die ein ganz ‚normales’ Pferd besitzen, kommen oft ganz geknickt aus den A- und L-Springen, weil dort Profis oder Semiprofis unterwegs sind. Das deprimiert zusehends.

Nadine Seyffert,
per E-Mail

 

 

 

 


Zum Thema „Reiten Ü 40 – zurück in Sattel“ erreichte uns folgender Leserbrief:

„Mit Freude habe ich die Titelgeschichte in der Oktober-Ausgabe gelesen. Ich reite seit acht Jahren und gehöre auch zu den „Senioren“. Vor zwei Jahren habe ich im Reitverein Vorsfelde mein Reitabzeichen abgelegt und nehme nun mehr oder weniger erfolgreich an Turnieren teil. Das ist allerdings einigermaßen schwierig, da die „kleinen“ Prüfungen in Klasse E meist nur für Junioren oder Junge Reiter ausgeschrieben werden. Reit- oder Springwettbewerbe für Erwachsene gibt es noch seltener. Hat man mal ein Turnier gefunden, auf dem man starten darf, kommt man sich ähnlich vor wie in der Disco: Nach dem Motto, was will die ‚Alte’ hier, wird man blöd angeschaut. Sollte man es tatsächlich schaffen, mal eine Schleife zu erringen, heißt es, man nehme den Kindern die Schleifen weg. Auf Wunsch vieler Reiter gibt es in Vorsfelde nun erstmals ein „Ü30 Turnier“. Startberechtigt sind nur Reiter der Jahrgänge 1979 und älter!!! Das Prüfungsangebot reicht von Führzügelklassen, über Reit- und Springreiterwettbewerbe bis hin zu Dressuren und Springen der Klasse L. Die Resonanz ist sehr groß, offenbar freuen sich viele Reiter, mal nicht gegen Kinder reiten zu müssen. Ich habe gehört, dass Töchter ihre Väter zur Führzügelklasse angemeldet haben. Das zeigt doch, dass die Kinder uns das gönnen. Mein Fazit lautet: Reiten lernen ist in jedem Alter möglich, aber für ältere Erwachsene ungleich schwieriger. Unser Vorteil ist, dass wir weder auf einen „Sponsor“ noch auf einen „Fahrer“ angewiesen sind, eigenes Einkommen und Führerschein sind ja meist vorhanden. Auch die Teilnahme am Turniersport ist in jedem Alter möglich, allerdings für die Älteren ebenfalls wesentlich schwieriger und man darf auch nicht empfindlich sein. Doch zum Glück gibt es immer mehr Veranstalter, die gemerkt haben, dass hier Bedarf besteht. Sicher ist das Vorsfelder „Ü30-Turnier“ kein Einzelfall und es bleibt zu hoffen, dass das „Ü30-Turnier“ ebenso zu einem festen Begriff in der Turniersprache wird, wie das „Late Entry Turnier“.    Katrin Timmas (Jahrgang 1969), Vorsfelde

 

 

 

 

 

 


Zum Thema Prüfungsangebote für Jugendliche erreichte uns folgender Leserbrief:

„Was soll man davon halten, wenn man für eine 13-jährige Reiterin bei einem tollen Turnier auch eine für freitags vorgesehene Dressurprüfung nennt, die dann nach Zeiteinteilung leider für Junioren und Junge Reiter um 7 Uhr stattfinden soll ? Zuerst einmal ist das ja so völlig in Ordnung, nur wenn einen Tag vor diesem besagten Freitag leider die Sommerferien enden, werden demzufolge von den genannten 34 Startern sicher mindestens die Hälfte wegen der Schulpflicht erst gar nicht starten können. Dann ist das ziemlich ärgerlich. Und es verwundert auch, dass für 34 Nenner in der Zeiteinteilung gerade einmal eine gute Stunde eingeplant wird. Meine Nachfrage kam beim Turnierorganisator nicht gut an. Schließlich könne man ja nicht das Viereck zwei Mal von S auf A umbauen und abends brauche man die Halle zum Abreiten für das S-Springen. Da bliebe dann nur noch der 7 Uhr-Termin, die Junioren könnten ja eben vor der Schule reiten. Schließlich sei eine A-Dressur nicht das Maß aller Dinge und man müsse auf höherklassige Prüfungen Rücksicht nehmen. Mit Verlaub: Es ist noch kein S-Reiter „vom Himmel gefallen“, und es ist bitter, wenn man so „abgebügelt“ wird, weil man die vom Veranstalter ausgeschriebenen „kleinen“ Prüfungen auch nennt. Finanzieren nicht auch die vielen kleinen Reiter mit ihrem Anhang einen – wenn auch sicher geringen – Teil eines Turniers?    

Silke Buße per E-Mail

 

 

 

 


In eigener Sache – zum Thema Reitplatzboden (RM 06/2009)

eigentlich wollten wir Ihnen mit unserem Beitrag „Gibt es den idealen Reitplatz“ in Ausgabe 06/2009 Entscheidungshilfen für den Reitplatzbau geben, doch offensichtlich hat der Artikel leider mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Grundsätzlich richtig ist, dass sich die klassische Drei-Schicht-Bauweise (Tragschicht, Trennschicht, Tretschicht) bewährt hat, aber selbstverständlich gibt es auch die Ein- und Zwei-Schichtbauweisen, die ebenfalls gut funktionieren, wenn sie – und das gilt für alle Bauweisen – fachkompetent gebaut wurden. Die Entwässerung der Plätze kann überwiegend senkrecht durch die Schichten erfolgen, über die Oberfläche der Tretschicht, mittels Anstauverfahren oder weiteren Sondersystemen. Schichten aus Beton oder Asphalt werden für Neubauten heute nicht mehr empfohlen, auch Vliese haben sich als Trennschicht in der Praxis nicht bewährt. Welcher Sand für die Tretschicht verwendet wird, hängt nicht nur vom Nutzungsschwerpunkt ab, sondern auch von der gewählten Bauweise. Bei jeder Verwendung von Recycling- oder Abfallprodukten wird dringend empfohlen, vor Anschaffung die Gesundheitsunbedenklichkeit und Umweltverträglichkeit des Materials sowie die spätere Entsorgung zu prüfen. Die Nachweise geben die Hersteller der Produkte. Das Thema „Reitplatzbau“ ist also differenziert zu betrachten. Selbst in den von der Forschungsgesellschaft und Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FFL) herausgegebenen „Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von Reitplätzen im Freien“, in der zahlreiche Grundsätze und Richtwerte zusammengetragen wurden, konnten nicht alle Systeme behandelt werden. Es bleibt daher die auch im Interview mit der FN-Expertin Gerlinde Hoffmann geäußerte Empfehlung, Fachplaner und Firmen zurate zu ziehen, die Erfahrungen mit dem Bau von Reitplätzen haben, und Reitplätze persönlich anzusehen, die in der angebotenen Weise gebaut wurden. Und ist der Platz erst einmal fertig, bedarf jedes System der regelmäßigen und kompetenten Pflege.

Birgit Springmann

 

 

 

 


Leserzuschrift zum Blickpunkt „Ist Schlachten Tierquälerei?“ (RM 06/2009)

„Das Foto bildet die aktuelle Realität leider in einigen Aspekten fehlerhaft ab: Eutha® 77 ist seit des Rückrufes wegen eines Qualitätsmangels im Sommer 2008 nicht mehr am Markt erhältlich; nach meinem Kenntnisstand ist der Zeitpunkt der Wiederverfügbarkeit noch offen. Zweitens war die Zulassung des Arzneimittels aus anderen Gründen kurze Zeit später von Essex auf Pfizer übergegangen. Drittens wurde Eutha® 77 Ende 2008 in Eutha umbenannt. Als Alternative zu Eutha® steht beispielsweise Release® von der WDT zur Verfügung.Dr. Rolf Tybussek, Langenhagen

 

 

 


Leserzuschrift zum Interview mit Ewald Meier zum Fahrsport in Niedersachsen (RM 06/2009)

„Die von Ewald Meier getätigte Aussage, ich habe gemeint, für einen Sperrriemen, den ich in Klasse M nicht hätte fahren dürfen (in Klasse S und international aber erlaubt), Dispens gehabt zu haben, weise ich zurück. Ich habe dies nie behauptet, und es hatten weder Richter noch Teilnehmer noch der Bundestrainer dies während des Wettringer Turniers bei mir nachgefragt. Nach der Platzierung – keiner der Richter hatte den Sperriemen beanstandet – hat kein Teilnehmer offiziellen Protest eingelegt. Das Richtergremium disqualifizierte mich dann erst am Mittag des darauf folgenden Tages. Die nachträgliche rechtliche Auslegung der LPO, § 60.5, ist zumindest zweifelhaft, da eine „unverzüglich vorzunehmende Disqualifikation nach Kenntnisnahme“ nicht als gegeben anzusehen ist, wenn erst 17 Stunden nach Kenntnisnahme die Disqualifikation durch die Richter erfolgte. Die Zeit für einen regulären Protest war zu dem Zeitpunkt auf alle Fälle verstrichen. Zurückgetreten bin ich aus dem A-Kader nicht, weil ich für einen von mir begangenen Fehler disqualifiziert worden bin, sondern weil alle Beteiligten hinter meinem Rücken und nicht mit offenem Visier gehandelt haben und eine auf gegenseitigem Vertrauen basierende Zusammenarbeit, insbesondere mit dem Bundestrainer, für mich nicht mehr möglich ist. Dr. Dirk Timmermann, Cuxhaven

 

 

 


Leserzuschrift zum Praxisthema „Anlage des Reitplatzes“ (RM 06/2009)

 

„In Ihrem Artikel empfehlen Sie Ihren Leserinnen und Lesern als günstige Variante, eine Trennschicht aus Asphaltbruch einzubauen, Asphaltbruch kann jedoch zur Wassergefährdung führen und erhebliche Kosten für die  Entsorgung des kontaminierten Bodens nach sich ziehen. In allseits anerkannten Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von Reitplätzen im Freien sind zudem die empfohlenen Körnungslinienbereiche für Trennschichten ausführlich dokumentiert und beschrieben. Auch Vliesstoffe haben sich als Trennschicht nicht  bewährt. Die von Ihnen gewählten Tretschichten halten sich ebenfalls nicht an die o.g. Empfehlungen.“ Jürgen Heckelsmüller per E-Mail

 

 

 


Leserzuschrift zur Titelgeschichte „Kann die Vielseitigkeit überhaupt sicher sein“

 

Liebe Redaktion,
ich heiße Pia, bin 13 Jahre alt und lebe in Bremen. Ich habe ein eigenes Pferd und liebe Dressurreiten. Eine Freundin von mir mag Vielseitigkeitsreiten sehr gerne, aber sie hat auch schon mal einen Unfall gehabt. Ich schreibe, weil ihr ja einen Artikel geschrieben habt, ob Vielseitigkeitsreiten sicher ist oder nicht. Und die Leser sollten ihre Meinung schreiben und ich persönlich finde Vielseitigkeitsreiten sehr gefährlich. Als meine Freundin ihren Unfall hatte, hat sie sogar ihr Pferd Peppino verloren. Es war ein sehr schlimmer Sturz und Peppino hatte sich ein Vorderbein gebrochen.  Er musste dann später doch noch eingeschläfert werden. Meine Freundin trauert immer noch weil sie Peppino sehr geliebt hatte. Der Unfall ist jetzt ein Jahr her. Meine Freundin hat inzwischen ein neues Pferd und ist zum Springen übergegangen und reitet nicht mehr Vielseitigkeit. Ich kann das verstehen, weil sie ihr Pferd dadurch verloren hat und wahrscheinlich so etwas nicht ein zweites mal riskieren will. Ich hätte das auch nicht getan. Ich finde das einfach gefährlich.
Liebe Grüße PIA    Pia Schöbel per mail

 

 


Leserzuschrift zur Reportage „Geschichte der Reiterstadt Hannover“ (RM 03/09)

 

„Die Hauptstadt der Reiterei“ war und kann in Niedersachsen niemals Hannover gewesen sein. Wenn schon einer Stadt eine solche Bezeichnung in Niedersachsen gebührt, dann wäre das Celle oder Verden. Die Stadt Hannover, vertreten durch Verwaltung und Rat, hat ferner mit dazu beigetragen, dass die Kavallerie-Schule moralisch und städtebaulich derart eingeengt wurde, dass von der Wehrmacht ein neuer Ort für diese, die man noch erweitern wollte, gesucht werden musste. Gerhard Zeuschner, Wolfenbüttel

 

 


Die Zukunft


Leserzuschrift zur Titelgeschichte „Internet-TV“ (RM 01/09) 

 

Das Internet als Kommunikations- und Informationsplattform ist auch im Reitsport angekommen und nicht mehr weg zu denken. Das Online-System für Nennungsmeldungen (NeOn) wird nach Einführung vor drei Jahren von den Turnierteilnehmern inzwischen zu über 50 Prozent genutzt. Eine große  Entlastung für alle Turnierveranstalter.Die Möglichkeit, Internet für Bildübertragungen zu nutzen, bietet zukünftig Veranstaltern, die nicht in die Gunst einer Fernsehübertragung kommen, eine attraktive Medienpräsenz.Das Hallenreitturnier Verden wurde 2008 erstmals in Eigenregie im LiveStream mit guter Bildqualität im Internet übertragen. Über 120.000 Personen haben  die Übertragung aus dem In- und Ausland verfolgt. Die Resonanz der Internetzuschauer war positiv. Aus vielen Zuschriften war deutlich erkennbar, dass die Internetübertragung deshalb genutzt wurde, weil ein persönlicher Besuch der Veranstaltung nicht möglich war. Der Kostenaufwand von Horse Media Solutions (clipmyhorse.de) für die Online-Übertragung darf nicht als Maßstab gelten. Er ist eher abschreckend, wenn man den technischen und personellen Aufwand sieht (Stichwort: Bundeschampionate). Es kann durchaus anders gehen.Mit einem hiesigen IT-Partner (ITSR.net) wurde in Verden 2008 mit einem vertretbaren Aufwand der LiveStream mit einer parallel laufenden Ranking-Liste in der WEB-Umgebung  des Turniers angeboten.Entscheidend für die Qualität sind neben Kamera  und Kameraführung die Leistungskapazitäten, die für eine  Übertragung zur Verfügung stehen müssen. Ist die Übertragungsrate zu gering, können bei zunehmender Zuschauerzahl die Bilder ins "Stocken" geraten. Internet-Fernsehen hat auch im Reitsport eine Zukunft, weil es  Möglichkeiten schafft, den Reitsport populärer zu machen und den Sponsoren neue Wege für Werbemöglichkeitenöffnet. Voraussetzung ist, das der Aufwand für den Veranstalter mindestens kostenneutral sein muss.Gerhard Stroeve, Blender, per E-Mail

 

 


Erschüttert


Leserzuschrift zur Titelgeschichte „Kann die Vielseitigkeit überhaupt sicher sein?“
(RM 02/09):

 

Mich hat das schwere Unglück von Tina Richter vor knapp zwei Jahren auch sehr mitgenommen! Da auch ich früher und in den letzten Jahren gemeinsam mit ihr und unseren Pferden an diversen Vielseitigkeits-Prüfungen oder Geländepferde-Prüfungen teilgenommen habe. Und obwohl Tina Profireiterin war, war sie immer sehr nett, zugänglich, sehr freundlich und eine sehr gute stilistische Reiterin! Wir denken noch oft an sie und ihre Herzlichkeit! Meiner Meinung nach passieren bei fast jeder Sportart schlimme und auch nicht so gravierende Unglücksfälle! Nur in den letzten Jahren, nachdem Ende der 90-ger Jahre der große Stern-Bericht über das Militaryreiten erschien, und die Vielseitigkeit frecherweise mit dem Grand National verglichen wurde, erst ab da wurde immer mehr auf die "tolle Reiterei" der Buschreiter mit dem Finger gezeigt! Leider! Ich finde wirklich, dass es durch das technische Reiten, welches durch Kombinationen und schmalen Sprüngen im Gelände erreicht wird, bereits eine Menge mehr Sicherheit gegenüber früher gegeben wurde!  Ich gebe aber auch der Kathrin Krage Recht, dass die Vertrauensarbeit zwischen Pferd und Reiter eine ganz große Rolle spielt und diese Arbeit einige Jahre dauert, bis man dann einen Kameraden an seiner Seite hat, mit dem man durch dick und dünn gehen kann! Und dann hat man eine so genannte gute Lebensversicherung. Für die Profireiter, die sehr oft mehrere Pferde am Start haben, ist es natürlich sehr schwer, das vollendete Vertrauen aufzubauen. Aber dafür haben sie im Laufe ihrer Karriere soviel Erfahrung gesammelt, dass sie diesen jungen Pferden die nötige Sicherheit geben sollten. Klar gibt es Pferde, die sich eben nicht 100-prozentig für die Vielseitigkeit eignen. Dies sollte jeder "gute Buschreiter" auch erkennen und diese Tiere auf keinen Fall zu etwas zwingen, denn dann kommen wirklich unschöne Bilder zum Vorschein. Es ist aber auch nicht einfach für Reiter, die diesen Sport unbedingt ausüben möchten, zu respektieren, dass ihr Pferd vielleicht in einer ganz anderen Disziplin besser aufgehoben wäre! Ich persönlich will auch in diesem Jahr "wieder versuchen", meinen jungen Wallach (Fünf) über Lehrgänge an diesen schönen Sport heranzuführen und hoffe, dass er diesen Ansprüche gewachsen sein wird!? Und auch nach einem schweren Trainingsturz vor gut sechs Jahren habe ich wieder den Mut aufgebracht, meine Buschreiterei weiter zu betreiben, da sie eigentlich zur Sucht geworden ist!  Unser Vorbild ist "natürlich": Marius und Hinrich Romeike. Conny Schlie, per E-Mail

 

 


Selektiver Speicher


Leserzuschrift Zur Titelgeschichte „Internet-TV“ (RM 01/2009)

 

Das Internetfernsehen ist, insbesondere bei einer professionellen Umsetzung wie bei ClipMyHorse.de, eine wichtige Ergänzung zur Pferdesportberichterstattung im Fernsehen. Insbesondere die Zuchtveranstaltungen oder 1B Turniere finden hier eine Plattform. Wer hat schon die Zeit (in Niedersachsen), die Körveranstaltungen in Westfalen oder die Süddeutsche Körung zu besuchen, auch wenn der Vergleich des Zuchtfortschritts sicher interessant wäre.
Über das Internet, speziell den selektiven Speicher, ist es aber möglich, den Springsieger von Westfalen "For Contest" direkt mit dem Hannoveraner "Stakkato' Highlight" zu vergleichen und die Entscheidung für die Hengstwahl entsprechend abzurunden.
K.-R. Staats, per e-mail

 

 


Total begeistert


Leserzuschrift Zur Titelgeschichte „Internet-TV“ (RM 01/2009)

 

Sie fragen in Ihrer Ausgabe des Reitsport-Magazins nach Meinungen über das Internetfernsehen. Ich muss Ihnen sagen, ich bin total begeistert.
Durch Zufall bin ich im Sommer letzten Jahres auf die Seite "Clip-my-horse" gestoßen und habe sofort hinein geschaut. Besonders die Übertragung des Bundeschampionats hat mich sehr interressiert. Es ist ja aus zeitlichen und manchmal auch finanziellen Gründen nicht immer möglich, alle Veranstaltungen zu besuchen. Daher sehe ich das Internetfernsehen als eine sehr gute Alternative an. Besonders gefreut hat mich, die fachliche Berichterstattung. Ich selbst bin als Fahrrichterin auf den Turnieren unterwegs und es freut mich natürlich sehr, wenn auch der Fahrsport bei den Übertragungen nicht zu kurz kommt. Ich glaube nicht, dass die Zuschauerzahlen auf den Turnieren zurück gehen werden. Denn "live" dabei zu sein ist natürlich toll, nur ja leider nicht immer möglich und somit hoffe ich sehr, dass es weiterhin so gute Übertragungen des Pferdesports in allen Sparten gibt.
Marie-Luise Müller, per e-mail

 

 


Nur Mut Vechta: Bauen sie doch ...


Leserzuschrift Zum Interview mit Ministerpräsident Christian Wulff (RM 12/2008)


Ich finde es gut, dass Sie den Regierungschef im Reitsport Magazin zu Wort kommen lassen. Niedersachsen ist ein Pferdeland und der amtierende Ministerpräsident hat das – im Gegensatz zu seinen Vorgängern – längst begriffen.
Von der Pferdeland GmbH wünschte ich mir allerdings mehr Dynamik und Öffentlichkeitsarbeit, denn am Image des Pferdelandes muss noch viel gearbeitet werden. Ich finde es zum Beispiel schade, dass in Vechta kein Pferdekompetenzzentrum entstanden ist. Das wäre doch ein Schritt in die richtige Richtung gewesen um darzustellen, was im Pferdeland Niedersachsen alles geleistet wird.
Das meine ich nicht nur kommerziell, denn der ehrenamtliche Bereich kommt viel zu kurz in der Öffentlichkeit. Ich sage: Nur Mut Vechta, bauen sie das Kompetenzzentrum, auch wenn kein Geld aus Hannover fließt.
Hannelore Schultz, Bad Zwischenahn, per e-mail 

 

 


Um die Frage herum geredet


Leserzuschrift Zum Interview mit Ministerpräsident Christian Wulff (RM 12/2008)

 

Da ist Ihnen aber ein tolles Interview gelungen. Nur um die Frage der Zukunft der Reiterstaffeln in Hannover und Braunschweig hat unser Landesvater herum geredet. Gehen wir also mal davon aus, dass die beiden Reiterstaffeln erhalten bleiben. Ohne sie wäre das Pferdeland Niedersachsen ärmer, hoffentlich vergessen das die Politiker nicht.
Bernd Mertens, per e-mail

 

 


Nicht Bange ums Pferdeland


Leserzuschrift Zum Interview mit Ministerpräsident Christian Wulff (RM 12/2008)

 

Sehr geehrte Frau Heidtmann, haben Sie herzlichen Dank für das Gespräch mit dem Ministerpräsidenten. Vor allem finde ich es gut, dass er sich so klar und deutlich gegen eine Pferdesteuer ausgesprochen hat. Ich kenne Kommunalpolitiker, die dieses Thema immer wieder diskutieren, weil sie glauben, Pferde sind Luxus und kein Kulturgut. Nach diesem Interview ist mir nicht mehr Bange um unser Pferdeland Niedersachsen.
Christine Wöhlckens, per e-mail

 

 


Dummes Verhalten


Leserzuschrift zur Rubrik Pro & Contra zum Thema "Knopf im Ohr"

 

Ich habe gedacht, ich lese nicht richtig. Mit Knopf im Ohr auf dem Pferd sitzen und durch die Natur reiten, schlimmer geht’s nimmer. Was lernen die jungen Leute eigentlich heute noch in den Reitställen? Zumindest vernünftige Verhaltensregeln sollten doch dazu gehören – oder? Bier trinken, Rauchen oder auch Telefonieren habe ich schon auf Turnieren gesehen und bin doch sehr erstaunt darüber, dass beispielsweise Richter/Aufsicht am Abreiteplatz dazu keinen Ton sagen. Gegenüber dem Partner Pferd ist dieses Verhalten respektlos und schlicht und einfach dumm.

Gerda Wolkenhaar,
per e-mail

 

 


Da trennen uns Welten!


Leserzuschrift zur Rubrik Pro & Contra zum Thema "Knopf im Ohr"

 

Da trennen uns doch Welten. Was haben diese Typen für eine Vorstellung vom Reiten? Sitzen drauf ohne einen Hauch von Harmonie mit dem Pferd.
Angenommen die im Sattel sitzende Person ist kein stupider Holzklotz, müssen sich Töne, die oft nur als Musik empfunden werden, auf Emotion und so auch auf Rhythmus übertragen. Das Pferd spürt aber nichts. Es sei denn Beide, Pferd und Reiter hören, empfangen passende Musik und können es in ihre Bewegungen einfließen lassen. Das ist beinahe Vollendung und oft auch Hilfsmittel – mit seinem Pferd tanzen. Reiten ist Takt und Musik.
Aber Leute mit Musikknopf im Ohr benutzen ihre Pferde als Tragtiere. Ist ja weit übler, als im Sattel zu rauchen.

Dr. Rolf Dittmar Heinze,
Oldendorf a.d. Göhrde

 

 


Wohin geht der Weg?


Leserzuschrift zur Situation im Fahrsportlager des Pferdesportverbandes Hannover.

 

 

Kurz vor Abschluss der grünen Saison 2008 und nach den LM in Uelzen-Hansen stellt sich mir der Fahrsport im PSV Hannover in einer absolut desolaten und führungslosen Verfassung dar. Vor drei Jahren fand ein Umbruch mit großen Plänen und Vorstellungen in vollmundigen Worten statt. Schon dieser Umbruch hinterließ bei den meisten Fahrern einen faden Beigeschmack, da keine Informationen über das Wie und Warum nach außen kam. Die Gerüchteküche hatte ihren freien Lauf! Im Laufe der letzten Jahre zerbrachen Gemeinschaften, Geselligkeiten, Freude und Spaß bei vielen Fahrern. Wir alle haben in unseren Anfängen gelernt, Fahren ist ein Teamsport, nur gemeinsam kann dieser Sport ausgeübt werden. Die früher gepriesene harmonische und familiäre Atmosphäre, wo ist sie geblieben? Heute herrscht nur noch Verbissenheit, Streit und Zwietracht unter den jeweiligen Gruppen der einzelnen für den Pferdesportverband Hannover zugelassenen Trainern.

Da werden Abmahnungen erteilt, Zutrittsverbote zur Landesmeisterschaft  ausgesprochen usw. und dies nur, weil sich die Honorartrainer in ihren Interessen verletzt fühlten. Zum Landesvergleichswettkampf (seinerzeit vom Verband Hannover/Bremen ins Leben gerufen) in Klein Marzehns wurde ich von anderen Fahrern gebeten dort zu starten, damit der PSV Hannover überhaupt vertreten wurde. Wo war unser Landestrainer oder einer der Honorartrainer? Doch, er wurde von weitem gesichtet für eine knappe Stunde, ohne die Fahrer vom PSV Hannover zu begrüßen oder Kontakt aufzunehmen. Das gleiche Bild in Bösdorf: kein Gruß, keine Kontaktaufnahme mit den Fahrern, nur ein paar tröstende Worte für eine Fahrerin aus dem PSV Hannover nach ihrer verpatzten Dressurvorstellung. Aber vielleicht ist dies das Markenzeichen unseres Landestrainers. Die restliche Zeit verbringt er im Drei-Schritt-Abstand-Gefolge hinter einem der Honorartrainer. Wo bleibt unser Nachwuchs, die Jugend, die man für unseren Sport begeistert? Ach ich vergaß: diese Gruppe ist nicht so lukrativ für unsere Honorartrainer. Da wendet man sich an die Fahrer, die finanziell besser gestellt sind für Trainingseinheiten und Pferdevermittlungen, auch wenn es mehrere Vermittlungen hintereinander sind, weil die Pferde nicht laufen oder nicht wollen. Ist dies der Stil unserer heutigen Ausbildung und das Gesicht des Fahrsports im PSV Hannover?

Diese gesamte Situation wird dann noch unter dem Schirm unseres honorigen Fahrausschuss-Vorsitzenden gedeckt! Da lobe ich mir die Turniere in Holstein, Weser-Ems, Westfalen und vor allem in den neuen Bundesländern. In Klein Marzehns waren mehr Jugendliche vertreten wie Senioren und das bei weit mehr als 100 Nennungen. Mit Freude und Hilfsbereitschaft in harmonischer und familiärer Atmosphäre wird man auf diesen Turnieren empfangen.

Versuchen wir so schnell wie möglich, auch diesen Zustand auf unseren Turnieren wieder herzustellen, ansonsten werden  weiter diese Trauervorstellungen mit unter 60 Nennungen in allen Klassen unsere LM beherrschen, womöglich dann noch in Klasse M um den restlichen Fahrern die Zulassung zu späteren Prüfungen in Klasse S zu nehmen.

Karl-Heinz Oestmann,
per e-mail

 

 


Nicht für alles Geld dieser Welt ...


Der Leserbrief von Stefanie Bachmann-Hradsky im Reitsport-Magazin 5/2008 soll nicht unwidersprochen bleiben. Er hätte durchaus genügend Anknüpfungspunkte für eine satirische Replik gegeben, aber es steht ja ein ernstes Anliegen – wenn auch mit fragwürdigem Geschichts- und Menschenbild – dahinter.
Der Schreiber dieser Zeilen hat eine seit vielen Jahren Reitsport begeisterte Familie und betrachtet selbst die Szene eher aus der Ferne. In der Diskussion um "Benimm" und "Anstand", „Stil“ und „Achtung“ flammt die Sehnsucht nach der ach so guten alten Zeit schnell wieder auf, nach dem Elitären im Reitsport, man will lieber unter sich bleiben – die böse Außenwelt ist in unsere guten Reiterkreise eingedrungen. Um es kurz zu machen: Meine Erfahrungen (nicht nur in Reiterkreisen) möchte ich eher auf den Nenner bringen: Gutes Benehmen und Anstand, Stil und Achtung kann man sich offenbar für alles Geld dieser Welt nicht kaufen!
Es ist ja bei Weitem nicht so, dass Reiten ein billiger Volkssport wäre. Ich vermisse in unseren Vereinen und auf den Turnieren nach wie vor Hartz IV-Empfänger, unsere ausländischen Mitbürger sind im Reitsport auch noch nicht angekommen. Reiten ist demnach auf dem Weg zum Volkssport, wird aber schon auf Grund der hohen Investitions- und Ausbildungskosten von Reiter und Pferd niemals auf einer Stufe mit den Mannschaftssportarten stehen. Vor diesem Hintergrund kann sich Frau Bachmann-Hradsky zurücklegen, ein bisschen Elite ist ja noch....
Aber woher kommt die Rüpelhaftigkeit auf den Plätzen, die manches Mal zu beobachtende fehlende Achtung der Kreatur und der Mitmenschen? Der Reitsport kann sich hier sicherlich nicht abkoppeln von sonstigen gesellschaftlichen Entwicklungen und somit gilt es, sich umzusehen. Wie sieht es in den Klassenzimmern unserer Kinder aus? Wie auf den Straßen und in der Arbeitswelt? Ist nicht das Ausfahren der Ellenbogen seit geraumer Zeit wieder schick geworden? Die "Hoppla-hier komme ich-Mentalität" greift in dem Maße um sich, wie Werte wie "Solidarität" und "Mitmenschlichkeit" als ferne Botschaften aus einem untergegangenen Zeitalter belächelt werden.
Ein anderes Moment darf aus meiner Sicht auch bei dieser Diskussion nicht zu kurz kommen. Wir dürfen die Veränderungen innerhalb der Familiensysteme und deren Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen nicht ausklammern. Bei zurückgehenden Kinderzahlen pro Familie ergibt sich sehr häufig eine Situation, die die familiäre Ausgangslage umkehrt. In den bis vor einigen Jahrzehnten üblichen Großfamilien mit vielen Kindern und wenigen Erwachsenen mussten die Kinder um die rare Zeit der Erwachsenen buhlen. Heute steht die Pyramide in den meisten Fällen auf dem Kopf. Nicht nur die Eltern sondern eben auch Großeltern, Onkel, Tanten, Freunde und Nachbarn erfreuen sich an immer weniger Kindern, buhlen um deren Aufmerksamkeit und überbieten sich darin, dem Nachwuchs den Weg zu ebnen. Ich übertreibe, um zu verdeutlichen: In den Herzen und Köpfen der Kinder, die ja nichts für diese - für sie auf den ersten Blick - komfortable Situation können, führen diese Lebensbedingungen aber sicherlich nicht nur zu positiven Effekten.
In unseren Schulen und in den Vereinen ist in jedem Fall eines zu beobachten: Die Erziehung unserer Kinder findet tendenziell weniger zu Hause und zunehmend im so genannten "öffentlichen Raum" statt. Das bedeutet auch für die Vereine die wachsende Aufgabe, sich mit diesen Fragen auseinander zu setzen. In den großen Vereinen mit den großen Sparten der Volkssportarten ist das schon Gang und Gäbe. Wenn Ihre Beobachtung richtig ist, haben die Reitsportvereine hier noch einen Nachholbedarf. Und das hat eben nicht damit zu tun, das "jeder Hans und Franz" mittlerweile reiten kann, sondern mit ganz anderen gesellschaftlichen Tendenzen und Entwicklungen. Und davor sind auch die "guten Familien", ja selbst der alte Adel nicht gefeit, wie man ja häufiger lesen kann.  
Joachim Glaum
Langenhagen

 

 



Abzocke oder berechtigte Gebühr?


Nun hat die Turniersaison begonnen und Reiter, Pferde und „Turniertrottel“ machen sich endlich wieder auf den Weg. Spätestens aber bei Ankunft am Turnierplatz erwartet die bis dahin gut gelaunten Reiter und deren Begleiter immer häufiger eine böse Überraschung. Horrende Parkgebühren und Eintrittsgelder für die Begleitung (Turniertrottel) werden verlangt.
Als teilnehmender Reiter oder als Begleitung hat man keine andere Wahl als zu zahlen, denn schließlich sollen die genannten Prüfungen (ebenso schon bezahlt) wahrgenommen werden, und man will den Anfahrtsweg zum Turnier nicht umsonst gemacht haben. Man ärgert sich ein kleines Loch in den Bauch und kramt mürrisch im Geldbeutel und ist schon einmal schlecht gelaunt ob der Hand aufhaltenden "Parkplatzwächter", welche die Gebühr häufig nicht einmal begründen können.
Auf Nachfrage nach dem Grund für diese Gebühren erhielten wir in der
vergangenen Saison Antworten wie: "Man muss halt nicht in der Vergangenheit leben." „Man muss auch nicht jeden Trend mitmachen", war unsere Antwort, nachdem wir 7,50 Euro (!) für zwei Personen und ein Gespann zahlten (Region Hannover).
Einige Turnierveranstalter nutzen die Parkgebühren, um den Parkplatz (meist eine genutzte Weide), nach dem Turnier wieder instand setzen zu können. In diesem Fall ergibt die Parkplatzgebühr einen nachvollziehbaren Sinn. Sinnlos dagegen ist die Tatsache, von den begleitenden Personen (Turniertrottel) Eintritt zu verlangen. Wofür? Dafür, dass diese den Getränke- und Speiseumsatz des veranstaltenden Vereins ankurbeln? Oder dafür, dass sie auf dem Abreiteplatz die Stangen hoch legen? Oder dafür, dass sie den Gemeinschaftssinn unterstützen indem sie ihre Reiter anfeuern und nebenbei für gute Stimmung bei einem Turnier sorgen?
Unsere Vereinsmitglieder, die ihre Turnierreiter bisher gern zu Turnieren begleitet haben, überlegen jetzt zweimal. Kommen im Zweifel gar nicht mehr mit, weil sie das Eintrittsgeld nicht aufbringen möchten oder können, kommen doch noch die Kosten für Speisen und Getränke und Benzin hinzu. Völlig unverständlich, denn jeder Turnierveranstalter sollte sich über jeden einzelnen Besucher freuen, der sich (gerade bei schlechtem Wetter) auf dem Turnierplatz einfindet!
Turnierveranstalter schreiben sich außerdem gern das Stichwort "Jugendförderung" auf die Fahne. Ist diesen Turnierveranstaltern eigentlich klar, dass die Erwachsenen, die ihre Kinder zum Turnierplatz fahren als Belohnung für ihr Engagement ebenfalls Eintritt bezahlen müssen, um ihre Kinder überhaupt begleiten zu dürfen? Wo ist da der Sinn?
Bei unserem Turnier berechnen wir eine Parkgebühr für Gespanne von 1,50 Euro für die gesamte PLS. Für diesen Preis erhält der Gespannfahrer (Teilnehmer) außerdem ein Programmheft als Parkausweis. Wir haben so die Möglichkeit, Schäden an der Weide (in Gebrauch) zu beheben, und die Sponsoren freuen sich, dass unsere Programmhefte wirklich unter die Leute kommen! Der Eintritt ist an allen Tagen frei! Vielleicht kann unsere Vorgehensweise ein Beispiel für einen gesunden Mittelweg sein. Wir hoffen jedenfalls, dass auch andere Turnierveranstalter aus der Region unserer Meinung sind und den Gebührentrend bei Turnieren nicht mitmachen, denn sonst wird es auf den Turnierplätzen der Region immer leerer und leerer und leerer.
Nicole Blumenhagen
Laatzen



Wieder mehr Stil und Achtung


reitsport MAGAZIN 4/08, S. 9-11, "Richten-Dressur im Fokus"

 

Mein Mann und ich verfolgen seit geraumer Zeit besonders aufmerksam die Beiträge zu den Themen „pferdegerechtes Reiten“ um Herrn Dr. Heuschmann sowie die Artikel und Leserbriefe, in denen es im weitesten Sinne um Benehmen, Etikette, Erziehung, Ausübung und Anerkennung von Autorität geht, wie etwa die Beiträge über das Richten, Verhalten auf Abreiteplätzen, Umgang miteinander und mit dem Partner Pferd etc..

Unsere häuslichen Diskussionen, die wir darüber auch mit Freunden führen ergaben, dass wir alle der Meinung sind, dass den diversen Dilemmata auf den genannten Gebieten vor allem eine – zu weite - Öffnung des Reitsports als Breitensport zugrunde liegt. Obwohl Reiten als Breitensport grundsätzlich sicherlich für den einzelnen und die Gesellschaft förderlich ist, ist dem Reitsport damit wenig gedient.
Das ursprüngliche „gute Benehmen“, welches die Noblen und Adligen vor langer Zeit als Reitsportetikette etablierten, ist heute fast verschwunden, da jeder „Hans und Franz“ sich aufs Pferd schwingen und auch einen „Pferdeberuf“ ergreifen kann. Finanzielle Mittel ebenso wie „gute Erziehung aus gutem Hause“ sind heute kaum nötig, um in das Metier als Profi oder Amateur einzusteigen.
Dem entsprechend finden wir neben einem Haufen wenig gebildeter, sich rüpelhaft benehmenden Profis auch eine Menge Amateure, die dieses Verhalten kopieren. Entweder, weil sie intellektuell nicht anders können oder weil sie das „coole“ Verhalten der Profis nachahmen oder weil sie – mangels guter Vorbilder – einfach nie etwas Vernünftiges zu Gesicht bekommen haben.
Wie sich dieses grundlegende Dilemma auswirkt, kann man in unendlich vielen Reitställen, auf Turnieren, im Pferdehandel und anderswo erleben und im Reitsport Magazin wunderbar nachlesen. „Wenn Du beim Reiten Spaß haben und keine Rüpel, Neider und Sticheler treffen willst, musst Du entweder zu den Freizeitreitern gehen und mit einem Isländer durch den Busch oder Barock reiten“, resümierte meine Freundin. Tatsächlich? Das wäre eine traurige Bilanz! Es wäre schön, wenn wir alle der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft, deren Auswirkungen sich auch im Reitsport niederschlagen, entgegen blicken und gegensteuern könnten, mit mehr Ausbildung, Seminaren und Gesprächskreisen auf allen Ebenen und mit tagtäglich gegenseitigem Rat und viel Tat.
Wenn es in einer doch überschaubaren Welt wie der „Reiterwelt“ gelänge, wieder mehr Stil, gegenseitige Achtung und guten Umgang mit anderen und dem Partner Pferd zu etablieren – es würde sich für unseren schönen Sport lohnen und viele Reiter müssten nicht „allein in den Busch abwandern“.
Stefanie Bachmann-Hradsky
Hamburg



Ansichten von vor 20 Jahren


reitsport MAGAZIN 3/08. S. 33: "Zeitvergeudung oder spielerische Vorbereitung?"

 

Da ich selber als Voltigiertrainerin tätig bin, habe ich den „Contra“- Artikel von Frau Wohl mit einigem Erstaunen gelesen. Ihre Ansichten scheinen ja wirklich aus der Zeit von vor 20 Jahren zu stammen. Als Trainerin erstaunt mich die Aussage, dass Voltigierer Probleme mit dem Sitz haben sollen.
Grundsitz ist auch im Voltigieren eine der Grundübungen. Da ein Hohlkreuz dort ebenso wenig erwünscht ist wie beim reiten, versuchen wir schon in Anfängerbereich, dem entgegen zu wirken. Im Gegensatz vielleicht zum Reiten, bieten wir aber auch das notwendige Rüstzeug (in Form spezieller Gymnastik) an, damit das auch gelingt. Wieso „Voltigierer die Waden nicht ans Pferd bekommen“ ist mir ebenfalls ein Rätsel. Wenn sie das nicht könnten, wären die meisten Übungen gar nicht durchführbar.
Des Weiteren kenne ich persönlich keine Vereine, die nicht um das Wohl ihrer Voltigierpferde besorgt sind (diese Pferde sind nur schwer zu ersetzen) und sich sehr um Ausgleich vielfältiger Art bemühen. Das die Pferde beim Voltigieren nur leiden kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Wir selber haben ein Pferd, dass wie wir später erfahren haben als unreitbar verkauft wurde, und nun beim Voltigieren brav mitmacht, obwohl es sehr wohl wüsste, wie man sich seiner Voltis entledigen könnte. Aber es genießt es, in Mitten seiner Voltis zu stehen und sich hinterher massieren zu lassen.
Mag sein, dass es vereinzelt zu stark ausgebundene Voltigierpferde gibt, aber hat die Autorin noch keine Dressurpferde gesehen, deren Kopf förmlich auf der Brust festgezurrt zu sein scheint (Wird das genauso kritisch betrachtet? Ich kann es nur hoffen!). Ich habe auch noch nicht beobachtet, dass Voltigierpferde wüst beschimpft wurden, weil es beim Wettkampf nicht so lief, wie geplant. Sie wurden trotzdem noch als „Partner“ geliebt und trotzdem weiter gut behandelt. Voltigierpferde müssen vor jedem Start vor den Richtern vortraben und werden, wenn sie nicht klar laufen, vom Wettkampf ausgeschlossen. Ist das beim Reiten auch so streng geregelt? Ich kenne etliche Voltigierpferde, die auch im hohen Alter noch fit sind und sogar welche, die als „Rentner“ reaktiviert werden mussten, weil sie nur noch mit hängendem Kopf herum liefen, weil ihnen ihre „Voltigierer“ fehlten und die sichtlich aufblühten, nachdem sie wieder eingesetzt wurden.
Natürlich kann man die meisten unserer Voltigierübungen auch ohne Pferd durchführen, aber ohne den Partner Pferd macht es einfach keinen Spaß. Und im Übrigen: Sitzen, wie beim Reiten, kann man auch phantastisch ohne Pferd.
Ich denke Frau Wohl täte gut daran, sich das Voltigieren von heute mal genauer anzusehen. Es gibt bei jedem Sport schwarze Schafe, aber alles über einen Kamm zu scheren ist in meinen Augen höchst unfair.
Conny Ammermann
Per e-mail



Benimmkodex:Vorzügliche Idee


reitsport MAGAZIN 2/08, S.8-10: "Abenteuer Abreiteplatz" + Leserbrief reitsport MAGAZIN 4/08, S. 5

 

Leider wurde beim Abdruck meines Leserbriefes in der RM-Ausgabe 4/2008 zum Thema „Abreiteplatz“ mein selbstkritischer Teil weggekürzt. Ich hatte ausdrücklich geschildert, dass und wie mir im letzten Jahr auf einem Turnier die Nerven durchgegangen sind und ich eines meiner Pferde mehrfach aus einer Stresssituation heraus geschlagen habe. Ich habe betont, dass das unreiterlich war und nicht zu entschuldigen ist,  daher eben auch die Quintessenz für mich selbst, neben entsprechender ständiger Weiterbildung Turniere anzusteuern, bei denen sowohl im Anhänger,  als auch im Abreitebereich,  Platzverhältnisse herrschen, die ein ruhiges Umgehen und Vorbereiten insbesondere junger Pferde ermöglichen.
Ich habe die Redaktion um den Abdruck dieses Briefes ersucht, da ich nicht den Eindruck erwecken möchte, dass man als älterer,  erfahrenerer Reiter oder reitender Richter einen Freifahrtschein hat und reiterliche Regeln nur für "die anderen" gelten. Das nehme ich gerade nicht für mich in Anspruch!
Die Vorschläge der anderen Leserbriefschreiber, einen Benimmkodex entsprechend der Golfregeln auch für den Abreiteplatz herauszugeben, der konkreter ist als die Regeln der LPO, halte ich für eine vorzügliche Idee, denn es würde allen Beteiligten gerade im ländlichen Bereich mehr Sicherheit verschaffen und würde Aufsicht führende Richter/Ordner von dem Vorwurf der Willkürlichkeit befreien.
Amena Rauf-Vater
Fintel






Das nächste Heft erscheint am 29.09.2010


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